Libyen: Vier Italiener entführt

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Alexander
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Libyen: Vier Italiener entführt

Beitrag von Alexander »

Libyen: Vier Italiener entführt

In Libyen sind vier Italiener verschleppt worden, die im Westen des Landes für eine Baufirma tätig sind. Wie das italienische Außenministerium am Montag mitteilte, wurden sie in der Nähe einer Anlage des italienischen Ölkonzerns Eni in Mellitah entführt. Das Ministerium habe einen Krisenstab eingerichtet und stehe in ständigem Kontakt zu den Familien der Männer und ihrer Baufirma Bonatti. mehr...

Grüsse
Alexander
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Hazi
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Re: Libyen: Vier Italiener entführt

Beitrag von Hazi »

Soviel Geld könnte man mir gar nicht geben, um dort im Moment zu arbeiten. Aber das Öl muss ja weiter fließen, was sind da schon ein paar Menschen, die dort eigentlich gar nichts verloren haben. :x
Kuno
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Re: Libyen: Vier Italiener entführt

Beitrag von Kuno »

Das Öl... von Mellitah aus wird Gas durch das Mittelmeer gepumpt, kein Öl. Aber beides muss tatsächlich fliessen, sonst steht in Europa bald so Manches still. Bevor wir die Entführungsopfer als Menschen darstellen, die für Geld praktisch alles tun, sollten wir uns allerdings auch klar machen, wo wir mit unserer Energieversorgung ohne die Männer (es sind tatsächlich selten Frauen) stehen würden, die hohe Risiken auf sich nehmen... und ob sie dafür entsprechend bezahlt werden, ist dann noch einmal eine ganz andere Frage.
PeterM
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Re: Libyen: Vier Italiener entführt

Beitrag von PeterM »

Bonatti hätte ich für besser vorbereitet gehalten, zeigt eben, dass die Lage immer chaotischer wird.. heißt wohl schwere CSAR-Kapazität in/vor Tunesien

Grüsse
Peter
Hazi
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Re: Libyen: Vier Italiener entführt

Beitrag von Hazi »

Falsch verstanden - es geht mir nicht um die Menschen, die dorthin gehen, weil das Geld lockt.
Es geht mir darum, dass die Firmen ihre Leute dorthin schicken, obwohl sie um das Risiko wissen. Auch als Chef sollte man ein gewisses Maß an Verantwortung für seine Mitarbeiter zeigen und nicht die Leute mit viel Geld überreden dorthin zu gehen.
Es muss doch auch MA vor Ort geben, die dort leben und arbeiten und nicht aus dem Land rauskommen u. sicher weniger gefährdet sind, als Ausländer, mit den Kohle gemacht werden kann, wenn man Lösegeld fordert.
Kuno
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Re: Libyen: Vier Italiener entführt

Beitrag von Kuno »

Hazi; ich habe dich nicht falsch verstanden - vermute aber, dass du nicht vollumfänglich im Bilde bist, wer in LY in der Öl & Gas aber auch in der Baubranche tätig ist. Es sind tatsächlich nur recht wneige Europäer, vor allem Spezialisten, welche in solcehn Firmen im Ausland arbeiten - die Zeiten, wo Westeuropäer als "Arbeiter" in Libyen ihr Auskommen fanden sind schon sehr lange vorbei. Das hat nicht nur damit zu tun, dass es die Facharbeiter ausserhalb Westeuropas viel billiger zu haben gibt sondern vor allem auch damit, dass die nationale Gesetzgebung den Einheimischen den Vorrang gibt (was natürlich nicht immer eingehalten wird ;-)).

Die Behauptung, dass sich die ausländischen Firmen keine Gedanken über die Risiken einer Personalentsendung machen müsstest du schon mit Fakten belegen. "Die skrupellose Firma, die einfach so ihre Mitarbeiter verheizt" - wage ich zu behaupten- gibt es in Westeuropa nicht. Dass Risiken falsch eingeschätzt werden, dass sich die Gefährdung kurzfristig und unvorhergesehen ändern kann und dass Leute aufgrund von einer interessanten Risikozulage ihre persönliche Risikoabschätzng "revidieren" ist allerdings Tatsache. Ebenfalls Tatsache ist es, dass die Leute/Firmen, die ihr Geschäft mit "Security" machen oftmals genau so weit daneben liegen wie du und ich. Und ich würde auch nicht ausschliessen, dass der eine oder andere "Security Manager" der sich für teures Geld anheuern lässt vom Thema nicht mehr versteht als ich.

