Fern im Osten
Moderator: Moderatoren
Re: Fern im Osten
Aus bekannten Gründen steht in Hiroshima nichts was älter als 80 Jahre ist. Mit dieser einen Ausnahme. Der Besuch des Peace Memorial Museum, das die Folgen des Atombombenabwurfs drastisch verdeutlicht, macht betroffen.
Die Flamme im Peace Memorial Park soll erlöschen, nachdem die letzte Atombombe vernichtet worden ist. Ich fürchte, sie muss noch lange brennen.
Es ist Ostersonntag. Vielleicht ist in Hiroshimas Mahnen zum Frieden eine Osterbotschaft hinter dem schrecklichen 6. August 1945 erkennbar.
Die Flamme im Peace Memorial Park soll erlöschen, nachdem die letzte Atombombe vernichtet worden ist. Ich fürchte, sie muss noch lange brennen.
Es ist Ostersonntag. Vielleicht ist in Hiroshimas Mahnen zum Frieden eine Osterbotschaft hinter dem schrecklichen 6. August 1945 erkennbar.
Re: Fern im Osten
Heute wieder leichtere Kost. Ein Boot fährt von Hiroshima in einer dreiviertel Stunde zur Insel Miyajima, wo eines der bekanntesten Postkartenmotive Japans darauf wartet, abgelichtet zu werden: der Itsukushima-Schrein mit seinem Shinto-Tor im Wasser.
Aber auch eine kleine Bergtour auf den Mount Misen kann man unternehmen, immerhin 553 Meter hoch. Gut geeignet, um den Kopf wieder frei zu bekommen.
Zugegeben habe ich für einen Teil des Anstiegs die Seilbahn genommen. Japaner können ja viel, aber Seilbahntechnik gehört nicht dazu. Ich hatte ein bisschen Angst, ehrlich gesagt.
Hungrige Sikahirsche gibt es auch wieder.
Nachmittags kommt die Flut.
Aber auch eine kleine Bergtour auf den Mount Misen kann man unternehmen, immerhin 553 Meter hoch. Gut geeignet, um den Kopf wieder frei zu bekommen.
Zugegeben habe ich für einen Teil des Anstiegs die Seilbahn genommen. Japaner können ja viel, aber Seilbahntechnik gehört nicht dazu. Ich hatte ein bisschen Angst, ehrlich gesagt.
Hungrige Sikahirsche gibt es auch wieder.
Nachmittags kommt die Flut.
Re: Fern im Osten
Ich trete meine letzte Fahrt mit dem Shinkansen an, schade eigentlich, so ein toller Zug.
Mein Ziel ist Fukuoka auf der Insel Kyushu, ganz im Süden und Westen Japans und am nächsten zum asiatischen Festland gelegen, wodurch Insel und Stadt schon früh chinesischem, koreanischem und auch europäischen Einfluss ausgesetzt waren.
In der Stadt finden sich ein paar Altstadtreste und Tempel, aber nicht allzu spannend. Darum belasse ich es bei diesem kleinen Buddha im Regen.
Spannend muss aber das Fest des Kushida-Schreines im Juli sein, wo hunderte Männer solche fast eine Tonne schweren "Trage-Berge" über 5 Kilometer rennend um die Wette tragen.
Der Regen treibt mich ins kostenlose Museum für asiatische Kunst, wohl das einzige seiner Art, das sich nur auf asiatische Kunst spezialisiert.
Und noch was Nettes auf der Straße.
Mein Ziel ist Fukuoka auf der Insel Kyushu, ganz im Süden und Westen Japans und am nächsten zum asiatischen Festland gelegen, wodurch Insel und Stadt schon früh chinesischem, koreanischem und auch europäischen Einfluss ausgesetzt waren.
In der Stadt finden sich ein paar Altstadtreste und Tempel, aber nicht allzu spannend. Darum belasse ich es bei diesem kleinen Buddha im Regen.
Spannend muss aber das Fest des Kushida-Schreines im Juli sein, wo hunderte Männer solche fast eine Tonne schweren "Trage-Berge" über 5 Kilometer rennend um die Wette tragen.
Der Regen treibt mich ins kostenlose Museum für asiatische Kunst, wohl das einzige seiner Art, das sich nur auf asiatische Kunst spezialisiert.
Und noch was Nettes auf der Straße.
Re: Fern im Osten
Für eine Rundfahrt um die Insel Kyushu habe ich mir nochmal ein Auto gemietet, das hier im schönen Pinienwald am Strand von Karatsu parkt.
Nagasaki ereilte 3 Tage später das gleiche Schicksal wie Hiroshima, aber die Gedenkstätten zum Atombombenabwurf erspare ich mir diesmal. Stattdessen schaue ich mir Kolonialgeschichte an. Japan hat sich im 17. Jahrhundert unter den Tokugawa-Shogunen sehr von der Außenwelt abgeschottet, das Christentum verboten, Missionare verfolgt, und im Land befindliche Portugiesen auf einer künstlich aufgeschüttete Insel namens Dejima vor Nagasaki interniert. Die Holländer wurden zur gleichen Zeit durch Außenhandel stinkreich, wie man in Amsterdam sehen kann, und die durften schließlich auf dieser kleinen Insel als einzige einen Handelsposten betreiben, der z.B. Zucker und Kupfer aus Japan nach Europa holte, während die Japaner scharf auf europäisches Porzellan waren. Diese einzige Verbindung zum Rest der Welt bestand bis 1859 und ist in diesem Zustand als Museum wieder aufgebaut.
Nach 1859 war Nagasaki auch wichtiger Hafen für Handel mit China, so entstand eine Chinatown.
Der Vulkan Unzen macht seinen eigenen Nebel. Nach Schwefel stinkende Gase und Wasserdampf aus einer unterirdischen Magmakammer treten zischend und blubbernd an die Oberfläche.
Die Hotels leiten sich das heiße Wasser in ihre Onsen.
