Bekanntlich sollte der Reisende das Länderdreieck Senegal-Mauretanien-Mali aus Sicherheitsgründen gegenwärtig meiden. Ausgerechnet hier führt aber die einzige Brücke über den Fluss Falémé, der die Grenze zwischen Senegal und Mali bildet. Weiter südlich (Saraya-Kenieba) gibt es eine Furt durch den Fluss, die aber nur bei Niedrigwasser benützt werden kann. Heute sieht diese Stelle so aus:
Seit einiger Zeit ist in dieser Gegend der Bau einer Brücke über den Falémé im Bau. Nach offiziellen Angaben, soll sie im Oktober 2011 fertig sein. Dann wird man die Möglichkeit haben, unabhängig von der Jahreszeit das kritische Länderdreieck zu umfahren.
Zuletzt geändert von Hans46 am Fr 3. Sep 2010, 12:12, insgesamt 1-mal geändert.
interessant. ich nehme an, neben der brücke wird auch die straße dahin gebaut? denn bisher war die piste dahin nicht gerade material- und menschenschonend.
a) Bitte Hans46 korrigiere doch Deinen Schreibfehler Keniabe auf richtig Kenieba. Das ist nicht kleinlich gemeint: Im Fall des Falles ist dieser Beitrag sonst unter dem Stichwort Kenieba mit der Suche nicht zu finden.
b) Nach meinerm Info-Stand soll die neue Straße südlich des Bafing-Stau-Sees durchführen, also nicht wie Dein Schema zeigt über Manantali. So: Kita-Tambaga-Bafing-Kourokoto-Kenieba.
Was den projektierten Strassenverlauf betrifft, hast Du (auch) recht. Die neue Strasse führt südlich des Stausees durch. Letztes Jahr waren auf senegalesischer Seite Bauarbeiten im Raum Saraya im Gang, auf malischer Seite in der Gegend von Kokofata.
1. Die Brücke macht einen guten Eindruck. Bis fast an die Brücke hin führt auf senegalesischer Seite eine Teerstraße. Die Brücke wird von Chinesen gebaut. Die Bauen schnell, wie lang es hält ist die Frage.....
Der Fluss war so niedrig dass bei einem 235 Reifen die Felge nicht nass wurde. Während der Regenzeit aber ein ganz anderes Bild. Nicht unterschätzen.
2. Von Kayes aus nach Kenieba ists sehr zäh (235km =1Tag). Kenieba Richtung Osten wird so gebaut wie beschrieben. Ab Kenieba bin ich der Piste für etwa 15 km gefolgt. Top. Schnell. Staubig.
Die Grenzer sowohl auf malischer Seite, als auch im Senegal waren sehr nett. Insgesamt ein temporär netter Flecken....
Aber warum die Überschrift: "kritisches Länderdreieck, Mauretanien, Senegal, Mali". Wenn dann ist da Guinea am nächsten und kritisch ist erstmal auch nix bis auf die komische Überschrift...
noch eine Frage: Die Brücke, von der Du (Ihr) schreib(s)t, entsteht die ö von Saraya (bei Moussala?), so wie es Deine Kartenskizze zeigt? Oder weiter im S bei Satadougou? Aber fast egal wie - es wird eine der letzten Wildnisregionen Westafrikas von diesem (aus meiner Sicht) völlig unnötigen Straßenbau zerstört. Allein die Tatsache, dass es dort noch viele Löwen gibt zeigt, dass das ein wildreiches Gebiet ist. Und dann das Schimpansenschutzgebiet ... Und die Gold-Region im äußersten SW-Zipfel Malis hätte man auch anders erschließen können. Aber das ist halt der Lauf der Welt.
Und Flo: Welche Strecke von Kayes aus nach Kéniéba bist Du denn "zäh" gefahren? Kann eigentlich nur "innendurch" (via Bafoulabé)gemeint sein, außenrum (via Sadiola) war es auf meiner letzten Reise dort sehr flott ...
Guten Tag Flo,
Du fragst: Aber warum die Überschrift: "kritisches Länderdreieck, Mauretanien, Senegal, Mali". ? Ich dachte mit meinem ersten Satz ,,Bekanntlich sollte der Reisende das Länderdreieck Senegal-Mauretanien-Mali aus Sicherheitsgründen gegenwärtig meiden'' sei dies klar. Offenbar doch nicht. In den Sicherheitshinweisen verschiedener Länder, so auch in jenen des deutschen AA, wird auf die besondere Gefährdung im Raum Kayes aufmerksam gemacht. Viele Reisende beützen aber gerade die Asphaltstrasse Tambacounda - Kayes um von Senegal nach Mali zu gelangen (und vice versa). Mein Beitrag will auf eine Möglichekeit aufmerksam machen, dieses ,,kritische Gebiet'' zu umfahren.
