Flüchtlingswelle nach Europa

Nachrichten zu und aus den Sahara- und Wüstenregionen.

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Canadier
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Canadier »

Auswirkungen auf

den Wohnungsmarkt
die Krankenversicherung
die Renten/Pensionen
die Sicherheit
den Arbeitsmarkt
die Löhne
etc.


Bei den anderen geht es ums nackte Überleben, weniger um Pensionen ...
Lothar
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Lothar »

Also Canadier,
Bei den anderen geht es ums nackte Überleben, weniger um Pensionen
das ist doch simple Effekthascherei, es geht um die Leute die langsfristig hierbleiben, und die müssen ja wohl nicht ums Überleben kämpfen. So nicht .... klingt wirklich nur nach linker Polemik :shake:
Jürgen Kempe
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Jürgen Kempe »

Hallo, Guido,

Deine Positionen teile ich; ich mag Deine Beiträge sehr!

Dank und Gruss: Jürgen Kempe
Guido3

Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Guido3 »

Hallo,
Lothar hat geschrieben:Ich denke, der Bürger will wissen, welche langfristigen Auswirkungen zu erwarten sind, darum geht es.
[...]
Auswirkungen auf
den Wohnungsmarkt
die Krankenversicherung
die Renten/Pensionen
die Sicherheit
den Arbeitsmarkt
die Löhne
etc.
Verstehe. Der Wunsch ist absolut verständlich. Nur ist es illusorisch, dass da irgendjemand heute verlässliche Antworten geben kann. Kein "Gutmensch", aber auch keiner von der AfD kann das. Rein zufällig ist heute gerade der passende Artikel dazu erschienen. SPON mag ich wegen der zunehmenden Orientierung Richtung Boulevardmedien eigentlich nicht mehr, aber die sonntägliche Wirtschafts-Kolumne von Henrik Müller ist immer lesenswert:
Gesellschaft: Nichts ist mehr sicher, wursteln wir uns durch
Kernaussage: «In einer Zeit der Strukturbrüche ist die Zukunft nicht mehr verlässlich ausrechenbar.»

So ziemlich alles, womit man in der Vergangenheit verlässlich planen konnte, bricht zunehmend weg. Viele Probleme unserer Zeit sind ohnehin nur noch auf globaler Ebene lösbar und die nationale Politik kann Aktionismus vortäuschen, ist aber zunehmend häufiger eigentlich hilflos. Wahrscheinlich ist es auch ein Versäumnis der Politik, das alles nicht ausreichend zu erklären. Viele Menschen sind zunehmend verunsichert, aber wir müssen wohl lernen, mit all den Unsicherheiten und Ungewissheiten zu leben und Entscheidungen auf dünner Datenbasis zu treffen.

Ich hatte schon vor ein paar Tagen geschrieben, dass ich nicht ausschließen kann, dass ich meine heutigen Ansichten in 10 Jahren mal falsch und naiv finde. Aber mit dem, was wir heute halbwegs verlässlich wissen, spricht meines Erachtens eben viel mehr dafür, das wir es ohne allzu große Probleme schaffen können, den Leute zu helfen und die Leute zu integrieren, als dagegen spricht.

Wenn ich die aktuellen Presseberichte richtig interpretiere, dann wird man von den 1 Mio. Flüchtlingen wohl langfristig mindestens die Hälfte zurück schicken. Und die ganzen Gesetze werden gerade so verschärft, dass in Zukunft wohl weniger kommen werden. Es wird ein paar Monate dauern, bis das greift, aber dann wird es mit einiger Wahrscheinlichkeit greifen. Das Ganze was aktuell passiert, wird Deutschland wohl auch zwingen, sich politisch generell mehr Gedanken über Einwanderung zu machen und den gesetzlichen und strukturellen Rahmen dafür zu schaffen.

