Flüchtlingswelle nach Europa
Moderator: Moderatoren
Re: Flüchtlingswelle nach Europa
Hallo Alex
Wäre von Interesse wenn man die Liste aus der Zeit, in der die Kolonien noch aktiv waren, hätte.
Denke die Statistik würde anders ausfallen.
Erst nach Beendigung der Kolonialzeit ging es mit einigen dieser Länder steil bergab, zB Simbabwe oder Südsudan, wo es im Moment am offensichtlichsten ist.
Bist Du der Meinung dass es den Eriträern/ex Äthiopiern zB besser geht, ohne die Kolonialisten, als Simbabwe zur Kolonialzeit?
Und wie geht es Simbabwe heute ohne die Kolonialisten?
Auch kann das ganze südliche Arfika heute von ihrer Kolonialzeit profitieren.
Es wurden sicher Fehler gemacht, alles in allem haben die meisten ex Kolonien von der Zeit profitieren können und profitieren
immer noch.
Wo wäre der Tourismus in Namibia, Südafrika, Zambia heute, um nur einige zu nennen.
Man kann das Rad nicht zurückdrehen und alle, die hier für eine globalisierte Welt eintreten, hätten logischerweise früher den Kolonialismus unterstützt, denn die globalisierte Welt verkörpert genau das, zum Vorteil ein paar weniger Grosskonzerne, zB Coca Cola, Nestle, die ganze Farmaindustrie usw, leiden heute wieder Millionen, weil sie ihr eigenes Wasser teuer kaufen müssen.
Sie geben lieber das Geld für ein Ifon aus, anstatt für Lebensmittel, da werden Gelüste geweckt, die man nicht kannte, Mars etc.
Also, ist es heute besser? Denke eher nicht.
Gruss Turi
Wäre von Interesse wenn man die Liste aus der Zeit, in der die Kolonien noch aktiv waren, hätte.
Denke die Statistik würde anders ausfallen.
Erst nach Beendigung der Kolonialzeit ging es mit einigen dieser Länder steil bergab, zB Simbabwe oder Südsudan, wo es im Moment am offensichtlichsten ist.
Bist Du der Meinung dass es den Eriträern/ex Äthiopiern zB besser geht, ohne die Kolonialisten, als Simbabwe zur Kolonialzeit?
Und wie geht es Simbabwe heute ohne die Kolonialisten?
Auch kann das ganze südliche Arfika heute von ihrer Kolonialzeit profitieren.
Es wurden sicher Fehler gemacht, alles in allem haben die meisten ex Kolonien von der Zeit profitieren können und profitieren
immer noch.
Wo wäre der Tourismus in Namibia, Südafrika, Zambia heute, um nur einige zu nennen.
Man kann das Rad nicht zurückdrehen und alle, die hier für eine globalisierte Welt eintreten, hätten logischerweise früher den Kolonialismus unterstützt, denn die globalisierte Welt verkörpert genau das, zum Vorteil ein paar weniger Grosskonzerne, zB Coca Cola, Nestle, die ganze Farmaindustrie usw, leiden heute wieder Millionen, weil sie ihr eigenes Wasser teuer kaufen müssen.
Sie geben lieber das Geld für ein Ifon aus, anstatt für Lebensmittel, da werden Gelüste geweckt, die man nicht kannte, Mars etc.
Also, ist es heute besser? Denke eher nicht.
Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
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rainer.hiss
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa
Hallo zusammen
ich finde die Diskussion etwas befremdlich, denn ohne Kolonialzeit würde es die Länder in ihren Grenzen gar nicht geben. In vielen Gegenden wurde ein Nationalstaatenbegriff eingeführt in denen es davor Stammes-, ethnisch-, kulturell- bzw. gesellschaftlich-orientierte Zusammengehörigkeit gab. Ein gute Beispiel ist dabei der Nahe Osten sowie viele Staaten in Afrika.
Fakt ist, dass die Regionen keinerlei Chance hatten sich in und aus ihrem ursprünglichen Kontext zu entwickeln, sondern durch den Kolonialismus wurde ihnen ein System (Nationalstaat, Wirtschaftssystem, etc.) übergestülpt und das in den meisten Fällen mit massiver Gewalt.
Dies mit der Globalisierung zu vergleichen hinkt etwas, auch wenn einige Aspekte ähnlich sind.
