Flüchtlingswelle nach Europa
Moderator: Moderatoren
Re: Flüchtlingswelle nach Europa
Noch was, die Aussage betreffend des "Gürtel enger schnallen" bezog sich auf die Aussage, die eure Kanzlerin ehrlicherweise machen sollte.
Wer lesen kann ist klar im Vorteil.
Gruss Turi
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Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
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Alexander
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa
Hallo Wanderer,
oder sollte ich dich besser unter deinem alten Namen Schlicksurfer begrüßen?
Wir hatten ja schon vor einiger Zeit das „Vergnügen“ und mussten uns dann entscheiden, dich aufgrund deiner Postings zu sperren.
Ich bin dafür, dass wir den alten Status wieder herstellen und verabschieden uns von dir.
Gruss
Alexander
oder sollte ich dich besser unter deinem alten Namen Schlicksurfer begrüßen?
Wir hatten ja schon vor einiger Zeit das „Vergnügen“ und mussten uns dann entscheiden, dich aufgrund deiner Postings zu sperren.
Ich bin dafür, dass wir den alten Status wieder herstellen und verabschieden uns von dir.
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Alexander
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Birgitt
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Flüchtlingswelle - Angriff auf Europas Küsten
Am Wochenende sind ungewöhnlich viele Flüchtlinge in Spanien angekommen: Hunderte Migranten wurden von Rettungskräften in spanische Häfen gebracht. Die Behörden vermuten "organisierte Strukturen" dahinter und sprechen von einer humanitären Krise ...
19.11.2017 - tagesschau
Gruß
Birgitt
"Koordinierter Angriff auf unsere Küsten"Seit Freitag erreichten Hunderte Migranten spanisches Festland in Andalusien, an der Costa Blanca und in der Exklave Ceuta auf dem afrikanischen Kontinent. Allein in der Region Murcia im Südosten Spaniens seien binnen 48 Stunden mehr als 500 Menschen in fast 50 Booten angekommen [...] Francisco Bernabé, ein Vertreter der Regierung in Murcia, sprach von einer "schweren humanitären Krise". Mafiöse Gruppen, die sich auf Menschenhandel spezialisiert hätten, hätten den Flüchtlingszustrom organisiert, betonte er und sprach von einem "koordinierten Angriff auf unsere Küsten". Weitere 50 Boote, die von Algerien aus in See gestochen waren, seien abgefangen und zurückgeschickt worden ...
19.11.2017 - tagesschau
Gruß
Birgitt
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Birgitt
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Flüchtlinge in Israel - Rückführungsdeal mit Ruanda ?
Israel hat ein Rückführungsprogramm aufgelegt, in dem Asylbewerber in ein afrikanisches Land zurückgeschoben werden. Man munkelt, es handele sich dabei um Ruanda. Demnach beabsichtigt Israel an Ruanda 5.000 US-$ für jeden Asylsuchenden zu zahlen, den Ruanda annimmt. Darüber hinaus will Israel dem Asylbewerber noch 3.500 US-$ für sich selber mit auf den Weg geben, zudem übernimmt Israel die Flugkosten nach Ruanda ...
21.11.2017 - Aljazeera
Gruß
Birgitt
Israel pushes to deport asylum seekers to RwandaWhile Netanyahu did not explicitly name the third country in Africa that asylum seekers would be deported to, local media has named it as Rwanda. Israel plans to pay Rwanda $5,000 for each asylum seeker it agrees to take in, Haaretz reported. It will also pay each asylum seeker $3,500 and pay for their flight out of the country, the newspaper reported [...] Most asylum seekers in Israel are from Sudan and Eritrea.
21.11.2017 - Aljazeera
Gruß
Birgitt
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Alexander
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Flüchtlingswelle nach Europa - Sklavenhandel in Libyen
Viele Flüchtlinge schaffen es erst gar nicht bis Europa. Sie werden in Libyen auf Sklavenauktionen verkauft.