Beste Grüße

Guido
Lothar
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Lothar »

Hallo,

Guido3 hat geschrieben:Verstehe. Der Wunsch ist absolut verständlich. Nur ist es illusorisch, dass da irgendjemand heute verlässliche Antworten geben kann. ........ Nichts ist mehr sicher, wursteln wir uns durch
Kernaussage: «In einer Zeit der Strukturbrüche ist die Zukunft nicht mehr verlässlich ausrechenbar.» ................. So ziemlich alles, womit man in der Vergangenheit verlässlich planen konnte, bricht zunehmend weg. Viele Probleme unserer Zeit sind ohnehin nur noch auf globaler Ebene lösbar .................. Viele Menschen sind zunehmend verunsichert, aber wir müssen wohl lernen, mit all den Unsicherheiten und Ungewissheiten zu leben und Entscheidungen auf dünner Datenbasis zu treffen.
HALT - hiergeblieben - niemand verlässt den Saal !

Die Erwartung nach einer konzeptionelle Stellungnahme unserer „politische Elite“ mit der Aussage „es ist sowieso nichts mehr planbar“ ins Illusorische ziehen, löst bei mir nun doch erhöhte Aufmerksamkeit aus; da will doch jemand im Nebel verschwinden.... :shock:

Ich stimme dir natürlich zu, dass vieles im Umbruch ist - und das mache ich nicht nur auf Grund eines diffusen Bauchgefühls, aber wenn wir uns einigen, auf ein apokalyptisches Szenario vorerst zu verzichten und als maximalen Störfaktor den „Regime Chance“ - oh, Verzeihung, für uns gilt ja noch „Regierungswechsel“ - vorstellen, dann sollte man doch in der Lage sein, die Entwicklung zum

Wohnungsmarkt, Krankenversicherung, Renten/Pensionen, Sicherheit, Arbeitsmarkt, Löhne, etc.

mit Zahlen zu hinterlegen.
Auf NTV war schon ein Ansatz zu sehen. Kurzum - man kam auf Kosten von 20 Milliarden pro Jahr, um gleich hinzuzufügen, dass der diesjährige Haushaltsüberschuss bei 23 Milliarden läge. Erster Gedanke meinerseits :

Ach nee, was für ein Zufall !

Die Zahlen waren eher aus der Hüfte geschossen, aber immerhin.

- solange ich jährlich meine Rentenprognose auf zwei Nachkommastellen genau zugeschickt bekomme,
- solange man sich in der Lage fühlt, Klimaerwärmung rechnerisch in den Griff zu bekommen, obwohl man die Wolkenbildung als entscheidenden Faktor nicht mal für eine Woche prophezeien kann
- solange ich Erfassungsbögen über Wohnungszuschnitte und Ausstattungsmerkmale auf den Schreibtisch bekomme,

solange werde ich auch Zahlen zu den o.g. Themen erwarten..

Und - es geht nicht nur um Zahlen und Prognosen - es geht um selbstverpflichtende Aussagen unserer „politischen Eliten“, wie, wo und wann sie STEUERNnd - oh nein, lieber lenkend - ins Geschehen eingreifen werden.

DAS erwarte ich noch, DAS will ich noch erleben, dann kann dein grosser Knall meinetwegen kommen.

Gruss
Lothar
Guido3

Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Guido3 »

Hallo,
Die Erwartung nach einer konzeptionelle Stellungnahme unserer „politische Elite“ mit der Aussage „es ist sowieso nichts mehr planbar“ ins Illusorische ziehen, löst bei mir nun doch erhöhte Aufmerksamkeit aus; da will doch jemand im Nebel verschwinden.... :shock:
[...]
dann sollte man doch in der Lage sein, die Entwicklung zum
Wohnungsmarkt, Krankenversicherung, Renten/Pensionen, Sicherheit, Arbeitsmarkt, Löhne, etc.
mit Zahlen zu hinterlegen.
Bei den Themen sind die Zahlen in Bezug auf Flüchtlinge meines Wissens nicht verfügbar. Gibt es eine Statistik, die topaktuell erfasst, welche Qualifikationen die Flüchtlinge haben, die aktuell kommen? Welche Sprachen die sprechen? Die auch schon verlässlich sagen kann, was von den Qualifikationen hier anerkannt wird und nutzbar ist? Die das alles auftrennen kann, zwischen den Flüchtlingen, die wahrscheinlich bleiben und denen, die gehen oder gegangen werden? Die weiß, wann wer dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht? Usw. usf. Es weiß auch keiner, wie lange die bleiben. Vielleicht für immer. Vielleicht sieht es in 5 oder 10 Jahren anders aus und viele Syrer wollen zurück nach Syrien? Wer kann das vorher sagen? Ich weiß nicht, auf welcher Basis die Politik die Aussagen und Konzepte liefern soll, die Du gern hören möchtest? Die Erwartung ist meines Erachtens zum jetzigen Zeitpunkt illusorisch.