Auf jeden Fall würde ich jetzt nicht ausschliessen, dass die italienische Marine sich im Moment nicht allzu nahe an der libyschen Küste befindet.
Turi
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Re: Libyen: Vier Italiener entführt

Beitrag von Turi »

hallo wueschgemeinde
was mich wundert ist, dass solche entfuehrungen immer wieder moeglich sind.
entweder die firmen sparen zwecks gewinnoptimierung am sicherheitspersonal oder man arbeitet mit den falschen leuten.
es muss doch moeglich sein diese leute und anlagen wirkungsvoll zu sichern, nur wird das sicher nicht billig sein.
gruss aus israel
turi
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Ralf Kiefer
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Re: Libyen: Vier Italiener entführt

Beitrag von Ralf Kiefer »

Turi hat geschrieben: es muss doch moeglich sein diese leute und anlagen wirkungsvoll zu sichern, nur wird das sicher nicht billig sein.
Erinnerst Du Dich noch an den Überfall und die Geiselnahme in In Amenas in Algerien im Januar 2013? Die sind seinerzeit nicht zu dritt oder viert dort einmarschiert, sondern mit 32 Mann (laut Wiki) und einer eindrucksvollen Bewaffnung. Wirkungsvollen Schutz gibt's da nur mit ebenbürdigem Aufwand.

Gruß, Ralf
Turi
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Re: Libyen: Vier Italiener entführt

Beitrag von Turi »

hallo ralf
bei anlagen wie raffinerien etc ist meiner meinung nach eine hundertschaft, ausgeruestet auch mit schweren waffen, angebracht. vergleich mal auch nur annaehernd die kosten des verlustes eines mannes, vom evt verlust so einer anlage ganz zu schweigen.
aber eben, immer in der hoffnung, es wird schon nichts passieren.
ist wie mit einer versicherung, braucht man sie nicht, flucht man ueber die kosten.

gruss turi
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Kuno
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Re: Libyen: Vier Italiener entführt

Beitrag von Kuno »

Turi; die vier wurden nicht aus der Gas-Anlage entführt selber sondern ausserhalb...
Turi
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Re: Libyen: Vier Italiener entführt

Beitrag von Turi »

wieso sucht man dann irgend welche schuldigen?
sind erwachsene leute, die vermutlich selbst entschieden haben aus einem geschuetzten bereich zu gehen.
wo ist da ein problem?
tragisch aber selbst verantwortlich.
haette uns die letzten 2 1/2 jahre auch passieren koennen.
in dem fall haette ich mir das auch selbst zuzuschreiben.
gruss turi
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Kuno
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Re: Libyen: Vier Italiener entführt

Beitrag von Kuno »

Turi hat geschrieben:bei anlagen wie raffinerien etc ist meiner meinung nach eine hundertschaft, ausgeruestet auch mit schweren waffen, angebracht.
Turi - Hollywood spielt nur im Kino. Ausländer bekommen in Libyen (und seit einiger Zeit auch im Irak) keine Bewilligungen zum Waffen tragen; sprich: das ganze "Security" personal wird lokal aus einer Vielzahl von aus dem Boden geschossenen Sicherheitsfirmen rekrutiert. Ich bin mir nicht sicher, ob alle von denen im Ernstfall bereit sind, sich für irgendwelche Europäer ins Feuer zu werfen (vermutlich eher nicht). Die "Security Manager" stammen nach wie vor aus Europa. Nach dem Boom in Afghanistan und im Iraq sind viele solche Berufsleute aktuell auf der suich nach einer neuen Beschäftigung. Die meisten werden temporär angemietet... und dmait startet auch schon das Problem: Hast du dir diese Leute (und auch die lokalen Milizionäre) erst einmal angemietet, lösen sie dir alle Sicherheitsprobleme, die du ohne sie wahrshceinlich gar nciht hättest. Und ihre risikoeinschätzung ist dann gerne so, dass die Firma überzeugt wird, dass man die Sicherheitsleute zwar nach wie vor braucht, das Risiko aber dennoch nicht so hoch ist, als dass man die Baustelle räumen müsste...

Und um fair zu sein: Ich halte es aktuell für nicht möglich, eine realistische Risikoabschätzung für irgendeine Gegend in Libyen zu machen, die länger relevant ist, als der Drucker braucht, sie auszuspucken. Am Ende bleibt dann nur noch die persönliche Risikobereitschaft des Einzelnen - und diese wird stark beeinflusst von der wirtschaftlichen Lage in der Heimat des Arbeiters und kann noch einmal nach oben gebracht werden, wenn man sich ausrechnen kann, wie stark die Kurve der Einzahlungen auf das Lohnkonto ansteigt...

...dumm ist es halt dann, wenn man nach kurzer Zeit zwar ein gut gefülltes Konto hat aber keinen Kopf mehr um sich die PIN-Nummer zum Geldbezug vom Automaten zu merken.
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