Nach Timbuktu mit dem Schlauchboot

Unterwegs zu Fuß, mit Kamel oder Muli, mit dem Drahtesel

Moderator: Moderatoren

Gerhardd
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Nach Timbuktu mit dem Schlauchboot

Beitrag von Gerhardd »

Hallo Leute,

vermutlich könnt ihr euch schon denken worum es geht :-)

Irgendwo auf der Strecke zwischen Mopti und Timbuktu will ich auf den Niger mit einem Schlauchboot und auf dem Wasserweg nach Timbuktu "einpaddeln" :-) Natürlich unmotorisiert ;-)

Auf die Idee brachte mich mein Reiseführer, wo steht das es einige Leute gemacht haben sollen. Nun meine Frage: Kennt sich jemand damit aus? Auf was muss ich achten? Da soll es auch Flusspferde geben, was nicht unbedingt ungefährlich sein soll.
Mein Schlauchboot ist der Sevylor PR325HF Prahm 3+1 Personen Kanu Schlauchboot. Soll sehr robust sein, steht in der Artikelbeschreibung :-)

Wieder eine Frage die ein "eigenartiges" Gefühl auslösen vermag, aber das ist nun mal der stand der Dinge :-)

Viele Grüße
Gerhard
mikepiller
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Re: Nach Timbuktu mit dem Schlauchboot

Beitrag von mikepiller »

Hi,

auf Antworten von Leuten hier im Forum, die im Boot auf dem Niger unterwegs waren, würde auch ich mich hocherfreut zeigen- diese Idee beschäftigt mich schon seit Jahren immer wieder.
Ich hatte eher an ein Kanu/ Faltkanu gedacht, also wäre es auch sehr interessant, die verschiedenen Boots-Typen in Hinblick auf Strömungen, Wasserbewohner, Wassertiefen/ Jahreszeiten etc. näher zu beleuchten-
falls jemand was dazu sagen kann.

Sehr neugierig auf diesen interessanten Thread

Gruss
Micha
mikepiller
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Re: Nach Timbuktu mit dem Schlauchboot

Beitrag von mikepiller »

Und Gerhardd

wir sind doch längst einen Schritt weiter- wozu immer noch die "kleinen Seitenhiebe?"

Schicke den beiden eine PM, wenn es Dir keine Ruhe lässt- das ist völlig okay.
Aber hier im öffentlichen Bereich würde ich Deinen Threads gerne die Chance lassen, sich so schön zu entwickeln wie bisher.
Ohne schon am Anfang eine Leiche einzubauen, okay?

Sie sind hoch interessant, all die Antworten auf Deine Fragen!!!
Mittlerweile freue ich mich richtig auf jede neue Frage von Dir.



Gruss Micha
Gerhardd
Beiträge: 47
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Re: Nach Timbuktu mit dem Schlauchboot

Beitrag von Gerhardd »

Hi Micha,

hast auf jeden Fall recht, aber das war eher eine Art der Entschuldigung für die Frage im Voraus, :-) da ich etwas verunsichert wurde Fragen zu stellen.

Anfangs dachte ich an die gesamte Strecke zwischen Mopti nach Timbuktu, doch als ich dann meine mittlere Geschwindigkeit schätzungswese auf etwa 3-4km/h festlegte merkte ich, das die Tour etwa eine Woche dauern würde.

Ich vermute mal, dass ein Kanu die sichere Variante wär, aber da lässt sich nicht so bequem drin sitzen oder liegen denk ich, obwohl ich keine Ahnung hab :-)

Viele Grüße
Gerhard
mikepiller
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Re: Nach Timbuktu mit dem Schlauchboot

Beitrag von mikepiller »

Hi Gerhardd,

vor einigen Jahren war ich für 16 Tage mit einem Kanu tief in den Everglades unterwegs- einmal Nord/ Süd quer durch die Sümpfe.
Ein Kanu hat schon mächtig Platz, ich musste für die lange Zeit in absoluter Einsamkeit ja alles mitschleppen- inklusive Wasser für 20 Tage ( falls etwas unvorhergesehenes passiert).
Es waren fast 150 Meilen, eine Tagesleistung von 10 bis 12 Meilen war in 4 bis 6 Stunden geschafft- bei oft starker Gegenströmung durch Ebbe/ Flut.
Strömung und Richtung spielen natürlich eine eklatante Rolle für die Kilometerleistung.
Bequem....nun ja, es ist wie so oft....am Anfang tut es weh, aber nach ein paar Tagen gewöhnt sich der Körper ( und vor allem die Psyche) an die neuen Umstände- man denkt nicht mehr dran und genießt!
Geschlafen habe ich nie im Boot. Das wäre mir zu unbequem gewesen.