Die hypothetische Frage ob der Kolonialismus Afrika mehr genutzt als geschadet hat, empfinde ich deshalb schon fast als eine zynische Frage.
Gruss
Rainer
ich finde die Diskussion etwas befremdlich, denn ohne Kolonialzeit würde es die Länder in ihren Grenzen gar nicht geben. In vielen Gegenden wurde ein Nationalstaatenbegriff eingeführt in denen es davor Stammes-, ethnisch-, kulturell- bzw. gesellschaftlich-orientierte Zusammengehörigkeit gab. Ein gute Beispiel ist dabei der Nahe Osten sowie viele Staaten in Afrika.
Fakt ist, dass die Regionen keinerlei Chance hatten sich in und aus ihrem ursprünglichen Kontext zu entwickeln, sondern durch den Kolonialismus wurde ihnen ein System (Nationalstaat, Wirtschaftssystem, etc.) übergestülpt und das in den meisten Fällen mit massiver Gewalt.
Dies mit der Globalisierung zu vergleichen hinkt etwas, auch wenn einige Aspekte ähnlich sind.
Die hypothetische Frage ob der Kolonialismus Afrika mehr genutzt als geschadet hat, empfinde ich deshalb schon fast als eine zynische Frage.
Gruss
Rainer
"Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben"
Alexander von Humboldt
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Birgitt
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa
Tamir und Khalid treten wie seriöse Geschäftsleute auf – sie brachten 5.000 Flüchtlinge nach Europa. Beide sind stolz darauf. Und sie sind ausgestiegen ...
Business mit Flüchtlingen im Sudan - Die Ehre der Schleuser
23.11.2016 - taz
Gruß
Birgitt
Business mit Flüchtlingen im Sudan - Die Ehre der Schleuser
23.11.2016 - taz
Gruß
Birgitt
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Alexander
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa
Viele tunesische Jugendliche würden das Land verlassen, wenn es möglich wäre. Auch auf illegalem Wege.
Grüsse
Alexander
Telepolis: Tunesien: Ein Großteil der Jugend "hat die Nase voll" und will rausEin ziemlich hoher Anteil von jungen Tunesiern, etwa 45 Prozent, ist dazu bereit, ihr Land zu verlassen, selbst auf illegale Weise, so lauten die Überschriften zu mehreren News-Artikeln in Tunesien. Grundlage für die Zahlen ist eine Studie des tunesischen Forums für ökonomische und soziale Rechte (FTDES), dessen deutscher Partner die Rosa-Luxemburg-Stiftung ist.
Grüsse
Alexander
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa
Hi Alexander,
nicht nur ein Großteil der tunesischen Jugendlichen möchte ihr Land verlassen und am liebsten ins "Paradies Europa" aufbrechen sondern auch auf dem gesamten Maghreb ist es ähnlich und auch in Nah- und Mittelost, ganz Schwarzafrika etc. Diese Sehnsucht nach Europa ist absolut unabhängig von den gerade obwaltenden politischen Verhältnissen in den Ursprungsländern, nur bietet halt das Asylrecht der meisten EU-Länder und auch deren mehr oder weniger attraktive Willkommensstrukturen (fast) das einzige legale Einfallstor - also wird dies selbstverständlich genutzt.
Was Tunesien angeht, so kann ich mich dazu einigermaßen kompetent äußern, da wir momentan ca. 500 tunesische sprachschüler bei uns beherbergen, die auf eigene Kosten und ganz legal mit Visum etc. hierher kommen um in unseren Schulen intensiv Deutsch zu lernen. Danach haben sie die Absicht an unseren Unis weitgehend gratis zu studieren (Präferenz: Ingenieur) mit dem Ziel auf unserem Arbeitsmarkt hinterher fuß zu fassen.
Dieser Weg ist absolut nicht zu beanstanden und ich halte ihn auch migrations- sowie arbeitsmarktpolitisch für äußerst erfolgreich; er stellt m.E. die wohl einzige Alternative zu den anarchischen Bootstouren mithilfe von Schleusern und sonstigen Halsabschneidern dar.