Grüsse
Alexander
Telepolis: Sklavenhandel in Libyen: Frankreich drängt auf UN-SanktionenWie Macron verlangte er, dass eine Untersuchung eingeleitet werden müsse. Damit ist ein im CNN-Video angesprochenes Ziel erreicht. Das Video enthält zugespieltes Film-Material unbekannter Herkunft, das zeigt wie junge Afrikaner für mehrere hundert Dollar als Arbeitssklaven versteigert werden. Eigene Recherchen des amerikanischen Senders trafen, wie das Video darlegt, auf Schweigen
Grüsse
Alexander
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Birgitt
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Wie Niger die Fluchtrouten dicht macht - Endstation Agadez
Wie Niger die Fluchtrouten dicht macht ...
18.12.2017 - taz
Gruß
Birgitt
Endstation AgadezJe näher die Migranten auf dem Weg nach Europa ihrem Ziel kommen, desto mafiöser, teurer und gefährlicher ist die Reise. Zu Beginn können sie für wenig Geld Busse besteigen, am Ende zahlen sie ein Vermögen für eine lebensgefährliche Bootsfahrt. Agadez ist eine Zäsur in diesem Kontinuum. Bis zu diesem Ort ist das Recht auf ihrer Seite. Jenseits davon gibt es nichts mehr, auf das sie sich verlassen könnten [...] „Die EU hat Niger dazu gebracht, den Weg durch die Sahara zu versperren“, sagt Diallo. Er hält das für illegal: „Die Migranten sind Bürger der westafrikanischen Staatengemeinschaft“, sagt er. „Sie haben das Recht, sich hier frei zu bewegen. Stattdessen werden sie behandelt wie Verbrecher, aufgehalten und in Lager gesteckt.“ 5.700 Migranten pro Monat fahren nach Schätzung der IOM heute von Niger nach Libyen, etwa ein Fünftel des Vorjahreswertes. Die Reise sei für sie gefährlich geworden, sagt Diallo [...] Bis zu 1.500 Euro bekommen ehemalige Schlepper, wenn sie sich eine neue Existenz aufbauen wollen. 3.000 haben dafür bislang einen entsprechenden Antrag gestellt. Das Geld kommt von der EU, die noch eine ganze Reihe weiterer Projekte in Agadez finanziert, um das zerstörte Geschäft zu kompensieren.
18.12.2017 - taz
Gruß
Birgitt
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Alexander
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Tunesien: Friedhof der Unbekannten - Der Totengräber von Zar
Hunderte von Flüchtlingen wurden an die tunesische Küste angespült. Chemseddine Marzoug bestattet sie auf dem Friedhof der Unbekannten.
Grüsse
Alexander
Qantara: Der Totengräber von ZarzisFrüher hat Chemseddine Marzoug als Fischer gearbeitet. Seit den späten 1990er Jahren hatten er und seine Kollegen immer wieder Leichen oder Körperteile in den Netzen. Marzoug übernahm damals die Koordination mit den Behörden und bestattete die Toten auf dem Friedhof der Kleinstadt. Doch mit der Zeit wurden es immer mehr. "Die Leute haben sich beklagt, dass der Friedhof zu voll sei. Seit wir dort Ausländer bestatten würden, gäbe es keinen Platz mehr für die Anwohner."
Grüsse
Alexander
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Alexander
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Verdacht auf Korruptionsskandal im BAMF
Gerade finde ich diesen Artikel, in dem von Korruptionsverdacht im BAMF gesprochen wird.
Die Rede ist von einer BAMF Mitarbeiterin, die ohne Prüfung Jesiden Asylanträge positiv ausgestellt haben soll. Vermittelt wurden die Jesiden von drei Rechtsanwälten. Derzeit ist nicht bekannt, ob die Mitarbeiterin finanzielle Zuwendungen dafür bekommen hat. Die Vermittlungen seien wohl bei diversen Restaurantbesuchen besprochen worden zu sein.
Sicherlich handelt es sich dabei um einen Rechtsverstoß, den die Mitarbeiterin begangen hat. Moralisch wäre der Vorfall vermutlich anders zu bewerten, bedenkt man, was den Jesiden vom IS angetan wurde. Allerdings hätten die Jesiden aufgrund ihrer Situation vermutlich sowieso einen positiven Bescheid bekommen, sodass die "Abkürzung" des Verfahrens vermutlich nicht erforderlich gewesen wäre.
