Die Möglichkeiten Propaganda zu verbreiten gibt es leider immer noch und man wird es nicht vollkommen verhindern können. Es gibt z.B. viele File Sharing Webseiten, wo man Dateien hochladen und zum Download oder zum Ansehen anbieten kann. Die Propaganda wird auf vielen verfügbaren File Sharing Seiten gepostet und teilweise mehrfach. Die Anbieter löschen diese Uploads nach relativ kurzer Zeit. Im Schnitt wohl nach 2 – 3 Tagen. Bei dem Umfang, den User hier hochladen ist ein schnelleres Entdecken dieser Dateien wohl nicht schneller möglich.Hazi hat geschrieben:@Alexander
was tut sich mittlerweile im Net bzgl. Seiten, auf denen der IS seine Propaganda verbreitet?
Haben die noch die Möglichkeiten dazu, wie zuvor? Oder ist man da jetzt schneller auf Zack u. sperrt die Seiten?
Diverse Foren gibt es kaum noch. Ich kenne nur noch eins, was online ist. Man kann sich dort aber nicht mehr registrieren und der Inhalt kann nicht mehr öffentlich gelesen werden. Ein kleiner Schritt, mir persönlich wäre es aber lieber, wenn es ganz verschwinden würde. Das Forum wurde mit Sicherheit schon 50 mal gehackt. Der Betreiber hat es immer wieder geschafft, es wieder online zu stellen.
Dann gibt es diese sozialen Netzwerke mit tausenden von Islamistenaccounts. Selbst wenn der Account ISIS123 gelöscht wird ist unter den Terroristen bekannt bzw. vereinbart, dass dann der nächste Account ISIS124 heißt und der nächste ISIS 125, usw. Auf diese Art schießen die Twitter Accounts aus dem Netz wie die Pilze. Es ist eine Sysiphusarbeit, diese Account ausfindig zu machen und dann auch noch zu hacken. Wobei zunächst der Hoster oder das soziale Netzwerk über den neuen Terroraccount informiert wird und ihm die Chance gibt, diesen selbst zu entfernen. Spielt der Provider nicht mit, wird der Account gehackt.
Sicherlich erschweren diese Maßnahmen die Kontaktaufnahme potentieller Auswanderer, aber auf Dauer wird es nicht verhindert. Und die Verbreitung der Propagandavideos erst recht nicht. Der personelle Aufwand, alle Seiten ständig zu überwachen wäre immens und inwieweit eine Überwachung technisch möglich ist vermag ich nicht einzuschätzen. Technisch wird im Netz nach bestimmen Schlüsselwörtern gesucht. Wenn es aber keine gibt, dann ist die Suche schwer.
Sicherlich macht die Störung der Internetpropaganda Sinn. Es ist aber nur ein kleiner Beitrag im Kampf gegen den IS und beruhen vielfach auf "Privatinitiativen", denen natürlich auch Grenzen gesetzt sind. Ich denke, dass die Sicherheitsbehörden und Geheimdienste mehr Möglichkeiten hätten. Diese dürften aber auch langsam überfordert sein. Man stelle sich vor, dass Sympathisanten und Rückkehrer ständig überwacht werden. Der personelle Aufwand dafür ist enorm. Und da wird es auch Lücken geben.
Der Kampf gegen diese Mördertruppe muss von allen Seiten geschehen und das konsequent. Und es dürfen keine politischen Interessen im Wege stehen, welche die eine oder andere Fraktion veranlasst nur halbherzig gegen den IS vorzugehen, oder ihn sogar noch zu unterstützen.
Grüsse
Alexander