Beispiel Arbeitsmarkt: Es gibt Punkte, die man kritisch sehen kann. Wie Du schon sagtest, werden nicht nur Ärzte und Ingenieure kommen und für Menschen mit wenig Bildung bietet der deutsche Arbeitsmarkt traditionell nicht die besten Chancen. Aber es gibt auch positive Indizien. Viele Flüchtlinge sind noch sehr jung und können hier problemlos eine Ausbildung machen. In einigen Branchen werden Auszubildende mittlerweile händeringend gesucht. Statistisch gründen "Menschen mit Migrationshintergrund" in Deutschland deutlich mehr Unternehmen als Deutsche, die statistisch eher eine risikofreie Anstellung suchen. Das die Flüchtlinge die etwas ungünstige demografische Entwicklung verbessern können, ist auch so ziemlich Konsens. Was da unter dem Strich wann heraus kommt? Keine Ahnung.

Wenn die Politiker jetzt Versprechungen machen und groß Konzepte rausposauen würden, dann hält man ihnen in ein paar Monaten vor, wo sie überall gelogen haben. Wir müssen wohl "auf Sichtweite" agieren. Für den Moment ist das Unterbringungsproblem vorrangig. Und man kann schon mal daran arbeiten, eines der größten Integrationshindernisse nämlich Sprache zu bearbeiten. Kostet nicht viel und schadet garantiert nicht. Der Nebel um halbwegs belastbare Daten, wie viele bleiben, zu Qualifikationen, Arbeitsmarkt, usw. wird sich in ein paar Monaten wahrscheinlich langsam lüften, wenn der Staat die Strukturen geschaffen hat, um dem Themenkomplex Flüchtlinge systematischer und nicht nur im Notstandsmodus zu begegnen.

Ganz egal wie sich das im Detail später ausgestaltet: Das erst mal 1 Mio. Flüchtlinge, von denen wahrscheinlich nur 0,5 Mio. längerfristig bleiben, hier nicht Arbeitsmarkt, Löhne und Rentensystem umkrempeln, das halte ich aufgrund der Relation zur Gesamtbevölkerung schon heute für sehr wahrscheinlich.

Beste Grüße

Guido
Lothar
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Lothar »

Hallo Guido,

da ich viel von Ehrlichkeit und Transparenz schreibe, bin ich jetzt auch mal ehrlich:

Ich schätze deine recht sachliche, eingängige und gut formulierte Art zu schreiben,

....... Pause ........

für meinen Eindruck vertrittst du jedoch zu häufig die Position :“Man kann doch nicht ...“

Mal sind es die eindeutigen Fakten, die das Handeln verbieten, mal sind es die moralischen Bedenken des Gutmenschen, der lieber das „vordergründig Schlechte“ verhindert, aber vor den Folgeproblemen gerne mal den Kopf in den Sand steckt.

Unsere Systeme bestrafen Unterlassungssünden recht hart - nicht nur die Flüchtlingssituation zeigt dieses deutlich.

Hier mal ein paar Gedanken/Fragen, zu denen sich unsere „Politeliten“ mal öffentlich äussern könnten. Manches davon mag auch naiv sein, aber es ist auch nun mal nicht MEINE Aufgabe, mich damit aus einander zu setzen und so etwas schüttelt man nicht als ausgereifte Präsentation aus dem Ärmel. Dafür gibt es ja in den Ministerien gutbezahlte Referenten.


Arbeitsmarkt:

Wie geht man mit der Diskrepanz um, dass in Europa bereits hohe Arbeitslosigkeit besteht und konkurrieren diese europäischen Arbeitslosen, die möglicherweise bessere Voraussetzungen haben, mit den Zuwanderern ?

Wehren sich die anderen europ. Länder vielleicht sogar, Migranten aufzunehmen, weil sie einen deutlich schlechteren Arbeitsmarkt und Wohnungsmarkt haben ?