Grüsse
Alexander
Die Rede ist von einer BAMF Mitarbeiterin, die ohne Prüfung Jesiden Asylanträge positiv ausgestellt haben soll. Vermittelt wurden die Jesiden von drei Rechtsanwälten. Derzeit ist nicht bekannt, ob die Mitarbeiterin finanzielle Zuwendungen dafür bekommen hat. Die Vermittlungen seien wohl bei diversen Restaurantbesuchen besprochen worden zu sein.
Sicherlich handelt es sich dabei um einen Rechtsverstoß, den die Mitarbeiterin begangen hat. Moralisch wäre der Vorfall vermutlich anders zu bewerten, bedenkt man, was den Jesiden vom IS angetan wurde. Allerdings hätten die Jesiden aufgrund ihrer Situation vermutlich sowieso einen positiven Bescheid bekommen, sodass die "Abkürzung" des Verfahrens vermutlich nicht erforderlich gewesen wäre.
Tagesschau: Verdacht auf Korruptionsskandal im BAMFDie Mitarbeiterin, die die Außenstelle des BAMF in Bremen leitete, ist vom Dienst suspendiert worden. Sie soll mit drei Rechtsanwälten zusammengearbeitet haben, die ihr offenbar systematisch Asylbewerber zugeführt haben. Diese stammen aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Bei den Antragstellern soll es sich zu großen Teilen um Jesiden gehandelt haben.
Grüsse
Alexander
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Flüchtlingswelle nach Europa - Flüchtlinge in Arbeit
Als die Flüchtlingsströme Deutschland erreichten herrschte Skepsis bezüglich Integration und Qualifikation für den Arbeitsmarkt. In der Zwischenzeit hat sich allerdings ein positiver Trend entwickelt, so die Bundesagentur für Arbeit.
Grüsse
Alexander
Frankfurter Allgemeine: Flüchtlinge in ArbeitNun scheint es, als wäre die Sorge gar nicht so schwerwiegend. Die Bundesagentur für Arbeit meldet erstaunliche Zahlen. 216.000 Flüchtlinge aus den wichtigsten acht Herkunftstaaten gehen in Deutschland inzwischen einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nach. Das sind Syrer, Iraker, Iraner, Afghanen, Pakistaner, Somalier, Eritreer und Nigerianer. Und dabei sind die geringfügig Beschäftigen noch nicht einmal mitgezählt. Den Berufseinstieg haben sie binnen kurzer Zeit geschafft.
Grüsse
Alexander
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Alexander
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Italien droht Rettungsschiff mit Hafensperre
Die neue populistische italienische Regierung droht ihre Häfen für Flüchtlinge zu schließen und übt dabei besonders Druck auf Malta aus. Italien würde damit gegen geltendes Recht verstoßen.
Grüsse
Alexander
Stuttgarter Nachrichten: Mittelmeer: Italien droht Rettungsschiff mit HafensperreMehr als 1.000 Menschen sind am Wochenende von seeuntauglichen Booten im Mittelmeer gerettet worden. Der neue italienische Innenminister Salvini drohte mit einer Hafensperre für Rettungsschiffe und nahm insbesondere Malta in der Flüchtlingskrise in die Pflicht. Nach Medienberichten forderte er Malta auf, dem Rettungsschiff "Aquarius" Einfahrt in Valletta zu gewähren. Sollte Malta sich weigern, wolle Salvini die Häfen schließen.
Grüsse
Alexander
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa
Als Nothafen für die Schiffsbrüchigen von Aquarius gerettet wäre Tripolis oder Sfax wesentlich näher als Malta oder gar Syrakus
https://www.marinetraffic.com/en/ais/ho ... 08/zoom:14
https://www.marinetraffic.com/en/ais/ho ... 08/zoom:14
Gruß Albatross
Wer Tippfehler findet darf sie behalten

Wer Tippfehler findet darf sie behalten

Re: Flüchtlingswelle nach Europa
Das tat und tut der Rest von Europa ja ständig!Italien würde damit gegen geltendes Recht verstoßen.
Abgesehen davon, Zeichen setzen und vermitteln, dass ein Ende der Willkommenspolitik erreicht ist.
