nachdem ich die Wüstenschiff-Beiträge als Vorbereitung für unsere Marokko-Tour durchstöberte und nun der Reisebericht von dieser Tour online steht, möchte ich mich hier mit einem Auszug verewigen. Mit einem klitzekleinen Auszug. Wer mehr möchte, den bitte ich höflichst auf unsere Homepage zu wandern:
Der Bereich Marokko ist ab sofort auf http://www.bikerdream.de online.
Und auch der Video-Trailer der Tour steht seit Kürze auf YouTube.
Von 3°C Tiefsttemperatur bis 32°C erleben wir ein großes Temperaturspektrum. Am Anfang der Tour beeindruckt uns das Rifgebirge mit seinem satten Grün, das vor allem im östlichen Bereich von ausgedehnten Hanfplantagen auf terrassierten Hängen gestaltet wird und das Städtchen Chefchaouen mit seinem Blaulichtviertel.
Wir starten in Genua, wo wir auf die Fährfahrt nach Tanger mit der Grandi Navi Veloci gebucht haben. Mit uns nutzen viele Marokkaner die Fähre. Dort lernen wir Thomas, Josef & Judith kennen und beschließen, einige Zeit in Marokko zusammen zu fahren. Die heftigst überladenen Autos haben große Not, die schmierige Rampe mit ihren Stolperstellen am Übergang zwischen Schiff und Kai zu bewältigen. Ein Transporter reißt sich bei der Aktion den Auspuff ab. Ein anderer bleibt auf halber Strecke auf der steilen Rampe liegen und wird mit einem Zugfahrzeug nach oben geschleppt. Ein weißer Kastenwagen quietscht auf einem absolut platten Reifen nach oben.

Wir schippern zwei Tage lang über das große Meer und wenden uns in Marokko erstmal westwärts Richtung Rifgebirge.

Nach Chefchaouen nehmen wir nicht die direkte Route landeinwärts, sondern weiterhin die landschaftlich reizvollere N16. Sie windet sich kurvenreich mit den geografischen Gegebenheiten am Meer entlang und folgt zahlreichen Taleinschnitten und Flussmündungen landwärts mit schönen Kurven hinauf und auf der anderen Talseite wieder hinunter. Wir bereuen diesen Entschluß relativ bald.
Die Straße ist zwar theoretisch eine normale Asphaltstraße, praktisch jedoch eine 80 km lange Großbaustelle und bietet einen Enduro-Hindernisparcour mit Schlaglöchern, Schotter, Asphaltresten, Modder, Schlamm und – gelegentlich zur Abwechslung – viel Staub. Um diesen zu verhindern fährt dann ein Sprengwagen vor uns her, um den Staub wieder in Schlamm zu verwandeln.
Am Abend vor unserer Abreise in Chefchaouen trafen wir zwei italienische Paare mit zwei BMWs, die sich besorgt nach den Befindlichkeiten der Straße nach Fes erkundigten („Very dangerous?“).

Tage später... Die Fahrt über den Mittleren Atlas wird uns in Erinnerung bleiben. Und das Ganze bei Tiefsttemperaturen von streckenweise nur 3 °C — bei Thomas meldete das Bordsystem Glatteisgefahr!
Wir trinken einen Tee nach dem anderen und die Männer versuchen ihre pitschnassen Füsse trockenzulegen, indem sie sie statt in Socken in Tüten stecken. Nachdem wir uns eine halbe Stunde lang getrocknet und mit heißem Tee einigermaßen auf Betriebstemperatur gebracht haben, sind sämtliche Fenster der Tankstelle bis obenhin beschlagen. Ein anderer Gast wischt sich gerade ein Gucklock nach draußen trocken, als wir den Gastraum verlassen. Thomas meint später nach Ankunft in Midelt, daß er in den letzten 20 Jahren nicht so gefroren hat wie auf dieser Fahrt!
Den Siff im Rücken, das Wasser in den Stiefeln, das schöne Wetter voraus:



Wenig später sandeln wir durch die Erg Chebbi und bald geht es weiter in den Hohen Atlas. Bei dieser Fahrt lernen wir, was Sandwind ist. Streckenweise sieht es aus wie im Winter, wenn der frostige Wind feinen Schnee horizontal über die Fahrbahn weht. Nur daß es hier Sand ist. Und daß auch die Luft voll Sand ist. Wir halten die Szenerie und die gelbe Luft, die die Sicht ziemlich einschränkt, mit der Videokamera nur anfangs mal fest, dann verschwindet die Kamera gut verpackt im Koffer, bevor der Sand die Optik sämtlichen Fotogeräts in Mitleidenschaft zieht.
Nachfolgend eines der wenigen Fotos aus der Videokamera. Da wo es richtig geweht hat, haben wir uns allerdings nicht getraut das optische Gerät zu benutzen:



Das alles war jetzt nur ein klitzekleiner Auszug. Und nur von den ersten Tagen. Wer mehr lesen und sehen mag, klickt einfach mal auf unsere Homepage http://www.bikerdream.de - da ist der Reisebericht in Regionen gegliedert zu sehen oder als PDF (mit Fotos) downloaden.
Auf Youtube gibt es dazu wie erwähnt noch einen Videotrailer - reichlich 8min einer dreieinhalbwöchigen Tour - das war ganz schön schwer zu kürzen! Fragt nicht, wieviel Rohmaterial wir heimbrachten!
Wir wünschen viel Spaß beim Stöbern.
LG
Elke