Migranten statt Saisonarbeiter und Billiglöhner aus Osteuropa ?
Was ist mit dem Mindestlohn ?


Wohnraum:

Wieviel Wohnraum (Leerstände) stehen denn WO zur Verfügung und decken sich diese mit Angebot auf dem Arbeitsmarkt. Wieviel Wohnraum fehlt ?
Wie hoch sind die Kosten für Wohngeld und werden diese dadurch Kürzungen beim Wohngeldzuschuss kompensiert ?.

Medizinische Versorgung.

Wie hoch werden die Kosten ? Wie werden diese verteilt ?
Beteiligung der Privatversicherungen ?
Wäre es Zeit für die Bürgerversicherung ?

Sicherheit

Rechnet man mit einer höheren Kriminalitätsrate ja oder nein ?
Wie will man ggfl. darauf reagieren.

Einfach geschulte Ordnungskräfte als Streifengänger unter Anleitung und Anweisung der Polizeidienststellen. Migranten könnten dort mitmachen, wäre sehr vertrauensbildend, sie hätten eine gute Aufgabe und es wäre ein sichtbares Zeichen von Integration.

Demographische Entwicklung

Wie sieht sie denn nun aus die demographische Entwicklung ?
Auch mal nach verschiedenen Kriterien dargestellt.
Es steckt viel Sprengstoff darin, und wenn ich hier darauf einginge, bekämen sicher einige wieder Schnappatmung.

Wie muss sie aussehen, um unser Rentensystem zu stabilisieren ?

Wäre es nicht auch mal an der Zeit, über Budgetumschichtungen im Bundeshaushalt nachzudenken ?

und, und, und .......

Man kann sich sicher auch einige Informationen aus dem Internet selbst besorgen, darum geht es aber nicht.
Es macht nicht jeder und es kann nicht jeder.

Guido3 hat geschrieben:Ich weiß nicht, auf welcher Basis die Politik die Aussagen und Konzepte liefern soll, die Du gern hören möchtest? Die Erwartung ist meines Erachtens zum jetzigen Zeitpunkt illusorisch.
Niemand kann die Kosten und die Entwicklung genau vorhersehen, dass ist doch klar.
In manchen Bereichen kann man es aber doch hinreichend genau. (z.B. Wohnnugsmarkt, Sozialleistungen, Gesundheitskosten), und wenn Parameter fehlen, dann trifft man eben Annahmen, die als solche ausgewiesen werden und passt diese dann laufend an.
Wenn man/die Politik/das Stat. Bundesamt dazu nicht in der Lage sein sollte, kann man ja mal die Finanzmathematiker der Banken um Rat fragen, die können noch ganz andere Sachen ....
Guido3 hat geschrieben:Wenn die Politiker jetzt Versprechungen machen und groß Konzepte rausposauen würden, dann hält man ihnen in ein paar Monaten vor, wo sie überall gelogen haben.
Ich erwarte keine Versprechungen und grosse, unumstössliche, ausgereifte Konzepte

Es geht darum, den Bürgern mal zu zeigen, dass man ÜBERHAUPT in der Lage und Willens ist, vorausschauend zu denken und zu handeln, oder zumindest sich der Themen überhaupt annimmt. Es wäre ja auch schon mal ein Zeichen der Transparenz, überhaupt über die Probleme öffentlich zu reden, die einer geordneten Registierung und Verwaltung in Konzeptfindung zur Zeit noch im Wege stehen, aber ich will nicht nur hören, warum etwas nicht geht.

Wie wäre es mit einer wöchentlichen Sendung im ÖR-TV, in der Referenten oder wer auch immer (bloss keine Politiker a la Altmaier), rotierend zu den einzelnen Themen den aktuellen „Erkenntnisstand“ vor fragendem Publikum/Jounalisten präsentieren, und möglichst zur besten Sendezeit, z.B. als Ersatz für die Serie „Rosamunde Pichler“, und wenn die Präsentation ausfällt, wird ein Testton gesendet, anstatt wieder „Rosamund Pichler“. Ich erwarte hohe Einschaltquoten.

Soo, das soll es im Prinzip von meiner Seite aus zu diesem Thema gewesen sein.