Ich hab's japanisch gemütlich in einem davon. Vor dem Fenster fließt der Schwefelbach, ich lasse es besser zu.
Nagasaki ereilte 3 Tage später das gleiche Schicksal wie Hiroshima, aber die Gedenkstätten zum Atombombenabwurf erspare ich mir diesmal. Stattdessen schaue ich mir Kolonialgeschichte an. Japan hat sich im 17. Jahrhundert unter den Tokugawa-Shogunen sehr von der Außenwelt abgeschottet, das Christentum verboten, Missionare verfolgt, und im Land befindliche Portugiesen auf einer künstlich aufgeschüttete Insel namens Dejima vor Nagasaki interniert. Die Holländer wurden zur gleichen Zeit durch Außenhandel stinkreich, wie man in Amsterdam sehen kann, und die durften schließlich auf dieser kleinen Insel als einzige einen Handelsposten betreiben, der z.B. Zucker und Kupfer aus Japan nach Europa holte, während die Japaner scharf auf europäisches Porzellan waren. Diese einzige Verbindung zum Rest der Welt bestand bis 1859 und ist in diesem Zustand als Museum wieder aufgebaut.
Nach 1859 war Nagasaki auch wichtiger Hafen für Handel mit China, so entstand eine Chinatown.
Der Vulkan Unzen macht seinen eigenen Nebel. Nach Schwefel stinkende Gase und Wasserdampf aus einer unterirdischen Magmakammer treten zischend und blubbernd an die Oberfläche.
Die Hotels leiten sich das heiße Wasser in ihre Onsen.
Ich hab's japanisch gemütlich in einem davon. Vor dem Fenster fließt der Schwefelbach, ich lasse es besser zu.
Re: Fern im Osten
Auf einen der Gipfel des Unzen führt eine Seilbahn.
Der Unzen gilt als einer der gefährlichsten Vulkane der Welt. Bei einem Ausbruch 1792 kamen 15.000 Menschen ums Leben. Erneut aktiv war er von 1990 bis 1995, mit einem explosiven Ausbruch mit pyroklastischen Strömen 1991, wodurch trotz Vorwarnung 43 Menschen ums Leben kamen und 12.000 evakuiert wurden. Ein neuer Gipfel hat sich dabei um 200 Meter aufgetürmt.
Ungeachtet dessen ist der Blick ins Tal und auf die Hotelsiedlung bei den heißen Quellen großartig.
Der Unzen liegt am Ende einer Halbinsel. Bei der Flucht hilft eine Fähre.
Der Unzen gilt als einer der gefährlichsten Vulkane der Welt. Bei einem Ausbruch 1792 kamen 15.000 Menschen ums Leben. Erneut aktiv war er von 1990 bis 1995, mit einem explosiven Ausbruch mit pyroklastischen Strömen 1991, wodurch trotz Vorwarnung 43 Menschen ums Leben kamen und 12.000 evakuiert wurden. Ein neuer Gipfel hat sich dabei um 200 Meter aufgetürmt.
Ungeachtet dessen ist der Blick ins Tal und auf die Hotelsiedlung bei den heißen Quellen großartig.
Der Unzen liegt am Ende einer Halbinsel. Bei der Flucht hilft eine Fähre.
Re: Fern im Osten
Nach diesem deftigen Frühstück, von dem ich gar nicht wusste, dass ich es so bestellt hatte, bin ich gestärkt für den nächsten Vulkan.
Der Aso ist eine große Caldera von 18 km Breite und 25 km Länge, die durch vier große Vulkanausbrüche vor 300.000 bis 90.000 Jahren entstanden ist. In der Talsohle der Caldera liegt heute das kleine Städtchen Aso mit 50.000 Einwohnern. In der Mitte entstand dieser neue Vulkan, der aussieht, wie ein liegender Buddha und dessen Krater Nakadake einer der aktivsten Japans ist. Es führt eine Straße hoch, da will ich hin.
Auf den Wiesen unterhalb des Vulkans wird tatsächlich Almwirtschaft betrieben.
Da ist er, der Krater Nakadake mit einer grünen Giftsuppe am Grund, 60 Grad heißes schwefelsaures Wasser.
Man sieht es auf den Foto nicht, aber die rote Lampe brennt. Kümmert aber keinen, hm. Allerdings fangen die Leute an zu husten. Aber der Wind dreht sich schnell wieder.
Ich erspähe Menschen am Grat oberhalb des Kraters. Wie kommt man da hin? Ganz ungeplant entsteht daraus eine dreistündige Bergtour, diesmal ohne Seilbahn. Es gab mal eine, aber der hat der letzte Ausbruch 2019 den finalen Garaus gemacht, nachdem sie schon seit 2014 nicht mehr fuhr.
Zuerst vorbei an einer Wüste (!) aus schwarzen Sand …
… geht der Weg steinig und steil nach oben auf den Grat.
Von wo man die Krater, insgesamt sind es vier, von oben sehen kann.
Der zugige Gipfel des Mount Nakadake auf 1506 Metern ist erreicht.
Nun dampft der Krater plötzlich viel mehr als heute Vormittag.
Also muss ich nach dem Abstieg nochmal hin zum Rand. Die Warnlampe ist jetzt übrigens blau und heute morgen noch gesperrte Wege sind offen.
Nach einem letzten Blick zurück von weiter unten liegen noch 2 Stunden Autofahrt vor mir. Das war ein sehr beeindruckender Tag auf dem Vulkan.
Der Aso ist eine große Caldera von 18 km Breite und 25 km Länge, die durch vier große Vulkanausbrüche vor 300.000 bis 90.000 Jahren entstanden ist. In der Talsohle der Caldera liegt heute das kleine Städtchen Aso mit 50.000 Einwohnern. In der Mitte entstand dieser neue Vulkan, der aussieht, wie ein liegender Buddha und dessen Krater Nakadake einer der aktivsten Japans ist. Es führt eine Straße hoch, da will ich hin.