Die Schlauchvariante habe ich nicht in Betracht gezogen, weil es sehr oft unter Wasser und nicht sichtbar Baumstämme und Geäst u.ä. gibt- an meinem Alukanu hat es oft sehr geschrammt. Und so weit ich weiss, ist der Niger an nicht wenigen Stellen ja auch sehr flach.

Gruss
Micha
Manfred
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Schlauchboot auf dem Niger

Beitrag von Manfred »

Ich überlege auch ob ich im November ( außerhalb der Regenzeit) mein
russisches Faltboot Taimen 2 mitnehme und ein paar Tage auf dem
Niger verbringe. Die Hipos sind wohl die größte Gefahr, wenn Jungtiere
da sind oder Revierkämpfe in der Brunft stattfinden. Da muß man sich
noch genau informieren. Auf jeden Fall würde ich meinen Honda 1,6 PS
Seitenborder mitnehmen um bei Gefahr schnell abhauen zu können und
bei Müdigkeit mal weiterfahren zu können. Dieser Motor wiegt nur 7,8 Kg.
und macht bei Vollgas 14 km/h. Der Verbrauch liegt bei 0,3 Liter Normalbenzin / Stunde bei mittlerer Drehzahl ca. 9 Km/h.
Ein Begleitboot wäre auch von Vorteil.
mikepiller
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Re: Nach Timbuktu mit dem Schlauchboot

Beitrag von mikepiller »

Hi,

es raubt natürlich die Eigenständigkeit, deshalb habe ich folgenden Gedanken immer wieder verdrängt- andererseits erfordert es aber auch einen gewissen Aufwand, mit einem eigenen Boot für lediglich einige Tage auf dem Niger unterwegs zu sein.

Ich denke mal, dass so ein Fischer oder Händler mit SEINEM Boot auf dem Niger nicht all zuviel verdient. Eine Miete seines Bootes mit ihm als Käptn für ein paar Tage durfte nicht die Welt kosten.
Man hat einen kundigen Einheimischen dabei, man könnte verhandeln, dass er kocht und somit die dortige Küche und Kultur teilweise kennen lernen, man ist trotzdem relativ frei in der Entscheidung, wann, wie , wohin....möglicherweise bildet sich für beide Seiten ein wunderschöner Kontakt.......da ist viel nettes drin, denke ich.

Habe ich auch schon drüber nachgedacht.

Gruss Micha
Gerhardd
Beiträge: 47
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Re: Nach Timbuktu mit dem Schlauchboot

Beitrag von Gerhardd »

Ein Baumstamm könnte natürlich verheerende folgen haben. Wenn das Wasser nicht so trüb ist, wie es an manchen Stellen jedoch sein soll, könnte man so einen Zusammenstoß ja noch verhindern.
10 bis 12 Meilen in 4-5 Stunden, WOW! :-)
Der muss ne Strömung gehabt haben, wie der Amazonas ;-)
Als ich die Berechnung gemacht hab, hab ich mich an den Main gestellt und die ungefähre Geschwindigkeit der Strömung angeschätzt :-)

Manfred, eine Attacke von den Hippos soll in der Regel tödlich verlaufen, hab ich gelesen. Und gerade bei Anwesenheit der Jungtiere, was der Normalfall sein sollte, werden sie aggressiv. Man müsste das weite suchen, sobald man sie sieht, ob einem da noch genug Zeit bleibt, ist eine andere Frage. Ich wüsste gern wo man zu diesem Thema nähere informationen bekommt. Gibt wohl kaum eine "Niger-Hippo-Beratungsstelle" :-)

Gruß
Gerhard
Gerhardd
Beiträge: 47
Registriert: Mo 5. Mai 2008, 16:52

Re: Nach Timbuktu mit dem Schlauchboot

Beitrag von Gerhardd »

Achso, der Gedanke mit einem Fischer unterwegs zu sein hört sich eigentlich garnicht mal so schlecht an. Eine wertvolle Erfahrung wäre das allemale denk ich, müsste man mal drüber nachdenken. :-)
pantoffelos
Beiträge: 21
Registriert: Di 10. Jun 2008, 11:54
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Re: Nach Timbuktu mit dem Schlauchboot

Beitrag von pantoffelos »

Hi,

die Fischergeschichte ist sicherlich nicht schlecht. Ich denke mal, sie können auch Gefahren besser einschätzen und abwägen was als nächstes zu tun ist.
Flusspferde sind sehr territoial. Man darf sie nicht unterschätzen - weder auf Land noch zur Wasser.

