Hallo,
ich war schon mehrmals mit zwei sehr verschiedenen Hunden unterwegs.
1. Reise Marokko: mit einem Münsterländer Mischling, der so lieb war, daß sogar sich Nomaden-Mädchen getraut haben, sie zu streicheln... und dann "Heldinnen" waren :D
2. Reise Marokko und Libyen: einen scharfen Wachhund, Miro, der absolut niemanden näher als 20m an das Wohnmobil ließ. Wir lassen ihn auch nicht zu Fremden. Das bedeutete für ihn in Gebieten, wo mit Besuch zu rechnen war, daß er angebunden am Wohnmobil war (doppelt gesichert, er hat sich früher schon mal losgerissen) und wir nicht auf Campingplätze, nicht in der Nähe von Farmen etc. stehen wollten/konnten - damit wir eine ruhige Nacht haben. Vorteil eines solchen Hundes: als wir in Tanger während der Fahrt Besuch über die Dachluke bekamen, zogen die Einbrecher sofort von dannen... und auch nachts schlug er bei jedem verdächtigen Geräusch an - und wenn es nur zwei Esel waren.
In einem sehr einsamen Gebiet bekamen wir abends Besuch von Nomadenkinder in Begleitung von drei anderen Hunden. Diese Kinder kannten also Hunde, trotzdem haben wir unseren nicht freigelassen, denn die Kinder gehen dort ganz anders mit ihren Hunden um als wir und die Hunde sind ganz anders erzogen: sie haben grundsätzlich Angst vor Menschen und gehen weg schon bei leichter Drohgebärde. Für unsere Hunde wäre es nur eine Spielaufforderung (Ball werfen...)
Also kam unser Hund bei solchen Begegnungen grundsätzlich sofort ins Auto. Da er gut erzogen war, war das kein Problem und ging schnell.
Mit Wildhunden, die ans Auto kamen ohne Menschen, haben wir Kontakte zugelassen. Im Gegensatz zu vielen anderen habe ich keine Sorge vor Ansteckung. Flohpulver ist natürlich mit dabei und so mancher Wildhund wird von mir entfloht unterwegs...
Im Auto ist der Hund in einem grossen Kennel untergebracht, so sollten sich auch Zöllner dran vorbeitrauen - sie haben sich aber nicht. Rausholen ging in solchen Situationen nur mit Maulkorb. In Libyen wollte uns ein Grenzer ihn abkaufen, bei 2000 EUR Gebot hat er begriffen, daß wir ihn nicht hergeben
Fazit: nur mit sehr gut erzogenen Hunden unterwegs sein in Marokko etc., auch mit anderen Hunden sollte der eigene Hund sehr gut sozialisiert sein, weil man immer "Wild"-Hunde trifft. Und auf eine Beisserei zwischen Hunden, wenn der nächste Tierarzt 500km weit weg ist, hab ich keine Lust...
Superwichtig ist Sonnen- und Hitzeschutz: unser Hund bei 48° im Schatten, er bekam nasse Tücher übergelegt (die brauchten wir auch zum Schlafen)
Und trotz der Hitze muss man für genügend körperliche und geistige Auslastung sorgen, sonst langweilt sich der Hund evtl. mit bösen Folgen.
Speziell in Marokko findet man unter Umständen wenig Möglichkeit zum Laufenlassen: rechts und links der Strasse Müll, viel Verkehr, dann bewirtschaftetes Gebiet oder Weide. Alternativ ausserhalb Steine/Felsen/Disteln. Wenn wir ein günstiges Auslauf-Gebiet sahen, haben wir oft angehalten und sind erstmal ein Stündchen gelaufen.
In meiner Reiseapotheke ist Rimadyl, vier Pfotenschuhe, Skalpell, Hundetrichter, Entwurmung, Möhrenmus u. Reis gegen Durchfall, Zeckenzange (wir haben riesige, eklige Kamelzecken gesehen an einem Brunnen), antibiotische Augentropfen (Zugluft!), Ersatzleinen und Halsbänder (habe ich in Libyen an einen Hundehalter verschenkt, der seinen Hund an einer Kette ausführte), dringend eine dicke Decke für Draußen zum Unterlegen in Felswüsten
Da frisst ein hungriger Welpe mit:
hier ein Bild vom Kennel, der ist so groß, dass der Hund bequem liegen kann, aber Miro wollte immer vorne an der Kante klemmen... Der Kennel war sein Tag-Platz, nachts lag er vor dem Bett. Wenn jemand auf dem Fahrersitz sitzt und den Motor anlässt, verschwand er von selber im Kennel.