NZZ am Sonntag
Eine Geschichte die einem traurig und zugleich wütend macht.Farid ist ein «seriöser Schlepper» – bis sein Boot kentert und über 100 Menschen sterben
In der Nacht des 2. Juni sind vor der Küste Tunesiens rund hundert Migranten ertrunken. Es ist das grösste Flüchtlingsdrama im Land. Der Kapitän ist auf der Flucht. Die Geschichte einer Tragödie.
An diesem Abend des 2. Juni weht eine sanfte Brise. Perfekte Verhältnisse für die Überfahrt. Der Fischkutter liegt gut einen Kilometer vor der tunesischen Inselgruppe Kerkenna vor Anker. Der Kapitän wartet in einer Kabine. Die Meute soll ihn nicht sehen. Niemand soll in wiedererkennen.
Die Männer kommen in kleinen Gruppen, es soll nicht auffallen. Von einem Strand der Insel werden sie in einem kleinen Holzboot abgeholt und zum Fischkutter gefahren. Immer neue Gruppen werden auf dem Schiff abgeladen, bis sich Rumpf und Deck des alten Fischerkahns mit Menschen füllen. Am Schluss sind es rund 180 meist junge Männer aus dem tunesischen Hinterland, die dicht gedrängt auf die Abfahrt warten. Sie alle träumen von einem besseren Leben in Europa.
Arm und ohne Perspektive
Kurz vor 21 Uhr sticht der Kapitän in See. Die italienische Insel Lampedusa ist rund 160 Kilometer entfernt. Der alte Kutter braucht für die Strecke sechs bis sieben Stunden. Keiner der Migranten weiss, wer der Mann hinter dem Steuer ist. Er benutzt verschiedene Namen, Telefonnummern, Facebook-Seiten. Bekannt ist er als Farid. Die Migranten trauen ihm. Er hat einen guten Ruf. Und Farid ist stolz darauf. Noch kurz vor der Fahrt sagte er: «Ich bin seit fast sechs Jahren im Geschäft. Ich bin ein seriöser Schlepper. Lieber gebe ich den Kunden das Geld zurück, als sie in Gefahr zu bringen oder zu betrügen.»
In dieser Nacht wird Farid seinem Ruf aber nicht gerecht. Nach zwei Stunden Fahrt fliesst Wasser ins Schiff. Panik bricht aus. «Umkehren!», rufen die Passagiere. Bald sind die ersten verzweifelten Schreie aus dem Rumpf zu hören, wo das Wasser immer höher steigt. Farid versucht nach einigem Zögern, das Boot zu wenden. Das Manöver misslingt, das Schiff beginnt zu kentern.
Es ist 22 Uhr 45, als die tunesische Küstenwache einen Notruf erhält. Bis die Rettungskräfte vor Ort ankommen, sind die meisten jedoch bereits ertrunken. Nur 68 Personen können gerettet werden. Die meisten anderen sind in dieser Nacht wahrscheinlich ums Leben gekommen.
Farid gehört weder zu den Toten noch zu den Geretteten. Kurz vor dem Kentern springen er und ein Helfer über Bord, wie überlebende Migranten erzählen. Offenbar mit einer Schwimmweste und einem Rucksack. Seither ist er auf der Flucht.
Landesweites Entsetzen
Das Schiffsunglück vom 2. Juni hat in Tunesien für einen Aufschrei in der Bevölkerung gesorgt. Es ist wohl die grösste Flüchtlingstragödie, die das Land je gesehen hat. Bis gestern Samstag wurden 77 Leichen geborgen. Beobachter und Nichtregierungsorganisationen befürchten, dass mehr als 100 Menschen ertrunken sind. Besonders gross ist die Bestürzung in Südtunesien.
