Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Unterwegs zu Fuß, mit Kamel oder Muli, mit dem Drahtesel

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Regula St.
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von Regula St. »

Wer die Beiträge von Eric liest, wird zu einem Experten für seemännische Ausdrücke (auch englisch)...
@ Katja: Danke für die Übersetzungen! Hier noch eine Präzisierung: the drogue = Treibanker (vgl. auch http://de.wikipedia.org/wiki/Treibanker und http://en.wikipedia.org/wiki/Drogue )

LG Regula
mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

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We made a makeshift jib out of banners and ran that up the forestay, but the ship still refused to turn downwind. A large bimini was brought out and that was run up the forestay, but still to no effect.
With one crewmember already seasick below decks, four more crew sat down, dejected and resigned.

Together with Philip, I re-rigged the bimini to give us a larger surface area. John and Mike came in to help.
As we ran the larger jib up the forestay the ship’s head started to fall down wind. One crewmember ran back to man the rudder and I hoisted the storm sail. It filled and we started to sail. We had no way of the drogue, so it was cut loose.
It was now 0900 and we had pretty much been flat out since 0230.

We sailed through the rest of the day.
I could tell that some people’s morale was quite low.
Bow watch didn’t report ships that passed by.

That night at 0100 we were again called out of our bunks.
The sail had backed once more, and after an hour of trying to get the sail filled the watch elected to call all hands and bring down the yard. However, instead of lowering the yard it was decided to set the sea anchor.
The ship came around to lay stern to, but then we couldn’t retrieve the sea anchor as there was too much pressure on it. The decision was made to wait until sunrise and then launch the dinghy and retrieve the sea anchor that way.
We kept one person on watch through the rest of the night so the others could get some sleep, and at 0600 we put the dinghy over the side.

Mike and I then went out in the dinghy, trying to trip the sea anchor so it could be pulled back to the ship.
Fortunately it was quite calm, with just some low swells. While I drove the dinghy, Mike attached floats to the sea anchor line.
This brought the parachute close to the surface.

However, every time we had the crew on board start to pull in the sea anchor it would dive deep.
After a couple of frustrating hours Mike suddenly peeled off his shirt and, in the middle of the Red Sea, dived into the tangle of parachute lines and attached a trip line to the centre of the parachute.
I couldn’t believe that he would take that risk and I admired his bravery. The chute was then easily collapsed and pulled back to the ship.

We set sail and sailed off.
mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

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Wir bastelten eine provisorische Fock aus Fahnen und zogen es am Vorstag hoch, aber das Schiff weigerte sich, gegen den Wind zu segeln.

Ein großes Bimini-Verdeck (eine Art Sonnensegel auf Schiffen oder Booten) wurde hervorgeholt und ebenfalls am Vorstag gehisst-
immer noch keine Veränderung.
Zu dem einen schon seekrankem Crewmitglied unter Deck gesellten sich nun noch vier andere- entmutigt und resigniert.

Zusammen mit Phillip takelte ich das Bimini noch mal auf, um eine größere Windfläche zu erreichen.
Als wir dann die größere Fock am Vorstag hochzogen begann das Schiff endlich, gegen den Wind zu steuern.
Ein Crewmitglied rannte sofort nach hinten, um das Ruder zu bemannen und ich hisste das Sturmsegel.
Es blähte sich auf und wir konnten endlich segeln.
Wir hatten keine Möglichkeit, den Anker wieder einzuholen-
also schnitten wir ihn ab.

Es war inzwischen 9Uhr und wir waren seit 2Uhr30 auf den Beinen.

Wir segelten durch den restlichen Tag.
Ich kann sagen, dass die Moral einiger Crewmitglieder sehr tief gesunken war.
Die Bugwachen meldeten keine Schiffe in der Nähe.

In der folgenden Nacht wurden wir dann erneut aus unseren Kojen gerufen- um 1Uhr.
Das Segel war erneut umgeschlagen.

Nach einer Stunde und vieler Versuche, es wieder in den Wind zu richten, beschloss die Wache, alle Hände an Deck zu rufen-
um die schwere Rah runter zu lassen.

Warum auch immer wurde während des Runterlassens der Rah beschlossen, den Seeanker (Treibanker) zu setzen.
Das Schiff begann sich nach achtern zu legen.
Dann jedoch konnten wir den Seeanker nicht wieder an Bord holen, da zuviel Druck darauf lastete.
Es wurde beschlossen, bis zum Sonnenaufgang zu warten und dann das Beiboot zu Wasser zu lassen und damit den Seeanker wieder einzuholen.

Wir behielten eine Person als Wache an Deck für die restliche Nacht, damit die anderen ein bisschen Schlaf bekommen konnten und um 6Uhr hoben wir das Beiboot über die Reling.

Dann gingen Mike und ich an Bord des Beibootes und versuchten den Seeanker zu lösen, damit er zurück ins Schiff gezogen werden konnte. Glücklicherweise war es sehr ruhig- nur mit einigen flachen Wellen. Während ich das Boot steuerte, befestigte Mike Schwimmer an der Ankerleine. Das brachte den Schirm nahe unter die Wasseroberfläche.