Auf den Wiesen unterhalb des Vulkans wird tatsächlich Almwirtschaft betrieben.
Da ist er, der Krater Nakadake mit einer grünen Giftsuppe am Grund, 60 Grad heißes schwefelsaures Wasser.
Man sieht es auf den Foto nicht, aber die rote Lampe brennt. Kümmert aber keinen, hm. Allerdings fangen die Leute an zu husten. Aber der Wind dreht sich schnell wieder.
Ich erspähe Menschen am Grat oberhalb des Kraters. Wie kommt man da hin? Ganz ungeplant entsteht daraus eine dreistündige Bergtour, diesmal ohne Seilbahn. Es gab mal eine, aber der hat der letzte Ausbruch 2019 den finalen Garaus gemacht, nachdem sie schon seit 2014 nicht mehr fuhr.
Zuerst vorbei an einer Wüste (!) aus schwarzen Sand …
… geht der Weg steinig und steil nach oben auf den Grat.
Von wo man die Krater, insgesamt sind es vier, von oben sehen kann.
Der zugige Gipfel des Mount Nakadake auf 1506 Metern ist erreicht.
Nun dampft der Krater plötzlich viel mehr als heute Vormittag.
Also muss ich nach dem Abstieg nochmal hin zum Rand. Die Warnlampe ist jetzt übrigens blau und heute morgen noch gesperrte Wege sind offen.
Nach einem letzten Blick zurück von weiter unten liegen noch 2 Stunden Autofahrt vor mir. Das war ein sehr beeindruckender Tag auf dem Vulkan.
Re: Fern im Osten
Eine skurrile Attraktion sind die "sieben Höllen" von Beppu: blubbernde, zischende, sprudelnde heiße Quellen in allen Farben mitten in der Stadt mit Parks, Rummel, Souvenirläden und Krokodilzoo drum herum.
Sogar ein Geysir ist dabei, der alle 30 bis 40 Minuten für 6 bis 10 Minuten Dauer ausbricht.
Aber auch Paradiesisches gibt es neben den Höllen.
Ich kann es nicht lassen und fahre ein letztes Mal japanische Seilbahn, um von 1300 Metern Höhe diesen weiten Blick auf die Bucht von Beppu zu genießen, bevor ich nach zwei Stunden Fahrt zurück nach Fukuoka das Auto wieder abgebe, Wäsche wasche und mich auf meine nächste Etappe vorbereite.
Kyushus Natur, Vulkane und Onsen waren ein wunderschöner und erholsamer Abschluss meiner Tour durch Japan, bevor es in die nächste Mega-City geht.
Sogar ein Geysir ist dabei, der alle 30 bis 40 Minuten für 6 bis 10 Minuten Dauer ausbricht.
Aber auch Paradiesisches gibt es neben den Höllen.
Ich kann es nicht lassen und fahre ein letztes Mal japanische Seilbahn, um von 1300 Metern Höhe diesen weiten Blick auf die Bucht von Beppu zu genießen, bevor ich nach zwei Stunden Fahrt zurück nach Fukuoka das Auto wieder abgebe, Wäsche wasche und mich auf meine nächste Etappe vorbereite.
Kyushus Natur, Vulkane und Onsen waren ein wunderschöner und erholsamer Abschluss meiner Tour durch Japan, bevor es in die nächste Mega-City geht.
Re: Fern im Osten
Ich habe Japan verlassen und bin von Fukuoka nach Seoul geflogen. Die Autos fahren wieder rechts und sind meist größer, aus den Steckdosen kommen wieder 220 Volt und die Preise haben eine Null mehr (1 Euro = 160 Yen = 1600 Won).
Zebrastreifen mit Sonnenschirm zum Warten sehe ich in Seoul zum ersten Mal. Seoul hat zwar auch fast 10 Millionen Einwohner und der Großraum 25 Millionen. Aber das touristisch interessante Zentrum ist angenehm kompakt und von Hügeln umgeben, kein Vergleich zu Tokio. Die Stadt gefällt mir sehr gut.
In Seoul geht es lauter zu als in Japan. Autos hupen mehr (weil Fußgänger auch eher mal bei rot oder abseits vom Zebrastreifen die Straße überqueren) und an vielen Ecken tun politische Parteien oder religiöse Prediger lautstark ihre Botschaften kund.
Buddhas Geburtstag wirft seine Schatten voraus, überall stoße ich auf Festivitäten, wie zum Beispiel eine abendliche Parade mit Trommeln, Blasmusik, Tänzerinnen und einem Drachen.
Anderntags geht es bunt weiter. Bei diesem Tempel wurde ein Buddha auf einem Elefanten unter einem Lampion- und Wünsche-Zettel-Himmel aufgeblasen.
Am Palast der strahlenden Glückseligkeit (Gyeongbokgung) findet das K-Royal Culture Festival statt. Eine farbenfrohe Aufführung in den verschiedenen Höfen des Palasts jagt die andere, das Goldene Zeitalter Koreas unter König Sejong (1418 bis 1450) lebt wieder auf.
Vor der großen Halle richtet der König weise Worte an sein Volk.
Die Königin gibt ein Bankett für alte Leute (und Touristen, die dazu gebeten werden).
Der König lässt sich Kampfkunst demonstrieren.
Im Bukchon Hanok Village ballen sich die Menschen wie in Kyoto. Überall sind Schilder, dass das ein Wohngebiet ist und man die Anwohner nicht stören soll. Der Besitzer des Hauses am höchsten Punkt hat aus der Not eine Tugend gemacht und lässt sich seine Aussicht versilbern.
Der 236 Meter hohe Seoul Tower wurde 1969-1975 auf dem gefühlt höchsten Berg der Stadt erbaut, was meiner Fitness zugute kommt.
Dort oben geht der Tag zu Ende. Runter fahre ich Bus. Eine Seilbahn gäbe es auch.
