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Falsche Polizisten / Beamte erkennen

Verfasst: Sa 10. Jun 2023, 13:13
von Arakis
Es ist in Afrika öfters so, dass es mir schwer fällt zu erkennen, ob ich hier einen offiziellen Polizisten oder Beamten vor mir habe. Letzte Nacht hatte ich folgende Situation:

Ein Fahrzeug kam mir mit Lichthupe entgegen und drehte dann.
- Keine Beschriftung auf dem Fahrzeug
- Kein Blaulicht
- Auf dem Pickup waren mehrere Leute auf der Ladefläche
- Keine Sirene oder Sprachrohr
- Nicht mal eine Trillerpfeife
- Wir waren sehr weit abgelegen

Als ich dann anhielt und der Beamte ausstieg rief er hektisch "Douane" (Zoll) und ich konnte seinen Waffenholster erkennen. Er trug keine sonderlich erkennbare Uniform. Nur anhand des Holsters und dass eine Signalweste mit "Douane" auf den Beifahrersitz gespannt war habe ich die Person als offizielle wahrgenommen.

War auch alles chillig und problemlos dann. Dennoch stellt sich die Frage, ob jemand einen guten Handlungsvorschlag hat, wenn man sich "unsicher" ist, ob es sich um offizielle Polizisten / Beamte handelt, oder um Kriminelle. Meist gehe ich nach Wahrscheinlichkeit und Bauchgefühl.

Sollte ich tatsächlich mal falsch liegen, würde ich natürlich darauf verweisen dass nichts zu erkennen war und dass es fahrlässig wäre, blauäugig "jeder zivilen Person gehorsam zu leisten".

Re: Falsche Polizisten / Beamte erkennen

Verfasst: Sa 10. Jun 2023, 18:27
von Surfy
Wir haben auf der Transafrika etliche Polizeisperren und auch Roadblocks mit unklarer Besetzung ausgelassen, dh sind absichtlich daran vorbei.

Das hatte sich damals bei uns bewährt, alleine schon weil so die 5-15 Minuten Smalltalk bis "Do you want to marry me?" für meine blonde und blauäugige Beifahrerin eingespart werden konnten. Die Jungs waren immer extremst nett, offen, freundlich - aber sie wollten sich unterhalten und wenn möglich noch ein Geschenk abstauben - bei "Sprint-Tagen" und einer höheren KM last hatten zumindest wir - keine Lust diese alle abzuspulen.

DH: ich halte erst wenn die Aufforderung überdeutlich ist, auch dann nicht immer. Wenn ich denke dass ich damit durchkomme, fahre ich auch durch. Mit grossem Grinsen im Gesicht, mit Winken - ich signalisiere meine freundlichkeit, unbekümmertheit und meine Annahme dass mich dies nicht betrifft, oder übersehe ein auch ein haltezeichen eines Uniformierten, wenn er nicht nah an der Fahrbahn ist - mann kann ja auch mal seine Aufmerksamkeit woanders haben.

In deinem Szenario wäre ich auch nach Bauchgefühl gegangen, das einzige was hilft. Einem Pickup mit mehreren Ortskundigen davon zu fahren - hört sich nach einem extrem dämlichen Plan an, da würde ich auch halten und versuchen fahrbereit zu bleiben falls die Situation es erfordert.

Einer der Reisenden aus dem 2019 von meiner Linkliste der Reisenden Overlander auf der Westroute , ist ja einem zivilen träger einer Kalaschnikov davon gefahren, hatte dann zum Glück "nur" einen Treffer in der Bremsleitung - und am Ende war es eben dann doch das Militär. Das Militär, nachts alleine im Dunkeln ohne Uniform unterwegs - ich hätte vermutlich auch einen Start angedacht.

Es ist immer ein schmaler Grad. :wink:

Surfy

Re: Falsche Polizisten / Beamte erkennen

Verfasst: So 11. Jun 2023, 16:23
von Arakis
Ui, endlich jemand der das Thema offen auf den Tisch legt. Bisher liest man ja eher, "brav warten". Was mich dabei nervt: Ich werde seit Mauretanien immer herausgezogen, ohne Ausnahme. Meine Erfahrungen diesbezüglich:

Marokko:
Man wirst meist durchgewunken. Sehr freundliche Menschen, Handschlag wird stets als freundliche Geste erwidert. Die Leute erfreuen sich an meinem freundlichen Wesen. Hält man nicht an, wird man gerügt und ggf. zu einer "Zahlung" verdonnert. Das ist mir passiert (Siehe: (travel-info-center-f27/verkehrsstrafe-b ... 57185.html)) und deshalb bin ich auch so vorsichtig geworden und halte "immer". Kommunikation gern auf Englisch.

