Roger-Tecumseh hat geschrieben:
Ich vermute mal, deine "Informationsquellen" gleichen dem Kopp-Verlag!
ich hab mit verschwörungstheorien nix am hut, darum halt ich mich von so infoquellen wie kopp eher fern.
Roger-Tecumseh hat geschrieben:
Es ist doch allgemeiner Konsenz, dass Aegypten nun die Tuer zu einer ungewissen Zukunft aufgestossen hat. War denn aber die despotische "Ruhe" des Systems vorher (mit dem greisen Pharao) eine lebenswerte Zukunft?
nein, auf keinen fall. ich hab auch geschrieben schön das mubarak weg ist.
ich bin auch der revolution durchaus positiv gegenüber eingestellt , nur hoff ich eben das bis wirklich demokratische wahlen abgehalten werden noch einige jahre vergehn.
vielleicht bis zb mal die analphabeten rate nicht mehr zwischen 30-40% wenn nicht mehr liegt.
Roger-Tecumseh hat geschrieben:
Ich kenne Dein Alter nicht, Du drueckst jedoch eine Meinung aus, die mir steinalt erscheint. Informiere Dich dringend mal ueber die Bevoelkerungsstruktur in (nicht nur in Aegypten), sondern in N-Afrika - ja Afrika ueberhaupt. Du wirst dann vielleicht erkennen, dass keines der Diktatur-Regime bisher seiner Jugend (und die 18-25 Jaehrigen stellen 40 + Prozent der Bevoelkerung) eine Perspektive erlaubt(e).
ich bin 32, und ich hab in den letzen 6 jahren 21 monate privat im nahen osten und nordafrika verbracht. darunter auch 3 in ägypten.
ich kenne die bevölkerungsstruktur genau, jedoch steht jugend (auch modernes auftreten und die nutzung eines facebook accounts) nicht automatisch für aufgeschlossenheit oder eine moderne humanistische weltanschauung.
es waren meine unzähligen gespräche mit eben diesen jugendlichen die mich zu meiner meinung veranlassen. sobald die gespräche auf religion kamen war immer sofort ein unglaublicher fanatismus zu erleben, der es des öfteren nötig machte das thema zu wechseln um nicht in gefahr zukommen
ich bin überzeigter anhänger des sekularismus (als atheist wohl logisch). für mich steht religiösität immer im zusammenhang mit mangelnder bildung. darum fürchte ich freie wahlen wo ein heer von analphabeten eine komplexe politische entscheidung treffen soll...........
Roger-Tecumseh hat geschrieben:
Als 1988 das algerische Militaer die Demonstranten zusammenschoss, als dann nach der ersten freien Wahl der zehnjaehrige Buergerkrieg zehntausende Opfer kostete, war es auch die Zeit der kreischenden islamistischen Parolen, die durchaus ein Echo fanden. Vollstaendig vorbei ist das sicherlich nicht, aber es wird nun keine Mehrheiten finden! Und nur darauf wird es ankommen. Deshalb muessen die islamistischen Parteien raus aus dem Untergrund, der nur ihnen und dem Aufbau ihrer Strukturen nuetzt. Der Massstab fuer ihren Erfolg wird dann zuerst ihre Legalitaet sein.
(Uebrigens war vor wenigen Wochen der duestere Demagoge der ehemaligen FIS - Ali Belhadj - in Bab El-Oued (Algier), um klammheimlich ein wenig zu agitieren. Die Leute haben ihn rausgeschmissen!)
ich hoffe das du ned damit meinst das algerien jetzt als positives bsp für die selbstregulation eines politisch/religiösen problems herhalten soll.