Gruss

Lothar
Albatross
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Albatross »

Lothar hat geschrieben:....
Niemand kann die Kosten und die Entwicklung genau vorhersehen, dass ist doch klar.
....
Mit ein wenig Nachdenken und über den Tellerrand die Nachbarländer beobachten (z.B. SWE, NL) könnte man jedoch eine Richtung erkennen.
Wenn die Flüchtlingswelle so wie jetzt noch ca 5-6 Jahre weiter geht, dann wird der prozentuale Anteil von Migranten aus Nahost und Afrika in Germanien so hoch wie in Schweden heute (und den letzten 5 Jahren). Wenn die deutsche Regierung genau so handelt wie die Schwedische in der Vergangenheit, dann wird die Zukunft in DE mit hoher Wahrscheinlichkeit so aussehen wie die Gegenwart in Schweden. Es wird eine Polarisierung der Gesellschaft geben mit ca 10-20% AfD/ALFA Wählerstimmen (eine beginnende Polarisierung ist sogar in diesem Diskussionsfaden erkennbar). Eventuell werden wir auch die Gründung einer IDU (in Bayern eine ISU :-) ) als Gegengewicht zu den Christlichen Parteien erleben. Genügend Wählerpotenzial wird bis in ca 10 Jahren wohl auch vorhanden sein.
Es werden dann Studien geben warum Migranten so lange brauchen um eine Arbeit zu bekommen. Warum die Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund bei den PISA Tests so schlecht abschneiden. Es wird auch Kriminalstatistiken geben mit Korrelationen zu Ethnischen Hintergründen.
Einen Kriminalstatistikvergleich z.B. Syrien/Deutschland (natürlich vor dem Krieg) ist aus meiner Sicht genau so sinnvoll wie ein statistischer Vergleich Schädlingsbefall an Apfelbäumen in Kalifornien versus Schädlingsbefall an Rebstöcken in Südafrika.
Gruß Albatross
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Guido3

Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Guido3 »

Hallo,
Albatross hat geschrieben:Mit ein wenig Nachdenken und über den Tellerrand die Nachbarländer beobachten (z.B. SWE, NL) könnte man jedoch eine Richtung erkennen.
Wenn die Flüchtlingswelle so wie jetzt noch ca 5-6 Jahre weiter geht, dann wird der prozentuale Anteil von Migranten aus Nahost und Afrika in Germanien so hoch wie in Schweden heute (und den letzten 5 Jahren). Wenn die deutsche Regierung genau so handelt wie die Schwedische in der Vergangenheit, dann wird die Zukunft in DE mit hoher Wahrscheinlichkeit so aussehen wie die Gegenwart in Schweden.
Mit ein wenig Nachdenken und ein wenig über den Tellerrand schauen, hättest auch Du erkennen können, dass die Regierung im In- und Ausland schon intensiv daran arbeitet, Zuwanderung zu begrenzen und Verfahren zu beschleunigen, damit es eben nicht genau so weiter geht. Aber egal, das unplausible Negativszenario, dass es mit der Flüchtlingswelle wie jetzt noch 5, 6 Jahre so weiter geht, dass will natürlich auch noch ausgebreitet werden. Weil all die wenig plausiblen Negativszenarien die Diskussion so voran bringen und vor allem konstruktiv bei der Lösung der konkret anstehenden Probleme helfen.

