Wir sind gestern aus Tunesien zurückgekommen, nachfolgend einige kurze Infos:
Carthage war wie immer voll ausgebucht, aber viele Touren dabei die vermutlich direkt nach Libyen weitergefahren sind.
Genehmigung für GPS diesmal kein Thema da 2 Schiffe gleichzeitig abgefertigt werden mussten, die wollten die Fahrzeuge schnell aus dem Hafen raus haben. Dies ist aber erfahrungsgemäß - falls danach gefragt wird - überhaupt kein Problem und sehr schnell erledigt.
In Douz und der Wüste war es ungewohnt ruhig (wenig 4x4), die hat uns auch Abdallah vom Campingplatz in Douz bestätigt: Dort sind zwar viele italienische Wohnmobilfahrer (wie gewohnt in Gruppe) eingefallen, aber Saharafahrer waren seit Saisonbeginn nur wenig unterwegs.
Was sicherlich an den neuen Regelungen für Wüstentouren liegt, die sich für uns folgendermaßen dargestellt haben:
Eine Einreise ins Sperrgebiet ist derzeit nicht möglich.
Von den hier im Forum diskutierten 2 Bereichen weiß in Tunesien keiner etwas.
Bei zwei oder mehreren Fahrzeugen kann man bei Brahim am Campingplatz in Douz die Personalien / genaue Route / Sateliten-Telefon-Nummer angeben und dann einfach losfahren.
Uns als Einzelfahrzeug hat Brahim zur guarde national (nahe Festplatz) geschickt, die wiederum haben uns nach Kebili zum comissariat de tourisme geschickt. Dort haben wir dann – nach anfänglichem Versuch uns eine Tour aufzuschwatzen – ohne Probleme eine Genehmigung für die von uns geplante Tour bekommen. ( im Wesentlichen Djebel Tembaine – Ksar Ghilane und Sandrosentour). Auch hier Satelitentelefon erforderlich.
Wir hatten hier aber den Eindruck dass die gar nicht wussten, was für Orte wir da eigentlich aufgeschrieben haben und welche Variante wir dann tatsächlich nehmen (von Tembaine um den Park herum nach Ksar Ghilane oder direkt durch die Dünen…..was ja fahrtechnisch doch ein ziemlicher Unterschied ist….)
Am Schluss mussten wir noch unterschreiben dass wir die angegebene Route beachten und nicht über die Grenze fahren (!!!). Für uns ein neuer Beweis dass da in der Vergangenheit vieles schiefgelaufen ist,…..
Kontrolle in der Wüste war keine einzige, nicht mal an der Ausfahrt in Douz oder in Kssar Ghilane. Man hatte den Eindruck dass sie selbst noch Probleme haben die neue Regelung umzusetzen.
Irgendwie können einem ja die von der guarde national schon leid tun, die Leute in Tunesien sind nach wie vor unheimlich freundlich, und sie wollen ja nur dass man heil wieder in Douz ankommt. Ich meine hier nicht gleich Entführungen, sondern die einfachten Grundregeln die man in der Wüste einfach beachten muss.
Und da hat man nach wie vor den Eindruck dass manche bei Ankunft in Afrika einfach das Hirn ausschalten und meinen sie können einfach die Sau rauslassen:
Hierzu zwei – uns sehr bedenklich stimmende Ereignisse, wir könnten hier aus den vergangenen Jahren noch viele weitere anfügen:
Eine französische Tour mit 10 Fahrzeugen hat angeblich eines der Fahrzeuge im Sandsurm verloren, der arme Mensch musste eine ganze Nacht in der Wüste verbringen. Der Organisator hat die guarde national eingeschaltet um das Fahrzeug zu finden…… Ich denke mal jeder, auch der Teilnehmer einer Tour sollte fähig sein einen vorher verabredeten waypoint in einem solchen Fall anzufahren oder es soweit gar nicht kommen lassen, es gibt ja schließlich Rückspiegel und Licht....
Wir haben selbst erlebt wie eine "Gruppe" aus einem Fahrzeug mit einem sandunerfahren Fahrer und einem Motorrad Richtung See (ich vermute mal ohne Genehmigung) aufgebrochen ist.
Da muss man sich wirklich nicht wundern wenn irgendwann die guarde nationale keine Lust mehr auf Rettungsaktionen hat und die Wüste wirklich komplett dicht macht.
