Auswärtiges AmtAuswärtiges Amt hat geschrieben:Sudan
Stand 15.02.2023
Letzte Änderungen:
- Aktuelles (Militärputsch und Sicherheitslage; COVID-19)
- Sicherheit (Innenpolitische Lage)
- Gesundheit (Malaria)
Aktuelles
Militärputsch und Sicherheitslage
Nach dem Militärputsch 2021 kann es weiterhin durch das Militär und Demonstranten zu Brücken- und Straßensperren sowie zu Schusswaffeneinsatz durch Sicherheitskräfte kommen.
Landesweit kann es immer wieder zu Großdemonstrationen kommen.COVID-19
- Meiden Sie unbedingt weiträumig größere Menschenansammlungen und Demonstrationen. Bleiben Sie bei angekündigten großen Protesten möglichst an einem sicheren Ort.
- Halten Sie sich an die Anweisungen der Sicherheitsbehörden.
- Informieren Sie sich regelmäßig zur aktuellen Lage über die Medien.
- Registrieren Sie sich in der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts bzw. prüfen Sie, ob Ihre dort hinterlegten Daten aktuell sind.
Einreise
Bestimmungen zur Einreise ändern sich mit der Pandemielage häufig. Bitte informieren Sie sich zusätzlich bei offiziellen Stellen Sudans.
Derzeit gelten keine COVID-19-bedingten Einreisebeschränkungen.
Ausreise und Transit
Ein COVID-19-Test ist für die Ausreise grundsätzlich nicht vorgeschrieben. Abhängig von der genutzten Fluggesellschaft und dem Zielland, kann dieser jedoch verpflichtend sein. Der internationale Flugverkehr findet statt.
Beschränkungen im Land
Derzeit gibt es keine COVID-19-bedingten Beschränkungen im Land.
EmpfehlungenSicherheit
- Achten Sie auf die Einhaltung der AHA-Vorschriften und befolgen Sie zusätzlich die Hinweise lokaler Behörden.
Innenpolitische Lage
Die innenpolitische und wirtschaftliche Lage bleiben nach dem Militärputsch 2021 angespannt. Gewaltsame Auseinandersetzungen und zum Teil erhebliche Verkehrsbehinderungen sind bei Protesten nicht ausgeschlossen.
Wegen Güterknappheit und Anpassung von Subventionen steigen die Preise für Grundnahrungsmittel stetig. Zugleich herrscht eine starke Inflation. Landesweit kann es zu einer Knappheit wichtiger Güter kommen, auch in der Khartum erfassen.
In den Grenzgebieten zu Äthiopien, Libyen, Ägypten und Tschad besteht das Risiko von Zusammenstößen sudanesischer Sicherheitskräfte mit bewaffneten Gruppen.
Die Grenzen zu Eritrea, Äthiopien und Tschad werden regelmäßig geschlossen und sind häufig von Zugangsbeschränkungen durch Sicherheitskräfte betroffen. Auch die Grenzen zu Libyen und der Zentralafrikanischen Republik können jederzeit für längere Zeiträume geschlossen werden.
An der Grenze zu Ägypten ist oft nur der Grenzübergang Assuan/Wadi Halfa geöffnet.
Abseits der Hauptverkehrsroute besteht die Gefahr von Landminen.
Region Darfur
In den fünf Darfur-Bundesstaaten (Zentraldarfur, Ostdarfur, Norddafur, Westdafur und Süddarfur) im Westen des Sudan gibt es vereinzelt gewaltsame Auseinandersetzungen und Banditenunwesen. Es besteht zudem ein sehr hohes Entführungsrisiko.
Reisen nach Darfur bedürfen in jedem Fall der vorherigen Genehmigung der sudanesischen Regierung. Mitarbeiter von Hilfsorganisationen sollten die enge Abstimmung mit den Vereinten Nationen (VN) und der sudanesischen Regierung (HAC, Humanitarian Affairs Commission) suchen, bei Dienst- oder journalistischen Reisen mit der deutschen Botschaft in Khartum und den VN-Vertretungen in Khartum sowie dem VN-Sicherheitsdienst UNDSS.
Südkordofan (inkl. Abyei) Unity State und Blauer Nil
In den Regionen Südkordofan und Blauer Nil kann es zu militärischen Kampfhandlungen kommen.
In der Stadt Abyei und der gleichnamigen Grenzregion zwischen Sudan und Südsudan - die Grenze zwischen beiden Ländern ist umstritten - kann sich die derzeitige Ruhe abhängig von lokalen und regionalen Ereignissen sehr schnell ändern.
Auch in ländlichen Räumen in Südkordofan und Blauer Nil, vor allem in den Nuba-Bergen, kommt es immer wieder zu Kampfhandlungen zwischen Armee und Rebellen.
Nördlicher Sudan
Im nördlichen Sudan, insbesondere für die Pyramiden von Meroe und Karima, ist die Sicherheitslage aufgrund der umfangreichen Militär- und Polizeipräsenz Ägyptens und des Sudan gegenwärtig unter Kontrolle.
Ostsudan
Es kann zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen oder zur Blockade der Straße zwischen Port Sudan und Khartum kommen.Gesundheit
- Seien Sie bei allen Reisen in Sudan besonders vorsichtig.
- nformieren Sie sich über die lokalen Medien.
- Meiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig.
- Verlassen Sie auf dem Weg nach Ägypten die Hauptstrecke nicht.
- Versuchen Sie nicht, Grenzen illegal zu übertreten.
- Meiden Sie das zwischen Sudan und Ägypten umstrittene Hala’ib-Dreieck.
- Planen Sie Reisen im Ostsudan sorgfältig und stimmen Sie sie mit den lokalen Behörden ab.
- Folgen Sie den Anweisungen lokaler Sicherheitskräfte.
Malaria
Malaria wird durch dämmerungs- und nachtaktive Anopheles-Mücken übertragen. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann noch Wochen bis Monate nach Aufenthalt im Risikogebiet ausbrechen, siehe Merkblatt Malaria .In der Sahara besteht ein geringes Malariarisiko, ansonsten besteht in den anderen Landesteilen ganzjährig ein hohes Risiko inklusive Khartum und Port Sudan.
- Stellen Sie sich beim Auftreten von Fieber während oder auch noch Monate nach einer entsprechenden Reise schnellstmöglich beim Arzt vor und weisen Sie ihn auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet hin.
Plasmodium falciparum (Erreger der Malaria tropica) wird in ca. 83 % der Fälle nachgewiesen.
Schützen Sie sich zur Vermeidung von Malaria im Rahmen einer Expositionsprophylaxe konsequent vor Insektenstichen. Speziell sollten Sie auf folgende Punkte achten:Neben der notwendigen Expositionsprophylaxe ist ganzjährig und landesweit eine Chemoprophylaxe (Tabletteneinnahme) sinnvoll. Hierfür sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z. B. Atovaquon-Proguanil, Doxycyclin, Mefloquin) auf dem deutschen Markt erhältlich.
- Tragen Sie körperbedeckende, helle Kleidung (lange Hosen, lange Hemden).
- Applizieren Sie wiederholt Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen, tagsüber (Dengue) sowie in den Abendstunden und nachts (Malaria).
- Schlafen Sie ggf. unter einem imprägnierten Moskitonetz.
- Besprechen Sie die Auswahl der Medikamente und deren persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten vor der Einnahme mit einem Tropenmediziner oder Reisemediziner.
- Die Mitnahme eines ausreichenden Vorrats wird empfohlen.
Gruß
Birgitt