Wer aus falschverstandener Menschenfreundlichkeit, Mitleid etc. meint die Desperados dieser Welt -sei es die kühl kalkulierenden Menschenhändler oder auch die kopflos (sorry für den Vergleich: wie Lemminge) auf die Boote springenden Paupers dieser Welt- in ihrem hoffnungslosen Unterfangen unterstützen zu müssen glaubt wird zumindest den letzteren armseligen Existenzen nun wirklich keinen Gefallen leisten meint doncarlos
nicht nur ein Großteil der tunesischen Jugendlichen möchte ihr Land verlassen und am liebsten ins "Paradies Europa" aufbrechen sondern auch auf dem gesamten Maghreb ist es ähnlich und auch in Nah- und Mittelost, ganz Schwarzafrika etc. Diese Sehnsucht nach Europa ist absolut unabhängig von den gerade obwaltenden politischen Verhältnissen in den Ursprungsländern, nur bietet halt das Asylrecht der meisten EU-Länder und auch deren mehr oder weniger attraktive Willkommensstrukturen (fast) das einzige legale Einfallstor - also wird dies selbstverständlich genutzt.
Was Tunesien angeht, so kann ich mich dazu einigermaßen kompetent äußern, da wir momentan ca. 500 tunesische sprachschüler bei uns beherbergen, die auf eigene Kosten und ganz legal mit Visum etc. hierher kommen um in unseren Schulen intensiv Deutsch zu lernen. Danach haben sie die Absicht an unseren Unis weitgehend gratis zu studieren (Präferenz: Ingenieur) mit dem Ziel auf unserem Arbeitsmarkt hinterher fuß zu fassen.
Dieser Weg ist absolut nicht zu beanstanden und ich halte ihn auch migrations- sowie arbeitsmarktpolitisch für äußerst erfolgreich; er stellt m.E. die wohl einzige Alternative zu den anarchischen Bootstouren mithilfe von Schleusern und sonstigen Halsabschneidern dar.
Wer aus falschverstandener Menschenfreundlichkeit, Mitleid etc. meint die Desperados dieser Welt -sei es die kühl kalkulierenden Menschenhändler oder auch die kopflos (sorry für den Vergleich: wie Lemminge) auf die Boote springenden Paupers dieser Welt- in ihrem hoffnungslosen Unterfangen unterstützen zu müssen glaubt wird zumindest den letzteren armseligen Existenzen nun wirklich keinen Gefallen leisten meint doncarlos
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Alexander
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa
Deutsche Polizei und Grenzschützer sollen in Niger zur Grenzsicherung und zur Kontrolle der Migrantenströme eingesetzt werden. Ob 20 Polizisten ausreichen? Im Fokus liegen die Flüchtlingsströme um Agadez. Allerdings gibt es dort derzeit keine Menschenschmuggler.
Grüsse
Alexander
Migazin: Bundespolizei soll Grenzen in Niger sichernDas Bundeskabinett hat den Einsatz von 20 Beamten der Bundespolizei im Niger beschlossen. Das Land ist wichtigstes Transitland von afrikanischen Flüchtlingen. Die Beamten sollen beim Aufbau von Grenzmanagement und Migrationskontrolle helfen.
Grüsse
Alexander
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tonicek
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- Registriert: Fr 16. Sep 2011, 22:33
- Wohnort: Nová Ves - CZ - irgendwo zwischen Mělnik + Prag
Flüchtlingswelle nach Europa
Ja, natürlich, warum nicht? Sie sollen ja nicht die Grenzen schützen oder schließen - sie sind ja dort als Lehrer & Trainer - und das werden doch wohl 20 Leute schaffen.Alexander hat geschrieben: . . . Ob 20 Polizisten ausreichen?
Übrigens, geh mal davon aus, daß diese 20 mindestens monatliche Lohnkosten von 100.000 € produzieren.
Was sollen wir denn noch alles bezahlen . . .?
Re: Flüchtlingswelle nach Europa
Hi Alexander,
du schreibst
In Deinen Bildern hattest Du m.W. doch auch einen weißen Pick-up mehrfach abgelichtet, von dem du nicht wusstest was er denn transportiere. Ich hatte dabei gleich an eine Menschenschmuggler-Vehikel gedacht.
Vielleicht könntest Du doch hier berichten was du über diese Infrastruktur der organisierten Afrikaflucht bei Deiner Nigerreise beobachten konntest. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass es diese "Reisbüros" überall in Agadez -mehr oder weniger versteckt- durchaus gibt und dass diese durchaus eine Schleuserfunktion bei diesem Riesengeschäft ausüben.