Wie auch immer:
Jedes Mal, wenn die Crew an Bord begann anzuziehen, ging der Anker in die Tiefe.
Nach einigen frustrierenden Stunden schälte sich Mike plötzlich aus seinem Shirt und tauchte-
mitten im Roten Meer! –
in das Gewirr der Ankerleinen und befestigte eine Tripleine vorne am Schirm des Ankers.

Ich konnte es nicht glauben, welches Risiko er einging und bewunderte seinen Mut.
Der Schirm ließ sich nun leicht drehen und wurde zum Schiff gezogen.

Wir setzten die Segel und segelten los.



-


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mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

Hi Regula,

da hast Du verdammt recht- grrr- es wimmelt nur so von diesen Fachausdrücken.
Aber ich denke mal, dass all diese Anfangsschwierigkeiten eben technisch waren und man kann sie vielleicht nicht anders beschreiben...?

Jedenfalls ist Eric ein absolut netter Typ-
jede meiner Nachfragen beantwortet er ausführlich und er entschuldigt sich jedes mal, dass ich mich mit seinem Bericht so rumquälen muss ;-))

Danke, dass Du diesen Punkt verbessert hast-
gemeinsam kommen wir da schon irgendwie durch!

Und es macht mir immer noch großen Spass!!

Gruß
Katja
trapperjoe
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von trapperjoe »

Da haben wir alle etwas verschlafen. Mit Wein, Weib und Gesang ist erstmal Schluß. Die Jungs sind schon wieder unterwegs.

Bild
mit freundlichen Grüßen
trapperjoe
mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

Trapperjoe,

klick mal eine komplette Seite zurück-


ALTE SCHALFMÜTZE!!

Grins....


(endlich habe ich es geschafft, dass DU mal verpennst!!)

Gruß
Micha
trapperjoe
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von trapperjoe »

Wie ist denn jetzt der Punktestand zwischen uns? :oops:
mit freundlichen Grüßen
trapperjoe
mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

verdammter Kerl...

:lol:

IMMER noch 10 zu 1 für Dich!!!

Aber wir haben noch Zeit, ich kann noch aufholen.

Gruß an Dich

Micha
trapperjoe
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von trapperjoe »

Dann hab ich ja noch einen kleinen Vorsprung, aber heute ist wirklich nicht mein Tag.
Es ist saukalt in Hannover, die Wasserleitung ist eingefroren, das Bier auch und 96 hat vergeigt
mit freundlichen Grüßen
trapperjoe
schu achbar ?

Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von schu achbar ? »

"""die Wasserleitung ist eingefroren"""

Kann Dir an Bord der P. nicht passieren. Jedenfalls nicht auf diesem
Breitengrad :wink:
mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

"""die Wasserleitung ist eingefroren"""

Kann Dir an Bord der P. nicht passieren. Jedenfalls nicht auf diesem
Breitengrad

gut getroffen-
dort friert dann eher irgendwas im Darmbereich ein...


Niklas- der "alte Schwede"-
hat sich erbarmt und einen neuen Blog eingestellt über die vergangenen Tage.

Ich fasse nur kurz zusammen:

Um die 30 Grad, herrliches Wetter, wunderschöne Insel...
sie haben die Insel erkundet,
am Strand, beim Tischtennis, an der Bar oder unter der kalten Frischwasserdusche relaxt...

Essen, Softdrinks und Bier spielte eine maßgebliche Rolle
UND
- hier sind wir bei der eingefrorenen Leitung-
EIS!

Nach Niklas Beschreibung haben sie offensichtlich JEDEN Eisverkäufer getestet!

Er geht kurz auf die Vielfalt der Inselbevölkerung ein- spricht die komplexen Zusammenhänge kurz an...

Die Crew aus dem Oman ist wieder nach Hause geflogen- fünf waren es wohl... und eine neue Crew ist schon in den ersten Tagen angekommen und man hatte Zeit, sich zu beschnuppern.
Wer oder wieviele wird nicht erwähnt.

Interessant ist vielleicht auch, dass in einer Nacht
acht Leute an Deck geschlafen haben
UND
trotzdem hat man ihnen das Dinghi- (Beiboot)- unter der Nase weggemopst!
Aber so vollgefuttert- und bei den Wachdiensten wird auch der Schlaf zu kurz gekommen sein während der langen Zeit auf See-
vielleicht verständlich.

Am Ende des Blogs noch ein freundliches Dankeschön von Niklas/ der Phoenicia an ein paar Leute auf Mayotte, die ihnen freundlich geholfen haben.

Hier der Originaltext und ein paar Bilder:

- - -



Position Report 79
Date: 20th December 2009
Location: Sailing to Beira: 013° 29.578S, 044° 22.223E
Message: Day 1 at sea Mayotte - Beira, Mozambique.