14 Opfer sollen aus dem Ort El Hamma stammen, neun aus Bani Kheddache bei Medenine. Dort kam es am Donnerstagabend zu Ausschreitungen. Das Schiffsunglück hat auch politische Folgen. Am Mittwoch entliess Innenminister Lotfi Brahem zehn Polizeioffiziere, weil sie sich von Schleppern hatten bestechen lassen. Wenige Stunden nach der Entlassung musste auch der Innenminister selbst seinen Posten räumen. Beat Stauffer
Doch wer ist der Mann, der für das grösste tunesische Schiffsunglück verantwortlich ist? Ein kaltblütiger Profiteur? Ein rücksichtsloser Menschenhändler? Über ein Jahr traf sich die «NZZ am Sonntag» immer wieder mit Farid, dessen richtiger Name der Zeitung bekannt ist. Bei den Treffen erzählte er von seinem Leben als Schlepper. Es gehört zur Ironie dieser Geschichte, dass Farids Kahn in Tunesien gesunken ist. Das Land ist seine Heimat, die Überfahrt vor einer Woche hätte seine letzte sein sollen.
Farid war einst nicht anders als die Männer gewesen, die er in dieser Nacht auf sein Schiff nahm. Er stammt aus einem Kaff im Hinterland der südtunesischen Hafenstadt Sfax, weit weg vom Meer. Mit 14 verliess er die Schule, um seiner Familie zu helfen. Er arbeitete auf Olivenplantagen, auf dem Bau. «Ich konnte so mehr schlecht als recht meine Eltern und die fünf Geschwister über die Runden bringen.» Perspektiven hatte er keine. Nicht einmal an Heirat war zu denken.
Als in Tunesien 2010/2011 Aufstände begannen, verschlechterte sich die Lage vor allem für Arme wie Farid. Er ging nach Libyen, um Arbeit zu suchen. In Zuwara, der ersten grösseren Stadt nach der tunesischen Grenze, heuerte er bei einem Fischer an, der mehrere Schiffe besass. «Ich hatte keine Erfahrung, doch er stellte mich ein. Ich war kräftig und lernte schnell. Ich half dem Mechaniker auf dem Kutter, unterstützte die Fischer bei ihrer Arbeit, reparierte die Netze und kochte für die Mannschaft.»
Doch als der Arabische Frühling auch in Libyen für Unruhe sorgte, war hier nichts mehr wie früher. Mehrere Zehntausend Afrikaner, aber auch Flüchtlinge aus anderen Ländern, wollten Libyen verlassen. Farids Chef, ein bauernschlauer Typ, realisierte, dass er nun richtig viel Geld verdienen konnte. «Du kannst locker das Zehn- oder Zwanzigfache verdienen, und das Risiko ist nicht gross, sagte mir mein Chef», erzählt Farid. Und schon 2012 begann Farid, statt Fische Migranten zu laden und nach Europa zu bringen. Er lernte, auch Schiffe zu steuern und Motoren zu reparieren. Oft war er nur mit einem Gehilfen auf den Überfahrten.
Das Geschäft lief hervorragend. Fast fünf Jahre lang fuhr Farid zwischen April und Oktober Migranten nach Lampedusa oder nach Sizilien - bis zu fünf Mal im Monat. Pro Fahrt verdiente er 2500 Euro, eine astronomische Summe im Vergleich zu seinem Lohn als Hilfsarbeiter. Ab und zu wurden seine Schiffe von der italienischen Küstenwache kontrolliert. Doch man konnte sie offenbar schmieren.
Nur einmal sei er in eine harte Kontrolle geraten, erzählte Farid. Da habe er sich aber unter die Flüchtlinge gemischt. Später konnte er aus dem Aufnahmezentrum schleichen und sich absetzen. Mit der Küstenwache in Zuwara gab es ohnehin keine Probleme. Farids Chef hatte ein Abkommen mit ihr. Kontrolliert wurde nur jedes zehnte Boot. Und auch in diesem Fall fand man rasch eine Lösung. «Die Milizen von Zuwara haben uns unterstützt und die auslaufenden Boote stets auch eskortiert.»
«Ein Drecksjob»
Dass seine Chefs manchmal bewaffnete Milizionäre engagierten, um die Flüchtlinge ruhig zu stellen, nahm er hin. «Einmal habe ich gesehen, wie sie einen Afrikaner über Bord geworfen haben. Warum, weiss ich nicht, ich hatte zu tun mit dem Steuern. Wahrscheinlich hat er sich aufgelehnt.»