Danach es bleibt noch das Problem zu lösen, wie man Meeresfrüchte mit Stäbchen knackt.
Zebrastreifen mit Sonnenschirm zum Warten sehe ich in Seoul zum ersten Mal. Seoul hat zwar auch fast 10 Millionen Einwohner und der Großraum 25 Millionen. Aber das touristisch interessante Zentrum ist angenehm kompakt und von Hügeln umgeben, kein Vergleich zu Tokio. Die Stadt gefällt mir sehr gut.
In Seoul geht es lauter zu als in Japan. Autos hupen mehr (weil Fußgänger auch eher mal bei rot oder abseits vom Zebrastreifen die Straße überqueren) und an vielen Ecken tun politische Parteien oder religiöse Prediger lautstark ihre Botschaften kund.
Buddhas Geburtstag wirft seine Schatten voraus, überall stoße ich auf Festivitäten, wie zum Beispiel eine abendliche Parade mit Trommeln, Blasmusik, Tänzerinnen und einem Drachen.
Anderntags geht es bunt weiter. Bei diesem Tempel wurde ein Buddha auf einem Elefanten unter einem Lampion- und Wünsche-Zettel-Himmel aufgeblasen.
Am Palast der strahlenden Glückseligkeit (Gyeongbokgung) findet das K-Royal Culture Festival statt. Eine farbenfrohe Aufführung in den verschiedenen Höfen des Palasts jagt die andere, das Goldene Zeitalter Koreas unter König Sejong (1418 bis 1450) lebt wieder auf.
Vor der großen Halle richtet der König weise Worte an sein Volk.
Die Königin gibt ein Bankett für alte Leute (und Touristen, die dazu gebeten werden).
Der König lässt sich Kampfkunst demonstrieren.
Im Bukchon Hanok Village ballen sich die Menschen wie in Kyoto. Überall sind Schilder, dass das ein Wohngebiet ist und man die Anwohner nicht stören soll. Der Besitzer des Hauses am höchsten Punkt hat aus der Not eine Tugend gemacht und lässt sich seine Aussicht versilbern.
Der 236 Meter hohe Seoul Tower wurde 1969-1975 auf dem gefühlt höchsten Berg der Stadt erbaut, was meiner Fitness zugute kommt.
Dort oben geht der Tag zu Ende. Runter fahre ich Bus. Eine Seilbahn gäbe es auch.
Danach es bleibt noch das Problem zu lösen, wie man Meeresfrüchte mit Stäbchen knackt.
Re: Fern im Osten
Auf dem Namdaemun-Markt gibt es allerlei für den täglichen Bedarf zu kaufen. Z.B. Fisch.
Obst.
Gewänder.
Heimtextilien.
Eingelegte Ginseng-Wurzeln.
Der Palast der blühenden Tugend (Changdeokgung) war Wohnpalast der königlichen Familie und ist der am besten im Originalzustand erhaltene Palast der Stadt.
Die Halle der Verbreitung der Regierung (Seonjeongjeon) ist mit besonders teuren, den Königen vorbehaltenen, blauglasierten Ziegeln gedeckt.
Im Kontrast dazu steht die futuristische Dongdaemun Design Plaza.
Obst.
Gewänder.
Heimtextilien.
Eingelegte Ginseng-Wurzeln.
Der Palast der blühenden Tugend (Changdeokgung) war Wohnpalast der königlichen Familie und ist der am besten im Originalzustand erhaltene Palast der Stadt.
Die Halle der Verbreitung der Regierung (Seonjeongjeon) ist mit besonders teuren, den Königen vorbehaltenen, blauglasierten Ziegeln gedeckt.
Im Kontrast dazu steht die futuristische Dongdaemun Design Plaza.
Re: Fern im Osten
Ein einerseits ernstes und unvermeidliches Thema: die Teilung Koreas. Andererseits wissen es die Koreaner gut zu vermarkten und bieten Touren in die sogenannte DMZ, die Demilitarisierte Zone an. Unzählige Reisebusse aus Seoul machen sich auf den Weg von etwa einer Stunde Fahrt. Nachdem im Koreakrieg 1950 bis 1953 zuerst die Nordkoreaner fast ganz Südkorea und dann umgekehrt Südkorea mit Hilfe der USA und der UN fast ganz Nordkorea eingenommen hatten, hat sich nach Eingreifen von China eine Waffenstillstandslinie fast an der Ausgangsposition zementiert. Dort wurde eine demilitarisierte Zone von jeweils 2 Kilometern Breite des Nordens und des Südens eingerichtet.
Im Südteil dürfen die Touristen nach Passkontrolle diverse Denkmäler besuchen und versuchen, die beiden Hälften des Landes wieder zusammenzuschieben, einer nordkoreanischen Überläuferin zuhören und Fragen stellen, von einem Aussichtspunkt die beiden hochaufragenden Flaggenmasten (160 Meter im Norden, 100 Meter im Süden) erspähen (aber leider nicht fotografieren), …
... einen nordkoreanischen Infiltrationstunnel 70 Meter unter der Erde 350 Meter weit begehen (aber leider nicht fotografieren) und im Supermarkt eines Dorfes in der DMZ dessen landwirtschaftliche Produkte sowie allerlei Souvenirs erstehen. Die Sicherheitszone, wo die Baracken direkt auf der Grenze stehen und Trump und Kim sich getroffen hatten, ist aktuell nicht zugänglich. Das ganze ist zwiespältig. Der Rummel ist der Situation meiner Meinung nach nicht angemessen. Das wenige Geld, das mich die Tour gekostet hat, ist ein Monatslohn in Nordkorea. Die Leute hungern und werden eingesperrt, und es ist kein Ende dieses Regimes in Sicht. Die hier überall beschworene Wiedervereinigung scheint utopisch. Wobei man das in den 1980er Jahren in Deutschland auch gedacht hatte.
Nach der Tour bleibt noch Zeit für das kostenlose aber etwas monströse Nationalmuseum in Seoul.