Mauretanien:
Ich werde immer herausgewunken, freundlich gegrüßt, mein Handschlag wird grundsätzlich als freundliche Geste erwidert. Ihre Landessprache (arabisch) nicht zu sprechen, ist kein Problem.

Senegal:
Ich werde immer herausgewunken. Begrüßung eher förmlich, meine herausgestreckte Hand zur Begrüßung muss ein paar Momente länger demonstrativ verharren, bevor dann ein lasches Händeschütteln erwidert wird. Freundlichkeit prallt (oft) ab, zum Glück gibt es auch positive Gegenbeispiele. Einige Beamte lassen sich manchmal absichtlich Zeit und stolzieren in aller Ruhe um den Wagen. Viele sind erbost darüber dass ich kein Französisch spreche und erinnern mich stets daran, dass ich mich hier in einem französisch sprechenden Land befinde. Ich werde die Herren gern mal daran erinnern, sollten sie mal zu Gast in Deutschland sein.

Zusammenfassend kann ich auch sagen, an der Handschlagsgeste bemerke ich sehr schnell, woran ich bin.

Natürlich fällt mir auf, dass die meisten Einheimischen nicht herausgezogen werden oder einige erst gar nicht warten. Natürlich kann ich es aber verstehen, daher ist es so wie es ist. Und jetzt kommt der böse Bube: Ich ich bin letztens zweimal einfach durch ne Kontrolle gefahren (nicht die oben geschilderte Situation), weil mir aus diversen Gründen gerade maximal nicht danach war.

Meine These ist dass die Beamten eigentlich gar keine Lust haben mir hinterherzufahren und es dabei belassen.

Ich mein, was sollte mir passieren können? Ein aufgebrachter Polizist schnellt mir hinterher - oder informiert seine Kollegen der nächsten Sperre - und dann? Ich würde natürlich freundlichst erklären, ja was eigentlich?
- Angeblich keinen Beamten gesehen?
- Geste falsch interpretiert?
- Ich schaue natürlich auf die Straße beim Vorbeifahren?

Und was soll dann passieren? Strafzahlung? Oder weiterhin auf einen der beiden Punkte bestehen? Ich denke mal ich würde dann einfach einen eher kleinen Schein zücken und gut ist (z.B. 1000 CFA).

Mein größtes Kopfkino ist es ja immer, dass der Beamte anfängt zu drohen meinen Führerschein oder Reisepass nicht mehr rauszurücken, bis ich mich ihm gebeugt habe, was auch immer er beanstandet. Jetzt kommt ein ganz böser, nicht ganz ernster zu nehmender Gedanke (Vorsicht, überspitzt): Da ich meist nie ganz rechts ranfahre und immer noch ein kleines Verkehrshindernis darstelle, könne ich im Fall eines nicht zurückgegebenen Führerscheins nicht weiter rechts ranfahren, da es verboten wäre ohne Führerschein zu fahren. Scherzmodus aus.

Re: Falsche Polizisten / Beamte erkennen

Verfasst: So 11. Jun 2023, 16:53
von Hans46
Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass "Falsches Verhalten zu gefährlichen Situationen führen kann - s. dazu meinen (ur-)alten Beitrag unten einkopiert. - Seit dieser Begebenheit bin ich überzeugt, dass der Versuch, bei einer Kontrolle oder der Aufforderung anzuhalten, einfach weiterzufahren falsch ist. Es könnte bös enden.

Freundliche Grüsse
Hans

Falsches Verhalten kann zu gefährlichen Situationen führen

Beitrag von Hans46 » 20.06.2011 18:29
Eine Erfahrung, die ich vor ein paar Wochen im Norden Syriens machen musste, möchte ich interessierten Lesern nicht vorenthalten. Sie zeigt, dass falsches Verhalten zu gefährlichen Situationen führen kann.