Gruß

Steve
Abenteuergeist verdient weite Horizonte
Patrick12
Beiträge: 33
Registriert: Fr 13. Okt 2006, 12:08

Re: Nach Timbuktu mit dem Schlauchboot

Beitrag von Patrick12 »

Moin Moin,

wir waren 2005 mit einer Cargo Pinasse von Mopti nach Timbuktu unterwegs, war ein tolles Erlebnis. Das Teil war vollgekracht bis oben hin (und darüber hinaus) mit Getreidesäcken und ich weiss nicht was und darauf noch die Passagiere. Wir sind zigmal auf Grund gelaufen, wurden ausgebottet, der Kahn freigeschleppt und wir wieder drauf. War wirklich eine tolle, abwechslungsreiche Fahrt! :D

Gruß,

Patrick
mikepiller
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Registriert: Sa 13. Mai 2006, 20:59
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Re: Nach Timbuktu mit dem Schlauchboot

Beitrag von mikepiller »

Hi,

unter folgendem link werden die Vor/ Nachteile von Schlauch- versus Faltbooten diskutiert.

:arrow: Link

Ich habe dem entnommen, dass Schlauch-Kanus/ -Kajaks auf schnellen Flüssen ( Rafts) eine gute Wahl sind.

Auf trägen Flüssen oder Seen, soll die Windanfälligkeit so groß sein, dass man kaum vorwärts kommt- die kotzen da teils mächtig ab in ihren Beschreibungen.

Da ich- ohne ihn zu kennen- den Niger als trägen Fluss einstufen würde, ist dieser Gedanke vielleicht überlegenswert.

Gruss
Micha
Gerhardd
Beiträge: 47
Registriert: Mo 5. Mai 2008, 16:52

Re: Nach Timbuktu mit dem Schlauchboot

Beitrag von Gerhardd »

Hi,

aus diesem Forum entnehme ich, dass so ein Faltkanu einem Schlauchboot haushoch überlegen ist :-)

Aber auch mit nem Schlauchboot soll es möglich sein, das reicht mir fürs erste ;-)

Fragt sich jetzt nur, was für ein Fluss der Niger ist und wie man das Problem mit den Hippos bewältigen soll. Pfefferspray? :lol:

Viele Grüße
Gerhard
Gerhard Göttler
Beiträge: 1148
Registriert: Mi 14. Sep 2005, 12:36

Re: Nach Timbuktu mit dem Schlauchboot

Beitrag von Gerhard Göttler »

Hallo Namensvetter!

Den Hippos ausweichen lässt sich nur durch sorgfältige Beobachtung der Strecke voraus. Die stecken ja fast immer die Ohren und Nasenlöcher aus dem Wasser. Kommt man ihnen nahe, klopfen die Einheimischen gegen ihr Boot, um die Flusspferde nicht zu überraschen.

Je nach Jahreszeit bläst im Bereich des Binnendeltas ein stetiger Nordostwind, die Dünenschummerung bei Michelin lässt dies ja sehr schön erkennen. Dieser Gegenwind (sofern man von Mopti aus Richtung Timbuktu fährt) überwiegt m.E. bei allen Bootstypen den Stömungseffekt des Flusses: Besser von Ost nach West reisen! Und Besegelung mitnehmen. Die Einheimischen sind im Binnendelta flussaufwärts auch unter Beseglung unterwegs.

Gerhard Göttler
schnorr
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Re: Nach Timbuktu mit dem Schlauchboot

Beitrag von schnorr »

Gerhard Göttler hat geschrieben:Hallo Namensvetter!

Den Hippos ausweichen lässt sich nur durch sorgfältige Beobachtung der Strecke voraus. Die stecken ja fast immer die Ohren und Nasenlöcher aus dem Wasser. Kommt man ihnen nahe, klopfen die Einheimischen gegen ihr Boot, um die Flusspferde nicht zu überraschen.
das macht ja dann mit einem schlauchboot nicht so viel sinn, da kaum geräusche verursacht werden. also mit etwas hartem gegen ein ins wasser gehaltenem brett klopfen.
Viele Grüße
Jörg

meine Reisen unter http://jschnorr.com/
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