Was die Funktion deutscher Bundespolizei in Niger bzw. wohl im Raum Agadez angeht so darf man darüber sicher Zweifel haben inwieweit diese etwas sinnvolles ausrichten können, zumindest werden sie wohl kaum sich dem "Flüchtlingsstrom" entgegenstellen können und die Leute u.U. mit vorgehaltener waffe aufhalten. Wahrscheinlich werden sie mehr mit sich selbst und dem ungewohnten Klima zu tun haben und fluchen weil sie diese Entsendung wohl eher als Bestrafung empfinden - oder sie hocken die meiste Zeit in einer klimatisierten Hotelbar und schlürfen kühles Bier - ähnlich wie die Militärs der UN-Mission in der Westsahara.
Ich würde daher tippen dass es sich um eine Art "good-will-Aktion" stellvertretend für die dort eigentlich viel passender einsetzbaren französischen Berufskollegen handelt, die ja dort wenigstens sprachlich besser kommunizieren könnten.
so das wars mal wieder von Doncarlos
du schreibst
In den mehreren Büchern -zumeist von Journalisten die die Fluchtrouten nachgefahren sind- die ich dazu in der letzten zeit gelesen habe wird in der Tat Agadez als Drehscheibe der Trans-sahara-Flüchtlingsströme beschrieben. Was die Präsenz von "Schleusern" angeht hieß es in diesen journalistischen berichten, dass es sich dabei eigentlich um bloße Reisebüros handele, die sowohl die wichtigsten aktuellen Informationen erteilen als auch die Transporte organisieren, d.h. Busse, Pick-ups, LKWs etc. zumindest bis zur algerischen bzw. heute mehrheitlich lybischen grenze anheuern und die Passagiere gegen saftige Vermittlungsgelder bzw. Fahrtkosten darauf unterbringen.Im Fokus liegen die Flüchtlingsströme um Agadez. Allerdings gibt es dort derzeit keine Menschenschmuggler
In Deinen Bildern hattest Du m.W. doch auch einen weißen Pick-up mehrfach abgelichtet, von dem du nicht wusstest was er denn transportiere. Ich hatte dabei gleich an eine Menschenschmuggler-Vehikel gedacht.
Vielleicht könntest Du doch hier berichten was du über diese Infrastruktur der organisierten Afrikaflucht bei Deiner Nigerreise beobachten konntest. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass es diese "Reisbüros" überall in Agadez -mehr oder weniger versteckt- durchaus gibt und dass diese durchaus eine Schleuserfunktion bei diesem Riesengeschäft ausüben.
Was die Funktion deutscher Bundespolizei in Niger bzw. wohl im Raum Agadez angeht so darf man darüber sicher Zweifel haben inwieweit diese etwas sinnvolles ausrichten können, zumindest werden sie wohl kaum sich dem "Flüchtlingsstrom" entgegenstellen können und die Leute u.U. mit vorgehaltener waffe aufhalten. Wahrscheinlich werden sie mehr mit sich selbst und dem ungewohnten Klima zu tun haben und fluchen weil sie diese Entsendung wohl eher als Bestrafung empfinden - oder sie hocken die meiste Zeit in einer klimatisierten Hotelbar und schlürfen kühles Bier - ähnlich wie die Militärs der UN-Mission in der Westsahara.
Ich würde daher tippen dass es sich um eine Art "good-will-Aktion" stellvertretend für die dort eigentlich viel passender einsetzbaren französischen Berufskollegen handelt, die ja dort wenigstens sprachlich besser kommunizieren könnten.
so das wars mal wieder von Doncarlos
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Alexander
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa
Hallo doncarlos,
Tatsächlich gibt es derzeit keine Flüchtlingsströme, die von Agadez aufbrechend in Richtung Libyen fahren. Der Hauptverkehr geht vielmehr in die entgegengesetzte Richtung. Die nigrische Regierung unterbindet das Flüchtlingsbusiness recht erfolgreich und bestraft die Schleußer mit Gefängnis, sollten sie erwischt werden.


In den weißen Pkws saßen ausschließlich Einzelpersonen, die von Richtung Libyen kommend (libysche Kennzeichen) nach Agadez fuhren. In Agadez waren auch keine Flüchtlinge zu sehen. Evtl. nehmen sie jetzt eine andere Route, oder der Strom kommt tatsächlich zum Versiegen. Das ist aber nur eine Vermutung.