Das setzte ihm aber zu, wie er sagt, auch die Bilder der angeschwemmten Leichen am Strand von Zuwara. «Es sind ja meist auch Muslime. Da sagte ich mir: Hör auf, das ist ein Drecksjob.» 2017 wollte Farid umsatteln, Drogen transportieren. Doch der Drogenhandel machte ihm mehr Angst als das Schleusen von Menschen. Nach einer Überfahrt hörte er auf. «Ich habe dem Boss gesagt, meine Mutter sei krank, und bin nach Tunesien zurück.»
Farid kehrte in sein Dorf zurück. Dort galt er inzwischen als erfolgreicher Händler. Er half seiner Familie, baute Häuser für sie. Er erzählte allen, er habe einen Fischkutter besessen und handle nun mit chinesischen Importen. «Seit ich einen Anzug trage und ein teures Auto fahre, haben die Leute Respekt vor mir. Als ungelernter Landarbeiter wurde ich verspottet. Einmal machte ich ein Fest und lud tausend Leute ein. Das ganze Dorf und viele aus der Nachbarschaft.»
Farid hätte mit dem Geld etwas Neues beginnen können. Doch das Geschäft mit den Migranten liess ihn nicht los. Er fing wieder an zu schleusen. Diesmal ging er jedoch nach Algerien. Das Geschäft hatte sich hierhin verschoben, weil in Libyen die Milizen nun mit den Italienern kooperierten und die Boote stoppten.
In Algerien legten die Schiffe in der Gegend von Oran in Richtung Spanien los; von Algerien aus ist es der kürzeste Weg nach Europa. Fünfmal sei er vor die Küste in der Nähe von Almería gefahren und habe die Migranten dort ausgeladen. «Die letzten 50 bis 100 Meter mussten sie, wie immer bei mir, schwimmen». Farid wollte ja mit seinem Boot zurückfahren können. «Meine Kunden hatten meistens Schwimmwesten dabei oder leere PET-Flaschen in einem kleinen Rucksack», beteuert er.
Die letzte Überfahrt
Im November 2017 geriet Farid mit einem Schiff in einen Sturm. Und zum ersten Mal, so sagt er, ertranken Menschen auf der Überfahrt, unter ihnen eine syrische Familie. «Das war ein Schock für mich. Ich wollte aufhören.» Auch kamen ihm die Behörden auf die Spur. Und wegen der toten Syrer drohten ihm Islamisten.
Farid kehrte zurück nach Tunesien. Doch ans Aufhören war nicht zu denken. Er sagt, er sei von den «Harraga» regelrecht bestürmt worden, weiterzumachen. So werden junge ausreisewillige Einheimische genannt. Er organisierte im März und April zwei Überfahrten. Doch das Geschäft sei schwieriger geworden, sagte Farid noch vor wenigen Wochen. Er wollte wieder zurück nach Libyen. Die Überfahrt am letzten Samstag hätte die letzte aus Tunesien sein sollen.
Sonntag, 3. Juni, 2 Uhr morgens. Während die Küstenwache noch immer nach Überlebenden sucht, klingelt bei Farids bestem Freund das Telefon. «Verdammte Scheisse, es ist etwas passiert!», schreit Farid in den Hörer. «Das Schiff ist gekentert. Ich muss sofort weg.» Er sei nicht schuld. Es sei sein Chef gewesen, der ihn gezwungen habe, so viele Migranten auf den alten Fischerkahn zu laden. Dann hängt Farid auf.
All das wäre nicht nötig, würde man endlich den Leuten klar vermitteln, dass es aussichtslos ist über den Teich zu kommen.
Gruss Turi
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa - Flüchtlinge in Arbeit
Ich rechne mal eben ganz grob nach:Alexander hat geschrieben:Als die Flüchtlingsströme Deutschland erreichten herrschte Skepsis bezüglich Integration und Qualifikation für den Arbeitsmarkt. In der Zwischenzeit hat sich allerdings ein positiver Trend entwickelt, so die Bundesagentur für Arbeit.