Guten Tag Gerhard
Die Brückenbaustelle habe ich nicht mit eigenen Augen gesehen. Aber ich bin beinahe sicher, dass der Übergang in der Nähe von Moussala gebaut wird - warum? Vor einem Jahr hatten wir auf ca. halber Strecke zwischen Saraya und Moussala auf einmal eine neue, topmoderne Asphaltstrasse unter den Rädern. Es mutete beinahe grotesk an: Nach der holprigen staubigen Piste durch den Busch plötzlich Asphaltstrasse mit Mittellinie, stellenweise Leitplanken, Distanztafeln, Markierungspfählen mit roten und weissen Katzenaugen, Regenwasserkanäle etc. Die Herrlichkeit dauerte allerdings nicht lange, ca. 15km. Die Strasse wurde offenbar von den Chinesen gebaut (chinesische Hinweiseschilder). Es würde keinen Sinn machen, dort einfach ein Stück Asphaltstrasse zu bauen, wenn nicht weiter östlich der Flussübergang geplant wäre.
Ja, das siehst Du sicher richtig. Mir leuchtet der ganze Straßenbau dort nicht ein. Warum wird durch eine völlig unberührte Region eine solche Straße geführt? Warum wird nicht z.B. die Strecke via Kayes besser ausgebaut? Mir erschließt sich diese Südumfahrung des Tambaoura-Massiv einfach nicht. Wegen der Goldfelder? Gibts andere Bodenschätze? Eine solche Straße durch eine solche vom Gelände her sehr schwierige Region! Hast Du eine bessere Erklärung?
Ja, die Antwort zu Deiner Frage, weshalb die Südumfahrung des Massivs gewählt wurde, liegt wahrscheinlich in den vorhanden Bodenschätzen begründet. Offizielle Stellen Malis sprechen aber auch von einer Befreiung aus der Isolation (desenclavement) der Region Kenieba –Bafing Makanah-Kokofata.
Goldvorkommen:
65 km südlich Kenieba
35 km südwestlich Kenieba
15 km nördlich Kenieba
Uranvorkommen:
80 km südlich Kenieba
Eisenerzvorkommen
30 km nordwestlich Kenieba (sehr ergiebig)
50 km westlich Bafoulabe
100 km südlich Kita
Kalk
in unmittelbarer Umgebung von Bafoulabe - hier hat eine Firma bereits eine Lizenz für den Abbau und für die Zementherstellung erworben
Noch ein Wort zum gegenwärtigen Strassen-Brücken-Bau
Auf dem Abschnitt Kita-Kedougou sind drei grössere Flüsse zu überqueren. Den Brückenbau bei Moussalah haben ich bereits früher erwähnt. Der Bafing wird südlich des Stausees bei der Ortschaft Bafing Makanah traversiert. Hier hat man mit dem Brückenbau ebenfalls schon begonnen. Das gleiche gilt für die Überquerung des Balé. Entgegen meiner früheren Aussage, dass die Brücke über den Falémé von den Chinesen gebaut werde, wird diese Brücke, wie auch die beiden anderen, vom Staat Japan finanziert. Die Projektverantwortung liegt bei einer japanischen Firma (man verzeihe mir, dass ich japanische und chinesische Schriftzeichen nicht zu unterscheiden wusste!). Der Staat Japan stellt für den Bau der drei Brücken dem Staat Mali eine Summe von total 18.4 Mia FrCFA zur Verfügung. Dieses Geld bezahlt Japan im Rahmen seiner Entwicklungshilfe und muss von Mali nicht zurückbezahlt werden.
Hans46 hat geschrieben:Dann wird man die Möglichkeit haben, unabhängig von der Jahreszeit das kritische Länderdreieck zu umfahren.
Ich persoenlich empfehle die direkte Fahr von Mali ueber Gogui nach Mauretanien um Senegal und besonders die Rosso Grenze zu umfahren. Ab Kiffa gibts sogar Benzin bis dahin nur Disel und die Strasse ist entgegen der Angaben in de Michelinarte komplett asphaltiert...
Guten Abend Tobi,
Mein Beitrag wollte eine Alternative aufzeigen, wie man eben die von Dir genannte Strecke meiden kann. Grund für meinen Vorschlag war die damals ausgesprochene Reisewarnung des EDA für das Gebiet Kayes - Niori, sowie für die Route de l'éspoire. In der Zwischenzeit gilt die Reisewarnung für ganz Mali & Mauretanien (übrigens auch von Seiten des AA). Ein Grund mehr künftig nach Süden auszuweichen.
bei uns geht es Ende Dezember wieder los Richtung Senegal / Mali....
Ist die Strecke Kedougu - Saraya - Kenieba in letzter Zeit jemand gefahren?
Wo werden die Zoll- Und Einreise-Formalitäten erledigt?
Gibt es ein Visum für Mali an dieser Grenze?
Wir wollten eigentlich im Januar diese Strecke fahren, es konnte uns aber keiner der "Offiziellen" etwas genaueres zu dieser Grenze sagen und wir sind dann über Tambacounda - Kidira gefahren. Dort hat es im Januar ohne Probleme ein 15-Tages-Visum für Mali gegeben.