Ich reiste Mitte April bei Al Qamishli mit meinem VW-Bus in Syrien ein. Wohl gab es bereits die ersten Unruhen im Süden des Landes, doch eine Reisewarnung hat das EDA noch nicht ausgesprochen.

Vor der Fahrt Richtung Damaskus, plante ich eine Tour im Jabal Abd al Aziz. Die vorgesehene Route hatte ich zu Hause auf GoogleEarth vorbereitet. Das Gebirge, oder besser der Hügelzug, ist nur dünn besiedelt. Die Vegetation besteht vor allem aus lockerem Busch. Bei der Burgruine ,Qala’at Sukkara‘ verbrachte ich die erste Nacht im ,Jabal‘. Am nächsten Morgen gings dann richtig los. Zuerst fuhr ich noch für einige Kilometern auf einem kleinen Asphaltsträsschen, dann wurde der Weg zu einer Piste, die manchmal nur mühsam zu erkennen war. Ich passierte ein kleines Dorf, das aus einigen Lehmhütten bestand. Der Track ging kurvig einen Hügelzug hinauf. Nach einer Biegung höre ich auf einmal Schreie. Ca. 100 m von der Piste entfernt stehen einige Männern . Sie riefen etwas auf arabisch und gestikulierten. In der Annahme, dass da wohl einer eine Mitfahrgelegenheit suchte, gab ich Gas. Ich wollte alleine sein. Einige Momente später entdeckte ich im Rückspiegel eine Horde (sorry, das ist aber wohl der richtige Ausdruck) von Motorradfahrern, die mir folgten. Also noch mehr Gas geben und sie abschütteln, dachte ich. Doch sie rückten immer näher, jetzt wild schreiend, gestikulierend, Fäuste ballend. Mir war nicht mehr wohl zu Mute. Ich glaubte, das wäre wohl ein Überfall, um meines Geldes habselig zu werden. Kurz darauf sah ich, dass etwa 200 m vor mir zwei Männer an einer engen Stelle mit ihren Motorrädern den Weg blockierten. Sie kannten sich in der Gegend aus und benutzen im Gelände offenbar eine Abkürzung, um mich zu überholen. Jetzt bekam ich es vollends mit der Angst zu tun. Klares Denken war offenbar nicht mehr möglich. Ich entschloss mich zu einem riskanten Wendemanöver. Der felsige Untergrund forderte seinen Tribut: ich riss den Auspuff los. Für kurze Zeit war der Bus umgeben von (vielleicht) fünf Motorrädern. Die Männer schrien auf mich ein und verhielten sich äusserst aggressiv. Erneut gab ich Vollgas. ‘‘Nur nicht hier anhalten – so schnell wie möglich zurück ins Dorf und, falls nötig, dann dort anhalten‘‘, das waren meine Gedanken. So halsbrecherisch wie ich, fuhren aber auch die Männer auf ihren Motorrädern. Ein oder zwei Motorräder waren jetzt immer auf der Höhe des Fahrers, andere folgten hinter mir. Als das Dorf in Sicht kam wurde ich etwas ruhiger. Aber nicht lange, denn offenbar hat ein Motorradfahrer eine Abkürzung genommen und das Dorf ,,mobilisiert‘‘. Als ich aus der Kurve heraus kam stand keine 20 m vom Bus entfernt ein Mann mit einem Gewehr im Anschlag und zielte auf das Auto und schon krachte es. Erster Gedanke: der hat abgedrückt. Glücklicherweise, war das nicht der Fall. Ein anderer Dorfbewohner wuchtete einen fast fussballgrossen Stein in die Seitenscheibe des Busses. Das Zersplittern der Scheibe hörte sich wie eine Gewehrsalve an. Reflexartig machte ich eine Vollbremsung (das war wohl die einzige richtige Handlung meinerseits in diesem Zwischenfall). Mein Beifahrer blutete im Gesicht und Armen. Die Glassplitter hatten ihn verletzt. Schon wurde ich vom Führersitz gezerrt und Fäuste prasselten auf mich nieder. Wie lange die ,,Behandlung‘‘ dauerte, weiss ich nicht mehr. Glücklicherweise hat sich ein junger Mann, ca. 18, für mich eingesetzt. Die Schläger liessen von mir ab. Noch immer aber fuchtelten sie mit ihren Händen wild um sich und ein verbaler Hagel ging auf uns beide nieder. Auch die Frauen kamen hinzu und beschimpften uns. Keiner sprach ein Wort Englisch und wir kein Wort Arabisch. Die Stimmung war äusserst aggressiv. Sie zerrten am Auto, rissen Scheibenwischer ab, traten mit Füssen gegen die Carrosserie. Der Autoschlüssel wurde mir abgenommen und man verlangte offenbar ein Dokument. Erst zeigte ich die Wagenpapiere, dann den Pass. Den wollten sie haben. Jetzt zückte ein Mann, der Dorfchef wie sich später herausstellte, ein Handy und telefonierte. Das war ein Signal für mich. Ich suchte ebenfalls mein Handy und rief die Schweizer Botschaft in Damaskus an. Alle Achtung: der Herr am Telefon reagierte blitzschnell und im Nu war ein arabisch sprechender Botschaftsangestellter am Apparat. Ich drückte mein Handy dem Dorfchef ans Ohr. Es dauerte keine Minute und die Situation entschärfte sich. Ja, auf einmal behandelte man uns mit Respekt. Zwei Stühle wurden herbeigebracht und kühles Wasser wurde in Bechern gereicht. Wohl mussten wir die Ankunft der aus dem 60km entfernten Kassar herbeigerufenen Polizeipatroullie abwarten. Auch von ihnen sprach keiner ein Wort Englisch. Noch einmal bemühte ich die Schweizer Botschaft. Noch einmal erklärte der arabisch sprechende Botschaftsangestellte alle Details über unsere Person und warum wir uns in Syrien aufhielten. Dann hatten beide Seiten das richtige Bild von der Gegenpartei.