Frankfurter Allgemeine: Flüchtlinge in ArbeitNun scheint es, als wäre die Sorge gar nicht so schwerwiegend. Die Bundesagentur für Arbeit meldet erstaunliche Zahlen. 216.000 Flüchtlinge aus den wichtigsten acht Herkunftstaaten gehen in Deutschland inzwischen einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nach. Das sind Syrer, Iraker, Iraner, Afghanen, Pakistaner, Somalier, Eritreer und Nigerianer. Und dabei sind die geringfügig Beschäftigen noch nicht einmal mitgezählt. Den Berufseinstieg haben sie binnen kurzer Zeit geschafft.
Grüsse
Alexander
Von 1.400.000 "potentiellen Fachkräften" haben jetzt ca. 216.000 Pers. eine sozialversicherungspflichtige Arbeit, also ca. jeder 6. hat eine Arbeitsstelle, Arbeitslosenquote 85%
Gesamtdeutschland Arbeitslosenquote 6%
jeder 16. hat KEINE Arbeitsstelle
Das hiesse, die Beschäftigungsquote der "zugewanderten Fachkräfte" ist ca. 14 mal geringer !
Die Betrachtung nach dem Volumen der gezahlten Sozialbeiträge und Verdrängungseffekte auf andere Arbeitnehmer lassen wir lieber mal.
Wenn etwas "erstaunlich" an den vom BA genannten Zahlen ist, dann dieser Zusammenhang und der Versuch, dem Bürger so etwas als Erfolg zu verkaufen.
Gruss
Lothar
-
marcelloperrone
- Beiträge: 101
- Registriert: So 4. Feb 2007, 00:55
Re: Flüchtlingswelle nach Europa
Lothar, Deine Rechnung stimmt so natürlich nicht, weil 15% Beschäftigete nicht gleich 85% Arbeitslose sind. Bedingt aussagekräftiger wären die Beschäftigten innerhalb der Bevölkerung, daß sind in Deutschland 44,3 Millionen, also rund 53%, bei den "Flüchtlingen" wird von rund 25% gesprochen, also rund der Hälfte. Dabei nicht in betracht gezogen ist, daß der Anteil der arbeitsfähigen unter den Neubürgern sicherlich größer ist. Wie dem auch sei, auch ich war sehr verwundert, was einem da wieder als Erfolg verkauft werden soll. Schön, daß der steuerzahlende Teil der Bevölkerung nur noch für 75% der angekommen aufkommen muß. Momentan bin ich ganz froh in Italien zu wohnen, es scheint sich endlich was zu bewegen....
Re: Flüchtlingswelle nach Europa
Die Spanier werden es jetzt ja richten.
Hauptsache sie können in der EU anlanden und Asyl beantragen, das ihnen zwar eh nicht zusteht, Gesetz hin oder her.
Können dann noch klagen und nach 2 Jahren als Härtefälle hier bleiben.
Da drückt man in den Medien dann noch auf die Tränendrüsen mit Babys und Frauen.
Das ganze grenzt an ein schlechtes Theaterstück mit Happy End für den Rest der Welt, und eine Minderheit in Europa, die nicht zugeben kann, dass die Flüchtlingsgeschichte immer mehr aus dem Ruder läuft, klatscht noch Beifall.
Die Politiker die dieses Chaos verursachen und immer noch für richtig halten, werden eines Tages hoffentlich zur Rechenschaft gezogen.
Ich frage mich wer dem Treiben mal ein Ende setzt, denke es wird eines Tages ein sehr böses Erwachen geben.
Gruss Turi
Hauptsache sie können in der EU anlanden und Asyl beantragen, das ihnen zwar eh nicht zusteht, Gesetz hin oder her.
Können dann noch klagen und nach 2 Jahren als Härtefälle hier bleiben.
Da drückt man in den Medien dann noch auf die Tränendrüsen mit Babys und Frauen.
Das ganze grenzt an ein schlechtes Theaterstück mit Happy End für den Rest der Welt, und eine Minderheit in Europa, die nicht zugeben kann, dass die Flüchtlingsgeschichte immer mehr aus dem Ruder läuft, klatscht noch Beifall.
Die Politiker die dieses Chaos verursachen und immer noch für richtig halten, werden eines Tages hoffentlich zur Rechenschaft gezogen.
Ich frage mich wer dem Treiben mal ein Ende setzt, denke es wird eines Tages ein sehr böses Erwachen geben.
Gruss Turi
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