Beninbronzen: Gestohlen auch für Deutschlands MuseenDie Rückgabeforderungen selbst sind so alt wie das Ignorieren derselben. Spätestens in den 1930er Jahren meldeten die Nachfahren des abgesetzten Oba von Benin erste Besitzansprüche an den gestohlenen Gegenständen an, freilich vergebens. Seit den 1970er Jahren intervenierten in derselben Sache und ebenso erfolglos Vertreter des 1960 unabhängig gewordenen Staates Nigeria bei den einstigen westlichen Kolonialmächten. Gelegentlich gelang es den Afrikanern, wenigstens einige ihrer Stücke auf Auktionen zu ersteigern oder in Galerien zurückzukaufen, um überhaupt ein Exponat der eigenen Geschichte in Händen zu halten. 1978 konstituierte sich innerhalb der UNESCO der Ausschuss für die Rückgabe unrechtmäßig erworbener Kulturgüter, unter anderem mit Nigeria als Gründungsmitglied. Seinerzeit rief auch der damalige UNESCO-Generalsekretär Amadou Mahtar M'Bow (im Amt 1974–1987) die ehemaligen Kolonialländer dazu auf, ihre außereuropäischen Museumsstücke zu repatriieren, ein Appell, der ungehört verhallte.
02.08.2021 - Spektrum
Gruß
Birgitt





