Hallo Zusammen
Jetzt fehlt nur noch, dass sich Westerwelle auch noch besorgt aeussert und zum Dialog mit den Extremisten aufruft und ein Westschweizer Politiker vorschlaegt, die dazugehoerenden Konferenzen koennten am besten in einem ueberteuerten Genfer Hotel abgehalten werden...
Das passiert ganz sicher. Ob in Genf oder in einem Land das evtl. eine Vermittlerrolle einnehmen könnte. Wobei ich nicht sehe dass irgend jemand mit den Fanatikern vermitteln will. Ausser Algerien evtl. aber die haben wieder andere Interessen. Deshalb ist deine Vorahnung mit Genf nicht so weit her geholt. Mir als Schweizer Steuerzahler kann es ja recht sein.
Aber mal zum Thema. Dieser Militäreinsatz halte ich persönlich nicht für sehr Nachhaltig. Alle bisherigen Bemühungen von der ECOWAS und auch anderen sprachen immer vom September. Die Vorbereitungen bei den Militärs die theoretisch in Frage kämen sind sicher schon angelaufen. Aber auf den Zeithorizont September. Auch wenn politisch noch nichts entschieden ist. Dabei planen die Militärs einfach mal so als wäre es schon entschieden. Das könnte auch in Deutschland und der Schweiz so sein.
Achtung Spekulation von mir. So ein schnelles Eingreifen wie Frankreich das macht können nur sehr wenige Nationen in diesem Umfang. Aber auch da, Frankreich hat 800 Infanteristen in der Elfenbeinküste. Ob die Zahl reine Kampftruppen sind oder inkl. des Support weiss ich nicht. Aber auch 800 Soldaten reichen bei einem solch grossen Land wie Mali nicht. Man muss das eroberte Gelände ja auch besetzen. Eine genügend grosse Anzahl Soldaten nur von Spezialkräften zusammenzustellen, über welche praktisch jede Nation verfügt und welch die einzigsten Kräfte sind die normalerweise in der Lage sind innerhalb von Tagen einsatzbereit zu sein, hallte ich für einen Zeitrahmen bis zum September nicht möglich. Diese Kräfte sind nicht ausgerüstet für so lange Einsätze. Aber die Regulären Truppen sind nicht viel früher als September einsatzfähig. Der politische Prozess jetzt mal ganz ausgeklammert.
Die Fragen die sich mir stellen.
Wollen die Franzosen einfach die Islamisten auf Distanz halten von der Hauptstadt bis andere Truppen kommen?
Dann ist aber das Hinterland ein einzigstes Ausbildungslager und die Truppen die im September kommen haben kein Zuckerschlecken.
Oder wollen die Franzosen 'aufräumen' das Halten überlassen sie aber den Malischen Streitkräfte?
Aber in dem Zustand wo die Malischen Militärs sind eher eine Gefahr für die Franzosen als eine ernsthafte Option. Meine Meinung.
Gibt es überhaupt eine Strategie?
Ich befürchte eher nicht....
Abgesehen von einer Notwendigkeit des schnellen Eingreifens frage ich mich nach der Strategie für die Zukunft. Ohne die kein militärischer Einsatz je langfristig erfolgreich sein kann.
Fragen an die die Mali besser kenne. Die auch etwas Ethnologisches wissen haben.
Gäbe es eine Möglichkeit das Staatsgebiet Malis so aufzuteilen in eigenständige Nationen oder mindestens in relativ autonome Provinzen so dass es einigermassen der ethnischen Verteilung der Bevölkerung gerecht wird die dann aber auch wirtschaftlich überlebensfähig sein könnten? Ich denke da an ein Tuareg Norden....
Im Norden soll es ja eine Miene für seltene Erden geben... Habe ich nur so im Kopf.... Gibt es in dem Gebiet noch andere Ressourcen die für die Weltwirtschaft interessant währen? Das könnte Fluch und Segen sein für die Zukunft....
Frage in die Runde.
Wie steht ihr zu diesem Schnelleinsatz der Franzosen?
Was haltet ihr von einem längerfristigen Militäreinsatz multinationaler Truppen evtl. auch mit Beteiligung Deutschlands?
Was gäbe es für Alternativen zu einem Militäreinsatz?
Grüsse Christian