We are now out at sea again after a exiting week on the island Mayotte. The new crew arrived shortly after our arrival to the island and we got time to know them before we set sail heading towards Mozambique. The winds are very light but we are reflecting on a very good and interesting visit to Mayotte, which is technically French but is both African and Islamic but ethnically and culturally linked (but not legally) to the three other Comoros islands.
In short is is a complicated set up and full of contradictions.

During the week we had time to explore the Island and we'd also spent some time on the beach or at the yacht club playing table-tennis and having long cold freshwater showers. The temperature is around 30 something here, so Mayotte was like an oasis to us where we could relax in the heat having soft drinks or beers. After a long leg without "proper food" we also explored the islands offering and I think we tried every ice-cream place there is around here.

My best memory of this Island would be the day we spend at the volcanic crater beach, swimming with turtles and snorkelling at the reef outside. Absolutely amazing.

This week have been like heaven to us after 46 days at sea though Philip had a bit of a struggle getting the returning Omani crew visas for their flight home. And just two nights before we left Mayotte we got our dingy stolen even though 8 crewmembers slept on deck next to it. But that couldn't get us down and we all worked very hard to get the last provisions aboard with other methods. We also got some help from some local French people we met here and became friends with.

We specially want to thank:

Nicholas Duchein for showing us the island and the help with several dinghy rides.
Nicolas and Manu for help with shopping, car, visas, immigration Rafael - selling his dinghy to us.
Michelle for the use of his dinghy
Pierre for the last minute dinghy ride with our provisions.
Dr Nadav and his wife- for sailing and other advice Dr Domique for checking our medical box and taking care of our captain.
All all at the Pamanzi Bay Yacht Club for their help and the Port Captain and anyone we may have inadvertently missed from this list.

/Niklas

Photos:
1.Mayotte's turtles at play.
2.Beautiful Mayotte with Phoenicia in foreground at anchor.
3.Phoenicia at anchor


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mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

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Die letzte Position der Phoenicia-

unten links in der Ecke liegt Beira in Mozambique-
das nächste Ziel der Phoenicia.

Ein paar Tage wird es also dauern.



.
mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

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Interaktiv!

So langsam bekommt dieser Thread über die Phoenicia ein wenig Eigenleben- entwickelt sich ein bischen kreuz und quer...

Julia Rous:

Wir haben Julia kürzlich (etwas weiter oben hier im Thread) durch die explizit lobende Erwähnung von Nick kennen gelernt.

Sie war in Award dabei, als die Phoenicia sozusagen im Rohbau von den Crewmitgliedern der ersten Etappe fertiggestellt wurde und hat dort offensichtlich äußerst geschickt im Bereich der Takelage mitgewirkt.

Anschließend hat sie die ersten beiden Abschnitte auf dem Schiff mitgemacht.

Julia wird sich möglicherweise später hier noch einbringen- momentan fehlt ihr die Zeit.
Aber zufällig hat sich dann herausgestellt, dass Julia auch Malerin-

und

dies wird ganz besonders Alex erfreuen-

eine große Liebhaberin der ägyptischen Oase Siwa ist.

Und natürlich hat sie den Zauber dieser Oase in ihren Bildern eingefangen.

Ich stelle diese Bilder von Julia gleich in den Siwa- Fred von Alex

viewtopic.php?t=41498&highlight=siwa

Hier eines davon:


Bild



Gruß
Julia



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Zuletzt geändert von mikepiller am Mo 21. Dez 2009, 19:53, insgesamt 1-mal geändert.
Alexander
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von Alexander »

Natürlich freut mich das ganz besonders Micha :-)

Nur zu schade, dass Siwa nicht auf dem Seeweg erreichbar ist.

Weiter oben hast du geschrieben, dass die Crew nur noch aus acht Mann besteht und drei davon sind auch noch seekrank. Sucht die Crew eigentlich noch Seeleute, Abenteurer oder solche, die es gerne werden möchten?

Grüsse
Alexander
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mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

Hi Alex,

ich werde Deine Freude an Julia weitergeben-

und ja (oder nein)- sie haben ja die erhofften 12 bis 16 Mitglieder niemals zusammen gekriegt-

ich hatte gerade kürzlich etwas weiter oben schon vermutet, dass die PR der Phoenicia-
nicht die Crew, die geben offensichtlich wirklich alles-
vielleicht etwas...nachlässig arbeitet?

Ich bin sicher, sie suchen!
Ebenfalls dort (gestern oder vorgestern) oben hatte ich ja das Teilnahmeformular gepostet-
vielleicht hat ja gerade jemand Langeweile.... Lust auf ein Abenteuer...
wie es aussieht wäre eine geplante Diät ebenfalls gut auf der Phoenicia durchzuziehen....

also sollte Deine Frau mit dem Weihnachtsgeschenk nicht absolut glücklich sein ( Staubsauger, Bügeleisen etc. sind dieser Empfindung äußerst dienlich)-

pack die Koffer und hau einfach ab!

30 Grad!
WOW!!!

Und das ist jetzt überhaupt nicht persönlich gemeint sondern wirklich ganz allgemein:
Ich glaube, sie nehmen fast JEDEN!
:D

Gruß Micha
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