Abends trifft sich die halbe Stadt zum Picknicken am Han-Fluss im Yeouido Hangang Park. Es gibt Decken und Lampen zu leihen, und Hähnchen und anderlei Leckereien an Straßenständen zu kaufen. Es ist ein richtig lauer Abend heute.
Im Südteil dürfen die Touristen nach Passkontrolle diverse Denkmäler besuchen und versuchen, die beiden Hälften des Landes wieder zusammenzuschieben, einer nordkoreanischen Überläuferin zuhören und Fragen stellen, von einem Aussichtspunkt die beiden hochaufragenden Flaggenmasten (160 Meter im Norden, 100 Meter im Süden) erspähen (aber leider nicht fotografieren), …
... einen nordkoreanischen Infiltrationstunnel 70 Meter unter der Erde 350 Meter weit begehen (aber leider nicht fotografieren) und im Supermarkt eines Dorfes in der DMZ dessen landwirtschaftliche Produkte sowie allerlei Souvenirs erstehen. Die Sicherheitszone, wo die Baracken direkt auf der Grenze stehen und Trump und Kim sich getroffen hatten, ist aktuell nicht zugänglich. Das ganze ist zwiespältig. Der Rummel ist der Situation meiner Meinung nach nicht angemessen. Das wenige Geld, das mich die Tour gekostet hat, ist ein Monatslohn in Nordkorea. Die Leute hungern und werden eingesperrt, und es ist kein Ende dieses Regimes in Sicht. Die hier überall beschworene Wiedervereinigung scheint utopisch. Wobei man das in den 1980er Jahren in Deutschland auch gedacht hatte.
Nach der Tour bleibt noch Zeit für das kostenlose aber etwas monströse Nationalmuseum in Seoul.
Abends trifft sich die halbe Stadt zum Picknicken am Han-Fluss im Yeouido Hangang Park. Es gibt Decken und Lampen zu leihen, und Hähnchen und anderlei Leckereien an Straßenständen zu kaufen. Es ist ein richtig lauer Abend heute.
Re: Fern im Osten
Genug Großstadt. Ich will raus aufs Land. Dafür miete ich mir ein kleines kompaktes Autolein.
Stattdessen werde ich im Parkhaus zu diesem Schlachtschiff geführt. In Korea fahren deutlich mehr große Autos als in Japan.
In strömendem Regen krieche ich eine Stunde lang im Stop and Go vierspurig aus der Stadt heraus.
Auch auf der Autobahn durch die Berge wird es nicht besser. Eine weitere Stunde geht es sehr zähflüssig voran und an der Autobahnraststätte ist die Hölle los. Das hab ich wohl schlecht getimt, offensichtlich fahren 10 Millionen Seouler*innen ins lange Wochenende.
Aber eine kleine Abendrunde im Seoraksan-Nationalpark und die Aussicht auf besseres Bergwetter morgen versöhnen mich wieder mit dem bis dahin eher bescheidenen Tag.
Die Lampions sind aufgehängt, alles ist vorbereitet. Buddhas Geburtstag kann kommen.
Ich bekomme sogar noch eine hiesige Bergziege, einen Langschwanzgoral, vor die Linse. Laut Wikipedia gibt es davon in Südkorea nur noch 250.
Wie vorhergesagt, herrscht anderntags bestes Bergwetter. Ich steige zwei Stunden dort hinauf auf den Ulsanbawi Rock.
Das letzte Stück führen Treppen an den steilen Granitwänden hoch.
Die Aussicht in alle Richtungen ist grandios.
Nach Rückkehr ins Tal fahre ich mit einer Seilbahn nochmal auf einen Berg auf der anderen Seite. Die Seilbahn ist made in Switzerland, da fühle ich mich doch gleich sicherer als in japanischen Seilbahnen.
Auf dem Felsplateau tummeln sich die Koreaner im langen Wochenende.
Die Aussicht ist auch hier klasse. Leider zieht es schon wieder zu.
Ich übernachte heute mal am Meer und spaziere des Abends ein Stück am Strand. Hier in Gangneung haben bei der Winterolympiade 2018 die Eissportwettbewerbe stattgefunden.
Stattdessen werde ich im Parkhaus zu diesem Schlachtschiff geführt. In Korea fahren deutlich mehr große Autos als in Japan.
In strömendem Regen krieche ich eine Stunde lang im Stop and Go vierspurig aus der Stadt heraus.
Auch auf der Autobahn durch die Berge wird es nicht besser. Eine weitere Stunde geht es sehr zähflüssig voran und an der Autobahnraststätte ist die Hölle los. Das hab ich wohl schlecht getimt, offensichtlich fahren 10 Millionen Seouler*innen ins lange Wochenende.
Aber eine kleine Abendrunde im Seoraksan-Nationalpark und die Aussicht auf besseres Bergwetter morgen versöhnen mich wieder mit dem bis dahin eher bescheidenen Tag.
Die Lampions sind aufgehängt, alles ist vorbereitet. Buddhas Geburtstag kann kommen.
Ich bekomme sogar noch eine hiesige Bergziege, einen Langschwanzgoral, vor die Linse. Laut Wikipedia gibt es davon in Südkorea nur noch 250.
Wie vorhergesagt, herrscht anderntags bestes Bergwetter. Ich steige zwei Stunden dort hinauf auf den Ulsanbawi Rock.
Das letzte Stück führen Treppen an den steilen Granitwänden hoch.
Die Aussicht in alle Richtungen ist grandios.
Nach Rückkehr ins Tal fahre ich mit einer Seilbahn nochmal auf einen Berg auf der anderen Seite. Die Seilbahn ist made in Switzerland, da fühle ich mich doch gleich sicherer als in japanischen Seilbahnen.
Auf dem Felsplateau tummeln sich die Koreaner im langen Wochenende.
Die Aussicht ist auch hier klasse. Leider zieht es schon wieder zu.