Das waren meine Eindrücke und die Informationen, die ich unabhängig von den Locals und dem Maire bekam.
Grüsse
Alexander
Von diesen "journalistischen" Berichten habe ich auch einige gelesen und diese Berichte sind teilweise recht unterschiedlich und unvollständig. Bei diesen "Reisebüros" handelt es sich um Schleußer, die natürlich den Transport organisieren. Zuvor werden die Kosten für das Ticket allerdings etwas nach oben getrieben. Die "Reisebüros" vermitteln natürlich entsprechende Arbeitsplätze, damit die Flüchtlinge das Geld für Ticket und die Weiterfahrt verdienen können. Man könnte auch von einer Art Sklavenhandel sprechen.doncarlos hat geschrieben: Was die Präsenz von "Schleusern" angeht hieß es in diesen journalistischen berichten…
Tatsächlich gibt es derzeit keine Flüchtlingsströme, die von Agadez aufbrechend in Richtung Libyen fahren. Der Hauptverkehr geht vielmehr in die entgegengesetzte Richtung. Die nigrische Regierung unterbindet das Flüchtlingsbusiness recht erfolgreich und bestraft die Schleußer mit Gefängnis, sollten sie erwischt werden.
Bei genauem Lesen meines Beitrags stellt man fest, dass ich a) nicht von einem weißen Pickup geschrieben habe, sondern von weißen Pkws und b) ich keinen weißen Pickup mehrmals abgelichtet habe sondern den beigen Pickup unseres Militärkonvois.doncarlos hat geschrieben: In Deinen Bildern hattest Du m.W. doch auch einen weißen Pick-up mehrfach abgelichtet, von dem du nicht wusstest was er denn transportiere. Ich hatte dabei gleich an eine Menschenschmuggler-Vehikel gedacht.


In den weißen Pkws saßen ausschließlich Einzelpersonen, die von Richtung Libyen kommend (libysche Kennzeichen) nach Agadez fuhren. In Agadez waren auch keine Flüchtlinge zu sehen. Evtl. nehmen sie jetzt eine andere Route, oder der Strom kommt tatsächlich zum Versiegen. Das ist aber nur eine Vermutung.
Das waren meine Eindrücke und die Informationen, die ich unabhängig von den Locals und dem Maire bekam.
Grüsse
Alexander
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa
Hi DonCarlos,
ich denke, den Flüchtlingsstrom z.B. vom Niger/Tschad nach Algerien/Libyen zu kontrollieren, ist eine Sisyphusaufgabe.
Die Wüstensöhne kennen ihre Möglichkeiten und Schleichpfade genau und wenn ihnen der eine Weg versperrt wird, finden sie einen neuen. Wenn die „Reisebüros“ überwacht werden, läuft der Deal eben im Verborgenen. Wir haben es mal auf der Strecke Djanet (Algerien) <-> Ghat (Libyen) verfolgen können (schon ein paar Jahre her, die Migration ist ja nicht neu).
Ein Tuareg mit Landrover sammelt in Djanet Flüchtlinge ein (der weiss garantiert immer, wo „Kundschaft“ wartet), packt seine „Passagiere“ in den LR (dort sind sie von aussen nicht mehr erkennbar, darum wohl kein Pickup), fährt über die Grenze nach Ghat, schmiert in Ghat die Grenzer im Immigration-Office, während die „Passagiere“ draussen im LR warten und liefert sie irgendwo ab.
Eine Tour a 5 Personen ist pro Tag möglich und sorgt für leicht verdientes Geld. So einem Profi sein lukratives Geschäft zu vermiesen, ist sehr schwierig. Wenn die Immigration nicht mehr mitspielt, dann umfährt er sie eben. Der setzt sich nicht zur Ruhe und akzeptiert, dass sein Geschäftsmodell nicht mehr möglich sein soll.
Die hohe Zahlungsbereitschaft der Migranten wird dafür sorgen, dass Schlepper immer wieder neue Wege finden und wer sich erst einmal auf den Weg gemacht hat, der kehrt nicht so schnell wieder um, wenn er glaubt auf dem Weg ins Paradies zu sein.