Und man muss doch gar nicht in Schweden oder sonst wo nach Negativszenarien suchen. Die eigene Geschichte gibt doch genug her. 1992 kurz nach der Einheit wurden in Deutschland 438.191 Asylanträge gestellt. Damals mussten aus Sicht Vieler schon 16 Millionen aus der Ex-DDR integriert werden. Und akut fielen die Kosten der Einheit an. Und dann mussten in der Folgezeit noch hunderttausende Migranten und Asylanten in einen Arbeitsmarkt mit einer Arbeitslosenquote von schon 9% integriert werden. Gut, 2015 bleiben wir aller Wahrscheinlichkeit nach unter der Zahl der Asylanträge von 1992 und wohl noch weiter unter der Zahl der davon bewilligten Asylanträge. Und es kommen nicht wie damals noch mal 230.565 Spätaussiedler oben drauf. Und der Arbeitsmarkt hat aktuell auch nicht mit 9% Arbeitslosenquote zu kämpfen, sondern ist mit 6% nahe an der Vollbeschäftigung. Und es gibt über 1 Millionen offene Stellen und über 250.000 unbesetzte Ausbildungsplätze. Aber wie schon damals wird Deutschland durch die Asylanten wieder in Kriminalität versinken, die Sozialsysteme werden wieder kollabieren, die von 4 Millionen Muslimen in Deutschland schon vor Jahren gegründeten Parteien IDU und ISU werden weiter Zulauf erhalten...., soviel ist mal sicher.
Albatross hat geschrieben:Einen Kriminalstatistikvergleich z.B. Syrien/Deutschland (natürlich vor dem Krieg) ist aus meiner Sicht genau so sinnvoll wie ein statistischer Vergleich Schädlingsbefall an Apfelbäumen in Kalifornien versus Schädlingsbefall an Rebstöcken in Südafrika.
Das Dein Vergleich jeglicher Parallelen entbehrt, ist Dir selbst aufgefallen oder? Wenn man bei Deinen Pflanzen bleiben will, dann wäre ein passendes Gleichnis gewesen, dass man tausende Apfelbäume aus Kalifornien inklusive dem dortigen niedrigen Prozentsatz an Schädlingsbefall nach Südafrika verpflanzt und dann Prognosen hinsichtlich des Schädlingsbefalls von kalifornischen Apfelbäumen in Südafrika abgibt.
Lothar hat geschrieben: für meinen Eindruck vertrittst du jedoch zu häufig die Position :“Man kann doch nicht ...“
Mal sind es die eindeutigen Fakten, die das Handeln verbieten, mal sind es die moralischen Bedenken des Gutmenschen
Das Recht, hier Asyl zu suchen, gehört zu den völkerrechtlich verbrieften Menschenrechten. Dieses moralische Mindestlevel will ich tatsächlich nicht in Frage stellen oder relativieren.
Lothar hat geschrieben:Wie wäre es mit einer wöchentlichen Sendung im ÖR-TV, in der Referenten oder wer auch immer (bloss keine Politiker a la Altmaier), rotierend zu den einzelnen Themen den aktuellen „Erkenntnisstand“ vor fragendem Publikum/Jounalisten präsentieren, [...] Ich erwarte hohe Einschaltquoten.
Sicher? Das Bundespresseamt geht im Auftrag der Bundesregierung jede Woche auf Fragen von Bürgern ein, die in der Regel über Social-Media-Kanäle gestellt wurden. Die "Einschaltquote" liegt typischerweise bei 0,001 Prozent. Nun kann man natürlich am Format (Youtube) oder was auch immer mäkeln. Aber mit den ganzen Details will sich glaube ich kaum einer auseinandersetzen? Genauso, wie vor Wahlen kaum einer Wahlprogramme liest. So ein paar einfache, griffige Parolen und ein paar quellenfrei eingeworfene Zahlen gefallen Vielen besser. Eigentlich will ja auch keiner mehr von irgendwas überzeugt werden und wir suchen alle nur Bestätigung für bereits gefasste Meinungen.

Ich habe auch nicht das Gefühl, das wir uns in der Diskussion hier argumentativ irgendwie annähern - wozu natürlich immer beide seiten gehören - oder sich auch nur ein Erkenntnisgewinn einstellt. Und insofern fallen mir ab sofort bessere Möglichkeiten ein, meine Zeit zu nutzen - was Ihr nun deuten könnt, wie Ihr wollt.

Beste Grüße

Guido
Albatross
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Albatross »

Guido3 hat geschrieben:... Und es gibt über 1 Millionen offene Stellen....
https://statistik.arbeitsagentur.de/Nav ... k-Nav.html
Guido3 hat geschrieben:... und über 250.000 unbesetzte Ausbildungsplätze.....
https://statistik.arbeitsagentur.de/Nav ... t-Nav.html
Gruß Albatross
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Birgitt
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Birgitt »

Viele Flüchtlinge kommen nach Deutschland mit unerfüllbaren Erwartungen - befeuert durch Gerüchte, die Schlepper in den sozialen Medien verbreiten. Den Migranten wurde ein Leben im Wohlstand versprochen - und nicht im Flüchtlingsheim.
Von märchenhaften Erzählungen angelockt
11.11.2015 - tagesschau

Schlepper. Das Geschäft mit dem Leid der Menschen. Schlimm.