Ich übernachte heute mal am Meer und spaziere des Abends ein Stück am Strand. Hier in Gangneung haben bei der Winterolympiade 2018 die Eissportwettbewerbe stattgefunden.
Zuletzt geändert von WolfgangA am Mi 7. Mai 2025, 17:02, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Fern im Osten
Erneut viel Autofahrerei im Regen. Die Koreaner fahren ziemlich aggressiv, auf Japans Autobahnen ging es entspannter zu. Spurenslalom über durchgezogene Linien, Lichthupenkrieg auf der Überholspur und zu schnell sowieso, das Navi kennt ja alle Blitzer. Google Maps zum Navigieren funktioniert übrigens in Korea aus Datensicherheitsgründen nicht. Aber die hiesige Navigations-App zeigt den Weg genauso gut.
Koreanische Pfannkuchen werden mit Schere serviert, um sie in essstäbchengerechte Stücke zu zerteilen. Messer und Gabel waren schon auch eine kluge Erfindung.
Das Dorf Hahoe bei Andong war das Dorf des Ryu-Klans, einer einflussreichen Familie in der Region, und wurde bereits im 13. Jahrhundert in einer Flussschleife erbaut. Sein Erhaltungszustand machte es zum UNESCO Weltkulturerbe. Es ist kein Museum, sondern wird von 500 Menschen bewohnt. Aber von viel mehr täglich besucht.
Der hiesige Maskentanz Hahoe Byeolsingut Talnori wird aufgeführt. In der Szene schlachtet der Fleischer ein Rind und schneidet ihm Herz und Hoden heraus, offensichtlich mit viel Komik, das koreanische Publikum lacht herzlich. Mit Stierhoden lassen sich offensichtlich weltweit Zoten reißen.
Fast wie heimische schwäbisch-alemannische Fasnet.
Koreanische Pfannkuchen werden mit Schere serviert, um sie in essstäbchengerechte Stücke zu zerteilen. Messer und Gabel waren schon auch eine kluge Erfindung.
Das Dorf Hahoe bei Andong war das Dorf des Ryu-Klans, einer einflussreichen Familie in der Region, und wurde bereits im 13. Jahrhundert in einer Flussschleife erbaut. Sein Erhaltungszustand machte es zum UNESCO Weltkulturerbe. Es ist kein Museum, sondern wird von 500 Menschen bewohnt. Aber von viel mehr täglich besucht.
Der hiesige Maskentanz Hahoe Byeolsingut Talnori wird aufgeführt. In der Szene schlachtet der Fleischer ein Rind und schneidet ihm Herz und Hoden heraus, offensichtlich mit viel Komik, das koreanische Publikum lacht herzlich. Mit Stierhoden lassen sich offensichtlich weltweit Zoten reißen.
Fast wie heimische schwäbisch-alemannische Fasnet.
Re: Fern im Osten
Nach den gestrigen 450 Kilometern - Korea ist größer als ich dachte - haben das Auto und der Fahrer heute Pause. Gyeongju war von 57 v.Chr. bis 935 n.Chr. fast 1000 Jahre lang die Hauptstadt des Königreichs Silla, das im 7. Jahrhundert die Nachbarkönigreiche im Norden und Westen besiegte und somit ganz Korea beherrschte. Nichts ist jedoch von Dauer, Silla wurde von anderen Dynastien abgelöst und die Stadt geriet in Bedeutungslosigkeit und Vergessenheit.
Keiner hat sich über die vielen seltsamen Grasbuckel in der Kleinstadt gewundert, bis 1921 bei Bauarbeiten archäologische Funde gemacht wurden und in der Folge die Grashügel als Gräber von Königen und Adeligen identifiziert wurden. Hier ist der innere Aufbau rekonstruiert.
Es wurden unglaubliche Goldschätze als Grabbeigaben gefunden, eine Krone, Schmuck, Schuhe, etc., die im Museum ausgestellt sind.
Keine historische Stätte ohne historisches Spektakel in diesen Festtagen. Hier zeigt ein Fanfarenzug mit Fahnenschwingern sein Können.
Überall ist Volksfeststimmung, wie auf der Wiese beim Drachensteigenlassen.
Abends verlegt sich der Trubel in die Fußgängerzone, die keine ist.
Grabhügel mit Bäumen im letzten Abend- und Scheinwerferlicht.
Die Silla-Könige haben im 7. Jahrhundert den Buddhismus in Korea etabliert und 751 den Bulguksa-Tempel 10 Kilometer außerhalb der Hauptstadt Gyeongju errichtet. Ein würdiger Ort, um Buddhas Geburtstag zu feiern. Die heutigen Holzgebäude sind neueren Datums, aber einige originale Steinmonumente stehen noch, und der Grundriss blieb der gleiche.
Weiter oben am Berg steht in der Seokguram-Grotte ein Buddha mit seinen Wächtern, tatsächlich im 8. Jahrhundert aus Granitstein gehauen. Normalerweise kann man den Buddha nur aus 5 Metern Entfernung hinter einer Glaswand sehen, aber einmal im Jahr darf man sich ihm nähern und drum herum wandeln, an Buddhas Geburtstag! Fotografieren leider verboten, ihr müsst die Bilder googlen.
Ich kann mich in die Gedankenwelt des Buddhismus nicht reinversetzen und finde den Personenkult auch befremdlich, aber der Festtagsstimmung heute an diesen historischen Orten der Verehrung kann man sich nicht entziehen.
Bei meinem zweiten Ziel vergeht mir zunächst die Festtagsstimmung beim Parkplatzsuchen, erfolglos einem hilflosen Parkleitsystem mit Trillerpfeifen und roten Kellen folgend. Nach einer halben Stunde im Stau im Kreis fahren stelle ich das Auto an einen Supermarkt, lasse es vom Kassierer absegnen und marschiere halt ein paar Schritte mehr.