Gruss
Lothar
ich denke, den Flüchtlingsstrom z.B. vom Niger/Tschad nach Algerien/Libyen zu kontrollieren, ist eine Sisyphusaufgabe.
Die Wüstensöhne kennen ihre Möglichkeiten und Schleichpfade genau und wenn ihnen der eine Weg versperrt wird, finden sie einen neuen. Wenn die „Reisebüros“ überwacht werden, läuft der Deal eben im Verborgenen. Wir haben es mal auf der Strecke Djanet (Algerien) <-> Ghat (Libyen) verfolgen können (schon ein paar Jahre her, die Migration ist ja nicht neu).
Ein Tuareg mit Landrover sammelt in Djanet Flüchtlinge ein (der weiss garantiert immer, wo „Kundschaft“ wartet), packt seine „Passagiere“ in den LR (dort sind sie von aussen nicht mehr erkennbar, darum wohl kein Pickup), fährt über die Grenze nach Ghat, schmiert in Ghat die Grenzer im Immigration-Office, während die „Passagiere“ draussen im LR warten und liefert sie irgendwo ab.
Eine Tour a 5 Personen ist pro Tag möglich und sorgt für leicht verdientes Geld. So einem Profi sein lukratives Geschäft zu vermiesen, ist sehr schwierig. Wenn die Immigration nicht mehr mitspielt, dann umfährt er sie eben. Der setzt sich nicht zur Ruhe und akzeptiert, dass sein Geschäftsmodell nicht mehr möglich sein soll.
Die hohe Zahlungsbereitschaft der Migranten wird dafür sorgen, dass Schlepper immer wieder neue Wege finden und wer sich erst einmal auf den Weg gemacht hat, der kehrt nicht so schnell wieder um, wenn er glaubt auf dem Weg ins Paradies zu sein.
Gruss
Lothar
Re: Flüchtlingswelle nach Europa
Hi Alexander,
danke für Deine weiteren Angaben zum aktuellen Stand des Flüchtlingsbusiness im Nord-Niger bzw. in der agadez-region.
Auch die genaueren Details zu dem ominösen weißen PKW aus Libyen rücken meine wohl nicht ganz richtigen Interpretationen etwas zurecht.
Hi Lothar,
Deine Schilderungen über die operative Seite des Schleuserwesens leuchtet mir voll ein. genauso habe ich mir dies eigentlich auch vorgestellt.
Wenn wir schon damals vor 20 jahren mit unseren gar nicht besonders wüstentauglichen Vehikeln den Polizisten und Zollbarrieren manches Schnippchen geschlagen haben so sollte dies den einheimischen Profis mit ihren heutzutage auch technisch überlegenen Geräten erst recht möglich sein.
Einig sind wir uns ja wohl auch in der Einschätzung der absoluten Ineffektivität deutscher Bundespolizisten falls diese tatsächlich auf den labyrinthartig verzweigten Schmuggelpfaden in Person die Transporte aufhalten wollten.
Ich würde daher eher schätzen, dass sie wohl hinter den Kulissen tätig werden, z.B. beim Aufbau der biometrischen Personenerfassung um das Überwachungssystem zu verfeinern. Da braucht es ja schon einige Schulung bei der Anwendung der empfindlichen Elektronik mitten im wüstensand.
Tja was waren das noch Zeiten als die Grenzer noch in Unterständen aus aufgetürmten Bruchsteinen und Wellblech hausten und die Visumsstempel unter dem Gebetsteppich aus dem sand ihrer Hütte ausgruben, anhauchten und dann ein kaum sichtbares Einreisevisum in den zerfledderten pass drückten meint Doncarlos
danke für Deine weiteren Angaben zum aktuellen Stand des Flüchtlingsbusiness im Nord-Niger bzw. in der agadez-region.
Auch die genaueren Details zu dem ominösen weißen PKW aus Libyen rücken meine wohl nicht ganz richtigen Interpretationen etwas zurecht.
Hi Lothar,
Deine Schilderungen über die operative Seite des Schleuserwesens leuchtet mir voll ein. genauso habe ich mir dies eigentlich auch vorgestellt.
Wenn wir schon damals vor 20 jahren mit unseren gar nicht besonders wüstentauglichen Vehikeln den Polizisten und Zollbarrieren manches Schnippchen geschlagen haben so sollte dies den einheimischen Profis mit ihren heutzutage auch technisch überlegenen Geräten erst recht möglich sein.