Gruß
Birgitt
Canadier
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Canadier »

Auch Schlepper unterliegen der Marktwirtschaft. Wo kein Bedarf, da auch kein Schlepper ...
Man sollte nicht die Schlepper verurteilen, die ihr "Geschäft mit dem Leid" machen, sondern viel mehr die Verursacher des Leides.

Auch der syrische "Ottonormalverbraucher" würde wohl lieber zu Hause im sozialen Umfeld wohnen bleiben, als sich auf eine ungewisse Odyssey zu begeben, um das nackte Leben zu retten.

Das Geschäft "mit dem Leid" ist sicher schlimm, aber wie steht es mit dem Geschäft um Macht, Weltmacht, geostrategische Ziele, Ölquellen & Co.? Warum kann sich das Geschäftsmodel "Schlepper" überhaupt erst entwickeln und lohnen?

Die "Schlepper" sind nur kleine Fische, die einen Bedarf bedienen, die wirklich Schuldigen sind die, die den Bedarf verursachen. Aber da kommen unsere "westlichen Werte", eine "Wertegemeinschaft" oder die Nato ins Spiel - und das gehört sich nicht.
Birgitt
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Birgitt »

Zitate von Polens Außenminister:
"Wenn wir bedenken, dass nach Europa mehrere 100.000 junge Syrern gekommenen sind, dann könnte man doch aus ihnen eine Armee bilden. Aus Polen hat man schließlich auch mal Legionen geformt, nicht wahr? Und dann kämpften wir für unsere Freiheit. Glauben sie, dass wir unsere Soldaten schicken, damit sie für Syrien kämpfen, während Hunderttausende Syrer auf der Straße "Unter den Linden" oder auf dem Marktplatz sitzen, Kaffee trinken und zuschauen?", sagt Waszczykowski [...] "...Zehntausende junge Männer, die beim Herausspringen aus den Schlauchbooten - mit ihren Ipads in der Hand - als aller Erstes nicht nach Wasser, Kleidung oder Nahrung fragen, sondern wo sie ihre Handys aufladen können, könnten sich mit unserer Hilfe ihren Staat doch zurückerobern. Es geht nicht an, dass wir für andere kämpfen."
Polens Außenminister fordert Flüchtlingsarmee
16.11.2015 - tagesschau

Gruß
Birgitt
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Birgitt »

Fade Kintar, a 24-year-old chemical engineer from Damascus, was among a group of Syrian refugees watching the horror of multiple terrorist attacks in Paris unfold on TV on Friday night in his temporary housing unit in the German town of Sontra.
“When we saw that on the news, all those attacks there, we just felt afraid,” he said.
[...] Even before Islamic State claimed responsibility for the attacks, and even before a Syrian passport (possibly fake) was found near the body of one of the attackers, Kintar worried the events in Paris would further diminish his chances of being accepted by local people in Sontra.
“They already hate us, just because we’re strangers,” he told IRIN. “We thought they’d attack us. [Since Friday] we just stay in our homes. We don’t go out too much.”
If Syrian refugees in Europe do become scapegoats for the attacks in Paris then the extremists will have achieved at least one of their likely goals, Aboud Dandachi, a Syrian blogger living in Istanbul, told IRIN.
“Da’esh [IS] would love to turn Europeans hostile towards refugees; in fact it’s a top priority for them right now,” he said, explaining that the radical Islamist group “hate the fact that Europe is seen as a refuge for Muslims fleeing their atrocities.” ...
Syrian refugees respond to their ‘worst nightmare’
16.11.2015 - IRIN

Gruß
Birgitt
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Birgitt »

Ein Service für Zuwanderer in Deutschland: Die tagesschau in 100 Sekunden gibt es ab sofort auch auf Englisch und Arabisch. Die wichtigsten Informationen des Tages werden an Wochentagen zweimal, am Wochenende einmal täglich aktualisiert.
tagesschau in 100 Sekunden auf Englisch und Arabisch
16.10.2015 - tagesschau

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Birgitt
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