Der Tongdosa-Tempel ist der größte Tempel Koreas, ebenfalls steinalt aus dem Jahre 646. Erstaunlicherweise steht in der Haupthalle keine Buddhaskulptur, dem Kernsatz der buddhistischen Lehre folgend, dass Figuren, Bilder, Götter, Himmelswesen nur Vorstufen zur höchsten Wahrheit sind (schreibt mein Reiseführer).
Auch hier machen die Festivitäten und das viele Volk den Reiz des heutigen besonderen Tages aus, wodurch Buddhas Geburtstag mir ein eindrückliches Erlebnis beschert hat.
Keiner hat sich über die vielen seltsamen Grasbuckel in der Kleinstadt gewundert, bis 1921 bei Bauarbeiten archäologische Funde gemacht wurden und in der Folge die Grashügel als Gräber von Königen und Adeligen identifiziert wurden. Hier ist der innere Aufbau rekonstruiert.
Es wurden unglaubliche Goldschätze als Grabbeigaben gefunden, eine Krone, Schmuck, Schuhe, etc., die im Museum ausgestellt sind.
Keine historische Stätte ohne historisches Spektakel in diesen Festtagen. Hier zeigt ein Fanfarenzug mit Fahnenschwingern sein Können.
Überall ist Volksfeststimmung, wie auf der Wiese beim Drachensteigenlassen.
Abends verlegt sich der Trubel in die Fußgängerzone, die keine ist.
Grabhügel mit Bäumen im letzten Abend- und Scheinwerferlicht.
Die Silla-Könige haben im 7. Jahrhundert den Buddhismus in Korea etabliert und 751 den Bulguksa-Tempel 10 Kilometer außerhalb der Hauptstadt Gyeongju errichtet. Ein würdiger Ort, um Buddhas Geburtstag zu feiern. Die heutigen Holzgebäude sind neueren Datums, aber einige originale Steinmonumente stehen noch, und der Grundriss blieb der gleiche.
Weiter oben am Berg steht in der Seokguram-Grotte ein Buddha mit seinen Wächtern, tatsächlich im 8. Jahrhundert aus Granitstein gehauen. Normalerweise kann man den Buddha nur aus 5 Metern Entfernung hinter einer Glaswand sehen, aber einmal im Jahr darf man sich ihm nähern und drum herum wandeln, an Buddhas Geburtstag! Fotografieren leider verboten, ihr müsst die Bilder googlen.
Ich kann mich in die Gedankenwelt des Buddhismus nicht reinversetzen und finde den Personenkult auch befremdlich, aber der Festtagsstimmung heute an diesen historischen Orten der Verehrung kann man sich nicht entziehen.
Bei meinem zweiten Ziel vergeht mir zunächst die Festtagsstimmung beim Parkplatzsuchen, erfolglos einem hilflosen Parkleitsystem mit Trillerpfeifen und roten Kellen folgend. Nach einer halben Stunde im Stau im Kreis fahren stelle ich das Auto an einen Supermarkt, lasse es vom Kassierer absegnen und marschiere halt ein paar Schritte mehr.
Der Tongdosa-Tempel ist der größte Tempel Koreas, ebenfalls steinalt aus dem Jahre 646. Erstaunlicherweise steht in der Haupthalle keine Buddhaskulptur, dem Kernsatz der buddhistischen Lehre folgend, dass Figuren, Bilder, Götter, Himmelswesen nur Vorstufen zur höchsten Wahrheit sind (schreibt mein Reiseführer).
Auch hier machen die Festivitäten und das viele Volk den Reiz des heutigen besonderen Tages aus, wodurch Buddhas Geburtstag mir ein eindrückliches Erlebnis beschert hat.
Re: Fern im Osten
Die zweitgrößte Stadt Südkoreas, Busan, liegt eingeklemmt zwischen Meer und steilen Hügeln. Vom Busan Tower verschaffe ich mir einen ersten Überblick. Der Pfeil zeigt auf mein Hotelzimmer. Das war im abendlichen Trubel gar nicht so einfach zu finden und das lange Auto in die Tiefgarage zu zirkeln.
Eine Enttäuschung: der berühmte Fischmarkt hat geschlossen. Das wusste nicht mal der allwissende Google.
Aber in den Gassen nebenan und in der Halle gegenüber gibt es ebenfalls allerlei Meeresgetier.
Vom Kutter …
… fast direkt auf den Teller. Ich trau mich nicht.
Der Tintenfisch ist noch lebend über die Speisekarte gekrochen.
Das Gamcheon Culture Village am steilen Hang wurde als Viertel für Hafenarbeiter in den 1920er und 1930er Jahren erbaut, hat später Flüchtlinge des Koreakriegs beherbergt, ist aber inzwischen gentrifiziert und vergleicht sich großspurig mit Machu Picchu und Santorin.
Fotogen ist es auf alle Fälle.
Eine Seilbahn made in Austria führt quer über die Songdo-Bucht. Die Gondeln haben sogar Glasboden für den Nervenkitzel.
Der Songdo-Strand soll ein Mekka für Surfer sein, aber noch ist nicht das Wetter dafür.
Mit dieser Fähre wollte ich eigentlich von Japan nach Korea fahren, sie verkehrt zwischen Fukuoka und Busan. Aber das Internet wollte mir im April kein Ticket dafür geben, den Grund hab ich nicht herausgefunden. Vielleicht war es ja besser so, sonst wär ich nur seekrank geworden.
Chinatown geht direkt über in die Texas Street.
In Chinatown gibt es ebenso viele russische Etablissements wie chinesische.
Ich werde das Gefühl nicht los, dass es sich bei der Texas Street um das Rotlichtviertel handelt.
Eine Enttäuschung: der berühmte Fischmarkt hat geschlossen. Das wusste nicht mal der allwissende Google.
Aber in den Gassen nebenan und in der Halle gegenüber gibt es ebenfalls allerlei Meeresgetier.
Vom Kutter …
… fast direkt auf den Teller. Ich trau mich nicht.