Sonstiges:
Die schon letzes Jahr begonnenen Strassenbauarbeiten zwischen Pistenkreuzung am Funkturm / Zaunecke Parc du Djebil und Eingangstor Parc du Djebil sind im vollen Gange, gerade wird die „Strasse“ asphaltgebunden…
Anscheinend hört die „Strasse“ am Tor auf und geht nicht weiter Richtung Tembaine. Der Sinn des ganzen will mir nicht ganz in den Kopf, es sieht so aus dass die Strasse vielleicht Richtung Douz/Cafe weitergehen könnte.
Ksar Ghillane wird immer ungemütlicher: nach der Asphaltstrasse mit den daraus resutlíerenden unvermeidbaren Wohnmobilisten wir nun im Teichbereich „gearbeitet“: Die Ableitung ist verlegt, neue Gräben werden gegraben, und eines der Cafes baut einen riesigen Neubau am Teich mit vermutlich Dachterasse.
Trotzdem war es wieder mal sehr schön, es war diesmal sehr warm, d.h. schon viele Tiere da, kein Wind, die Tunesier nach wie vor sehr nett und freundlich.
Hoffentlich bleibt das auch so und wird nicht verdorben durch ein paar wenige, die sich auch abseits der Zivilisation nicht wie zivilisierte Menschen aufführen können!
Grüße
Barbara
Zurück aus Tunesien
Moderator: Moderatoren
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Klaus_Villach
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- Registriert: So 2. Okt 2005, 20:35
Re: Zurück aus Tunesien
Danke für den kurzen Lagebericht, bisher hatte es den Anschein es gibt keine Individualtouristen mehr in Tunesien. Aber es muß den Behörden auch schon aufgefallen sein das die Touris ausbleiben, in unserer Tageszeitung ist heute ein Reisebericht
Zitat (Kleine Zeitung v.8.1.09):
"Diesseits von Afrika
Lange war Tunesien der Inbegriff für Pauschaltourismus, doch abseits der Strände erfindet sich das Land gerade neu."
Zitat (Kleine Zeitung v.8.1.09):
"Diesseits von Afrika
Lange war Tunesien der Inbegriff für Pauschaltourismus, doch abseits der Strände erfindet sich das Land gerade neu."
ciao von Klaus aus Villach
Re: Zurück aus Tunesien
Hallo Barbara,
auch von mir ein großes Dankeschön für Deinen (ja ich weiß, Dir schreibt man jetzt vorne mit d - ich nicht!) klaren, pragmatischen Lagebericht.
Gruß vom Jochen
auch von mir ein großes Dankeschön für Deinen (ja ich weiß, Dir schreibt man jetzt vorne mit d - ich nicht!) klaren, pragmatischen Lagebericht.
Gruß vom Jochen
Re: Zurück aus Tunesien
Hallo Klaus, meinst du diesen Beitrag der Kleinen Zeitung?Klaus_Villach hat geschrieben:Danke für den kurzen Lagebericht, bisher hatte es den Anschein es gibt keine Individualtouristen mehr in Tunesien. Aber es muß den Behörden auch schon aufgefallen sein das die Touris ausbleiben, in unserer Tageszeitung ist heute ein Reisebericht
Zitat (Kleine Zeitung v.8.1.09):
"Diesseits von Afrika
Lange war Tunesien der Inbegriff für Pauschaltourismus, doch abseits der Strände erfindet sich das Land gerade neu."
Tunesien: Diesseits von Afrika
Lange war Tunesien der Inbegriff für Pauschaltourismus, doch abseits der Strände erfindet sich das Land gerade neu. Ein Zwischenbericht.
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grüsse
Es gibt Leute die WISSEN ALLES - es gibt Leute die WISSEN es BESSER - aber am schlimmsten sind die die meinen ALLES BESSER ZU WISSEN!
Mitglied der DTG
Ich war Tot, wurde aber wieder geholt. Gott sei Dank oder leider
Mitglied der DTG
Ich war Tot, wurde aber wieder geholt. Gott sei Dank oder leider
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Klaus_Villach
- Beiträge: 20
- Registriert: So 2. Okt 2005, 20:35
Re: Zurück aus Tunesien
@Jürgen, ja aber der Bericht in der gedruckten (e-Paper) Ausgabe ist Umfangreicher,
(Kleine Zeitung 8.1.09)
z.B.
LAND & LEUTE
Höhlenmenschen (über Matmata, StarWars....)
WELLNESS
Mehr Meerwasser (Thalassotherapie...)
(Kleine Zeitung 8.1.09)
z.B.
LAND & LEUTE
Höhlenmenschen (über Matmata, StarWars....)
WELLNESS
Mehr Meerwasser (Thalassotherapie...)
ciao von Klaus aus Villach