Einig sind wir uns ja wohl auch in der Einschätzung der absoluten Ineffektivität deutscher Bundespolizisten falls diese tatsächlich auf den labyrinthartig verzweigten Schmuggelpfaden in Person die Transporte aufhalten wollten.
Ich würde daher eher schätzen, dass sie wohl hinter den Kulissen tätig werden, z.B. beim Aufbau der biometrischen Personenerfassung um das Überwachungssystem zu verfeinern. Da braucht es ja schon einige Schulung bei der Anwendung der empfindlichen Elektronik mitten im wüstensand.
Tja was waren das noch Zeiten als die Grenzer noch in Unterständen aus aufgetürmten Bruchsteinen und Wellblech hausten und die Visumsstempel unter dem Gebetsteppich aus dem sand ihrer Hütte ausgruben, anhauchten und dann ein kaum sichtbares Einreisevisum in den zerfledderten pass drückten meint Doncarlos
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Birgitt
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa
Für das Thema Immigration und Grenzposten vergangener Zeiten haben wir euch einen eigenen Thread gestartet:
Immigration und Grenzposten vergangener Zeiten
Hier an dieser Stelle bitten wir euch, beim Thema "Flüchtlingswelle nach Europa" zu bleiben.
Danke.
Birgitt, Mod-Team
@ todo: dein Posting haben wir in den neuen Thread verschoben.
Immigration und Grenzposten vergangener Zeiten
Hier an dieser Stelle bitten wir euch, beim Thema "Flüchtlingswelle nach Europa" zu bleiben.
Danke.
Birgitt, Mod-Team
@ todo: dein Posting haben wir in den neuen Thread verschoben.
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Birgitt
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa
Mehreren Hundert Flüchtlingen ist es heute erneut gelungen, die sechs Meter hohe Grenzanlage der spanischen Exklave Ceuta zu überwinden und damit EU-Boden zu erreichen. Dabei wurden nach Behördenangaben zwei Polizisten und drei Flüchtlinge leicht verletzt ...
Fast 400 Flüchtlinge gelangen nach Ceuta
09.12.2016 - tagesschau
Spain's Ceuta enclave stormed by migrants
09.12.2016 - BBC
Gruß
Birgitt
Fast 400 Flüchtlinge gelangen nach Ceuta
09.12.2016 - tagesschau
Spain's Ceuta enclave stormed by migrants
09.12.2016 - BBC
Gruß
Birgitt
Re: Flüchtlingswelle nach Europa
Hallo Birgitt,
mir sei der Hinweis gestattet, dass sich an der Situation/Problematik am Grenzübergang in Ceuta in den vergangenen 20 Jahren bis auf die Höhe des Zaunes auch nicht viel geändert hat.
Du vermisst bei den letzten Beiträgen den Bezug zur Aktualität - dann möchte ich den hier deutlich machen, die Aussage lautet:
Aus meiner Sicht ist es mit vertretbaren Mitteln nicht möglich, die Migration aus der Subsahara zu kontrollieren, erst recht nicht mit „europäischem know-how“. Die Schleuser vor Ort werden immer Wege finden, die Migranten gegen Bezahlung weiter gen Norden zu transportieren.
Das Sandmeer ist mit Hilfe Ortskundiger leichter zu durchqueren als das Mittelmeer, aber schwieriger zu kontrollieren.
Gruss
Lothar
mir sei der Hinweis gestattet, dass sich an der Situation/Problematik am Grenzübergang in Ceuta in den vergangenen 20 Jahren bis auf die Höhe des Zaunes auch nicht viel geändert hat.
Du vermisst bei den letzten Beiträgen den Bezug zur Aktualität - dann möchte ich den hier deutlich machen, die Aussage lautet:
Aus meiner Sicht ist es mit vertretbaren Mitteln nicht möglich, die Migration aus der Subsahara zu kontrollieren, erst recht nicht mit „europäischem know-how“. Die Schleuser vor Ort werden immer Wege finden, die Migranten gegen Bezahlung weiter gen Norden zu transportieren.
Das Sandmeer ist mit Hilfe Ortskundiger leichter zu durchqueren als das Mittelmeer, aber schwieriger zu kontrollieren.
Gruss
Lothar