Der Tintenfisch ist noch lebend über die Speisekarte gekrochen.
Das Gamcheon Culture Village am steilen Hang wurde als Viertel für Hafenarbeiter in den 1920er und 1930er Jahren erbaut, hat später Flüchtlinge des Koreakriegs beherbergt, ist aber inzwischen gentrifiziert und vergleicht sich großspurig mit Machu Picchu und Santorin.
Fotogen ist es auf alle Fälle.
Eine Seilbahn made in Austria führt quer über die Songdo-Bucht. Die Gondeln haben sogar Glasboden für den Nervenkitzel.
Der Songdo-Strand soll ein Mekka für Surfer sein, aber noch ist nicht das Wetter dafür.
Mit dieser Fähre wollte ich eigentlich von Japan nach Korea fahren, sie verkehrt zwischen Fukuoka und Busan. Aber das Internet wollte mir im April kein Ticket dafür geben, den Grund hab ich nicht herausgefunden. Vielleicht war es ja besser so, sonst wär ich nur seekrank geworden.
Chinatown geht direkt über in die Texas Street.
In Chinatown gibt es ebenso viele russische Etablissements wie chinesische.
Ich werde das Gefühl nicht los, dass es sich bei der Texas Street um das Rotlichtviertel handelt.
Re: Fern im Osten
Das lange Festtagswochenende ist vorbei. Die Koreaner sind wieder beim Arbeiten. Auf den Straßen und Parkplätzen und in den Hotels gibt es wieder Platz. In den Tempeln werden die Girlanden und Lampions abgehängt und es kehrt wieder Ruhe ein. Der Haeinsa-Tempel liegt schön in einem Tal im Gayasan Nationalpark und beherbergt ein herausragendes Kulturgut.
In diesen unscheinbaren Hallen lagert die Tripitaka Koreana. Das sind 81.350 etwa 75 mal 24 Zentimeter große, von 1236 bis 1251 hergestellte Druckplatten aus Birkenholz, die einen vollständig erhaltenen buddhistischen Kanon in 52 Millionen chinesischen Schriftzeichen in koreanischer Sprache enthalten. (Die koreanische Schrift wurde erst 200 Jahre später vom König Sejong erfunden.)
Die Platten sind luftig hinter Holzstäben aufgereiht und haben jahrhundertelang alle Brände, japanischen Invasionen und sonstige Widernisse überdauert.
Heute übernachte ich ganz stilecht in einem Hanok auf dem Land in der Nähe der Kleinstadt Hamyang. Die Gastgeber sind sehr nett und bemüht, aber sprechen kein Wort englisch, ebenso wenig wie die Bedienung in der Gaststätte, in die sie mich schicken und dort schon per Telefon ankündigen. Aber ich spreche halt leider auch kein Wort koreanisch. Google Translate ist wirklich Gold wert.
Der Maisan, der Pferdeohrenberg, sind genau genommen zwei Berge, das männliche Pferdeohr links und das weibliche Pferdeohr rechts, welches man besteigen kann.
Um es komplizierter zu machen, heißen die Berge im Frühling Zweisegelberge, im Sommer Drachenhornberge, im Herbst eben Pferdeohrenberge und im Winter Tintenpinselberge. Die Berge bestehen aus Nagelfluhgestein, sehr ungewöhnlich für die Gegend.
Eine hiesige Seniorenwandergruppe teilt ihre Brotzeit mit mir.
Wildlife am Wegesrand.
Vermutlich eine giftige Usseri Mamushi.
Kein Berg in Korea oder Japan ohne Tempel. Im Tabsa-Tempel am Fuß der beiden Pferdeohren hat der buddhistische Mönch Yi Gap-Ryeong nach einer spirituellen Eingebung über 30 Jahre hinweg in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zahllose Steinpagoden aufgeschichtet, die bis heute stehen geblieben sind.
In diesen unscheinbaren Hallen lagert die Tripitaka Koreana. Das sind 81.350 etwa 75 mal 24 Zentimeter große, von 1236 bis 1251 hergestellte Druckplatten aus Birkenholz, die einen vollständig erhaltenen buddhistischen Kanon in 52 Millionen chinesischen Schriftzeichen in koreanischer Sprache enthalten. (Die koreanische Schrift wurde erst 200 Jahre später vom König Sejong erfunden.)
Die Platten sind luftig hinter Holzstäben aufgereiht und haben jahrhundertelang alle Brände, japanischen Invasionen und sonstige Widernisse überdauert.
Heute übernachte ich ganz stilecht in einem Hanok auf dem Land in der Nähe der Kleinstadt Hamyang. Die Gastgeber sind sehr nett und bemüht, aber sprechen kein Wort englisch, ebenso wenig wie die Bedienung in der Gaststätte, in die sie mich schicken und dort schon per Telefon ankündigen. Aber ich spreche halt leider auch kein Wort koreanisch. Google Translate ist wirklich Gold wert.
Der Maisan, der Pferdeohrenberg, sind genau genommen zwei Berge, das männliche Pferdeohr links und das weibliche Pferdeohr rechts, welches man besteigen kann.
Um es komplizierter zu machen, heißen die Berge im Frühling Zweisegelberge, im Sommer Drachenhornberge, im Herbst eben Pferdeohrenberge und im Winter Tintenpinselberge. Die Berge bestehen aus Nagelfluhgestein, sehr ungewöhnlich für die Gegend.
Eine hiesige Seniorenwandergruppe teilt ihre Brotzeit mit mir.
Wildlife am Wegesrand.
Vermutlich eine giftige Usseri Mamushi.
Kein Berg in Korea oder Japan ohne Tempel. Im Tabsa-Tempel am Fuß der beiden Pferdeohren hat der buddhistische Mönch Yi Gap-Ryeong nach einer spirituellen Eingebung über 30 Jahre hinweg in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zahllose Steinpagoden aufgeschichtet, die bis heute stehen geblieben sind.