Wie sich herausstellte, wollte der Dorfchef bei unserer Durchfahrt unsere Identität überprüfen, denn in dieser Gegend verkehren sehr wenig Autos und noch viel weniger ausländische Vehikel. Er betrachtete mein Verhalten als einen Fluchtversuch (was es auch war). Flüchten würde aber nur Personen, die etwas im Schilde führten. Um so mehr muss man sie stoppen……. Kommt dazu, dass das syrische Radio seit Beginn der Unruhen zur Wachsamkeit aufruft, ausländische Agitatoren versuchten das Land zu destabilisieren. Dass unter diesen Umständen eine ,,einfache‘‘ Dorfbevölkerung zu den beschriebenen Reaktionen kommt, ist nicht verwunderlich.

Abgesehen von der zerschmetterten Seitenscheibe, einem abgebrochenen Scheibenwischer, einem losgerissenen Auspuff und einer Telefonrechnung von weit über 100 € bin ich glimpflich davon gekommen. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn der Abzug des Gewehres tatsächlich betätigt worden wäre.

Hans
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Re: Falsche Polizisten / Beamte erkennen

Verfasst: So 11. Jun 2023, 17:10
von Arakis
Hallo Hans,
das ist ja ne krasse Story! Ein Glück dass alles halbwegs glimpflich endete und Hut ab vor der Geländefähigkeit deines VW-Bullies.

Man sollte nur klar zwischen zwei Themen unterscheiden:

- Das "wissentliche" Vorbeifahren an einem Posten und dann sofort anhalten, wenn der Posten dann folgt. Das ist das was Surfy meint. Dieser Fall ist relativ unproblematisch, und führt im Zweifel zu einer Rüge.

- Das nicht Anhalten trotz anschließender Verfolgung. Und diese Situation finde ich viel, viel problematischer. Freund, oder Feind? Offiziell oder Räuber? Stehenbleiben = ausgeraubt, oder fliehen und dann selber zum Kriminellen werden, inkl. Risiko für Leib und Fahrzeug, sofern die Verfolger im Recht sind?

Letzteres ist die Problematik, welche ich versucht habe im Eingangspost zu thematisieren.

Re: Falsche Polizisten / Beamte erkennen

Verfasst: So 11. Jun 2023, 18:33
von sysiphus
Arakis hat geschrieben:
So 11. Jun 2023, 16:23
Ui, endlich jemand der das Thema offen auf den Tisch legt.
[...]

Ich werde die Herren gern mal daran erinnern, sollten sie mal zu Gast in Deutschland sein.
[...]

