#Wolfgang
Wolfgang hat geschrieben:wenn man sich mal die Positionen der politischen Strömungen in den Eurostaaten anschaut, dann würde ich sagen, dass diejenigen, denen man eher „Wirtschaftsnähe“ nachsagt die größten Schmerzen mit jeglichem Abkommen haben
Mein Eindruck war:
Ökonomen waren eher „pro Grexit“, während Vertreter der Industrie eher für einen Verbleib in der EURO-Zone plädierten. Die beiden Fraktionen muss man schon auseinanderhalten.
In wie weit ein Grexit von den politischen Protagonisten verhandlungstaktisch genutzt wurde, vermag ich nicht zu beurteilen.
Ich denke, wir sind uns einig darüber, dass die Zeit, in der sich Griechenland mit billigen Euros vollgesogen hat, der (nicht nur) deutschen Exportwirtschaft sehr , sehr gut getan hat.
Warum sollte die Exportwirtschaft also etwas dagegen haben, wenn Griechenland neues Geld erhält. Ob es von Privatbanken oder - wie jetzt - von der EZB oder anderen Finanzkonstruktionen bereitgestellt wird, kann ihnen dabei doch egal sein.
Hauptsache neue Liquidität und in Euro. Liege ich da falsch ?
Wolfgang hat geschrieben:Dass an den Börsen jetzt wieder Kurse steigen ist der kurzfristigen und vorläufigen(!) Abwendung von Turbulenzen geschuldet. Insgesamt ist diese weitere Verschleppung des Problems ein wirtschaftliches Desaster. Und: „Börse“ und „Wirtschaft“ bei Leibe nicht das gleiche.
Da stimme ich uneingeschränkt zu, sollte sich deine Aussage jedoch auf meinen (leicht provokanten

) Beitrag beziehen - zu Börsenkursen haben ich mich nicht geäussert.
Wolfgang hat geschrieben:Die pfiffigen Griechen, die sich das noch leisten können haben die Kohle schon lange in Sicherheit.
Na klar, dem widerspreche ich nicht, aber willst du damit andeuten, dass sie jetzt möglicherweise glauben, genug Kohle abgegriffen zu haben und der nächsten Versuchung (3. Hilfspaket) aus moralischen Gründen widerstehen ?? Ich vermute mal, das glaubst du nicht .....
Wolfgang hat geschrieben:Die Party ist für den „Durchschnittsgriechen“ auf absehbare Zeit vorbei und die Audi, BMW und sonstwas Prospekte können sie erst mal in die Schublade legen. So oder so. Man wird irgendwann davon leben müssen was man erwirtschaftet
Ja, für den griechischen Durchschnittbürger bleibt es eng, für die übrigen Durchschnittsbürger in der Euro-Zone
wird es noch eng.
In unserem Finanzsystem wandert das Geld von „unten“ nach „oben“.
Vor 30 Jahren waren Arbeiter „unten“, Millionäre „oben“
Heute sind für die Milliardäre bereits die Millionäre „unten“
in nicht fernen Zukunft sind für die Multi-Milliardäre die einfachen Milliardäre „unten“.
Diese Aussage entspringt nicht einer ideologischen Verblendung, sondern ist die finanzmathematische Konsequenz unseres Zinseszins-Systems.
Ich fürchte daher, wir brauchen nicht nur zur Stabilisierung Griechenlands immer höhere Beträge; sondern alle nach „westlichem“ Modell gestrickten Wirtschaften benötigen immer größere Beträge zu ihrer Stabilisierung.
In so fern muss man möglicherweise
doch mal über Schulden/Verschuldung/Schuldenschnitte und Vermögen grundsätzlich nachdenken - nicht aus ideologischen, sondern finanzmathematischen Gründen - und zur Klarstellung - mir bereiten solche Gedanken kein Vergnügen, sondern eher Schweissausbrüche ....
Gruss
Lothar