Meine These ist dass die Beamten eigentlich gar keine Lust haben mir hinterherzufahren und es dabei belassen.

Ich mein, was sollte mir passieren können? Ein aufgebrachter Polizist schnellt mir hinterher - oder informiert seine Kollegen der nächsten Sperre - und dann? Ich würde natürlich freundlichst erklären, ja was eigentlich?
- Angeblich keinen Beamten gesehen?
- Geste falsch interpretiert?
- Ich schaue natürlich auf die Straße beim Vorbeifahren?

Und was soll dann passieren? Strafzahlung? Oder weiterhin auf einen der beiden Punkte bestehen? Ich denke mal ich würde dann einfach einen eher kleinen Schein zücken und gut ist (z.B. 1000 CFA).
[...]

Eigentlich kann man kaum glauben, was Du da als mögliches Verhalten "reflektierst"; ist aber wohl doch ernst gemeint. :shake:

Du scheinst Dich fit zu fühlen, in einen Kleinkrieg mit den Kontrollierenden einsteigen zu können. Und wenn’s dann nicht klappt, legt Cleverle überlegen einen 1000er hin und zeigt, wer hier der Chef ist, “wäre doch gelacht, oder!” Dein Überlegenheitsgefühl beruht allerdings auf einer gefährlichen Selbsttäuschung.

Junge, ganz abgesehen von eigenen Problemen, die Du Dir so schaffen kannst, gehst Du auch nach dem “Prinzip der verbrannten Erde” vor, denn der Tourist, der nach Dir kommt, wird es u.U. ausbaden müssen.

MODERATOR-NOTE:   Auslassungen im Zitat markiert, um Kontext-Sprünge sichtbar zu machen.


Re: Falsche Polizisten / Beamte erkennen

Verfasst: So 11. Jun 2023, 20:07
von Arakis
Ich fühle mich garantiert nicht überlegen. Keineswegs. Ich passe mich nur an. Ist Anpassung Überlegenheit? Streng genommen ist eine Spezies welche sich anpasst überlegen, aber das ist nicht das was ich meine und weicht vom Thema ab.

"Junge", wir sind hier in Afrika und nicht in Europa. Wenn in Afrika geordneten Strukturen ähnlich wie in Europa wären, müsste ich mir wenig Gedanken machen. Selbst in Europa gab es vor nicht allzu langer Zeit noch ähnliche Probleme. Gleiches gilt für Respekt und Umgangsform - es beruht auf Gegenseitigkeit - ich bin nicht deren Spielball für deren Machtimponiere. Sie testen ihren Spielraum aus bzw. kennen ihn bereits, ich versuche anzutesten was mein Spielraum ist - das liegt in der Natur des Menschen. Jemand der was anderes sagt, lügt sich vermutlich selber an.

Ich sehe mich um wie andere es machen, wie es sogar untereinander kommuniziert wird (unter Einheimischen). Übrigens leiden auch diese. Ich bin sehr zwiegespalten was das Thema Korruption angeht. Was ich langsam einsehen "muss": Es ist nun mal so wie es ist. Und Korruption funktioniert, da sie nun mal da ist, nicht nur zum Vorteil einer Seite. Man kann immer das Opfer sein - oder Strukturen wie sie sind, annehmen und nutzen - was leider wiederum ein Teufelskreis ist. Daher, wie ich bereits sagte ein schwieriges, zwiegespaltenes Thema und deutlich komplexer als du es darstellst. Ich wollte dieses Thema schon länger mal hier im Forum angesprochen habe, aber wie ich sehe ist es ein heißes Eisen - und ehrlich gesagt, zurecht.

Verstehe mich falsch, ich stimme dir in gewisser Weise zu. Aber es gibt nun mal nicht nur Richtig/Falsch-Entscheidungen.

Eine kleine Bitte: Wenn du zitierst, dann bitte kurz kenntlich machen wo du was gekürzt hast. So wie du es zitiert hast, ließt sich das so als ob ich froh wäre dass endlich jemand das Thema offen auf den Tisch legt und und ich den jenigen gern daran erinnern werde wenn er mal zu Gast in Deutschland ist. Das ist aus dem Kontext gerissen. Dies habe ich so nicht gesagt.