Murmansk und so...
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- Rolandderältere
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Murmansk und so...
Hallo,
als Jahresreise 2017 war eine Umrundung der Ostsee auf dem Landweg, entgegen dem Uhrzeigersinn geplant.
Wir waren somit zwar in keinem neuen Land, sahen doch aber sehr viel Neuland mit vielem beeindruckenden.
Wir sind viel zu spät gestartet.
Wir laborierten seit der letzten Reise
https://www.wohnmobilforum.de/w-t119362.html
an den technischen Zipperlein unserer heiligen Kuh (seit 1990 unser treues Reisemobil in Form eines VW Bulli T3 Syncro Bj. 88 also ein „youngtimer“), schon so lange verzweifelt herum, dass wir uns einfach nicht trauten, die für diese Fahrt notwendigen Russlandvisa früher zu beantragen.
Beim Russlandvisum muss man sich schließlich für den frühesten Einreisetag ins Land festlegen, wodurch dann auch der späteste Ausreisetag festgelegt ist.
=================================================================================
Am 7.7.17 ging es dann doch endlich los. Von Niederbayern in Richtung Polen.
Weil wir nach dem ganzen Packstress ein Verschnaufen brauchen, ist in diese Himmelsrichtung eine erste Übernachtung auf dem Wohnmobilstellplatz in Kemnath am Eisteich bei uns schon Tradition. Dieses Jahr dort gleich mit einer netten Überraschung:
Zwei der wohnmobilen Nachbarn dort erkannten uns als „die, die damals schon einmal hier übernachteten. Da ward Ihr doch auch auf dem Weg nach Russland?“
Ja, das war zu Beginn unserer ersten Russlandreise 2013...
Da war für alle Beteiligten schon einmal der Gesprächsstoff für diesen Abend gesichert.
Unser Reisetempo konnten wir geruhsam halten, wie wir es uns seit Jahrzehnten schon auf die Fahnen schrieben. Das früheste Einreisedatum nach Russland war ja fix. Das heißt, auf Autobahnen geht es nur im Notfall und das Navi führt uns über möglichst direkte Straßen und Wege. Autowandern eben.
Auf diese Art finden wir sogar in Brandenburg nette Stellplätze auf denen man willkommen ist. Auch ohne Navi Stellplatz-App!
Solche Plätze sind manchmal kaum frequentiert, man fühlt sich oft wie ein mittelgroßer Entdecker. Das bindet dann, so dass man mit eventuellen Nachbarn viel einfacher in Reden kommt, wie auf den meisten in jedem Stellplatzführer gelisteten.
Polen
Hier im Nachbarland, zumindest auf den normalen und überaus gepflegten Überlandstraßen, war das Fahren auch jetzt in der reinen Hauptferienzeit hektikfrei. Die Landschaft in der Gegend von Poznan bis Elblag könnte fast schon von einer Märklinlandschaft kopiert sein.
Vielleicht liegt es auch an unserer Einstellung: Hier ging unsere Fahrt einfach erholsam weiter.
Jeden Tag ist irgendwann Zeit, einen Platz zum übernachten zu suchen.
Dann beobachtet „unsereiner“ die Straßenränder, ob man da oder dort wohl unbehelligt seine Nacht verbringen kann. Man wird schnell fündig.
Kaliningrad
Dieses Mal fahren wir „gen Osten“ ein erstes Mal hier nach Russland in die westlichste Provinz, die Exklave mit dem Oblast (Region) Kaliningrad.
Iris meinte, die Kurische Nehrung dort ist doch dermaßen „berühmt“, die sollten wir doch auch einmal gesehen haben.
Somit haben wir das auch...
Wir hatten uns für Russland dieses Mal nur ein 30 Tage Visum besorgt und mussten somit darin 2 Mal die Ein- und Ausreise unterbringen. Das heißt, innerhalb dieser Zeit fahren wir nach Kaliningrad auch noch jeweils ein Stück über Litauen und Lettland, bis wir im Oblast Pskov das russische „Kernland“ erreichen.
Hier erleben wir dabei dann wieder etwas, was viele Autotouristen schon nicht mehr kennen:
Grenzkontrollen zwischen Ländern dessen politische Situation mit den Nachbarn nicht nur harmoniert.
Der polnische Grenzpolizist ließ uns spüren, dass er keinen Tourismus in Russland machen würde...
Die russische Abfertigung war auch dieses Mal, eine der genauesten und zeitaufwendigsten, die wir auf all unseren Reisen erlebten.
Sie war für uns jedoch immer absolut korrekt und jenseits jeglicher Schikane oder gar Korruption!
Vorkontrolle der Reisepässe, ausfüllen von Zolldeklaration und Immigrationsformular
https://russische-botschaft.ru/de/consu ... tion-card/
sowie Verpflichtungserklärung (mit Androhung möglicher schmerzhafter Strafe), dass wir unser Fahrzeug wieder rechtzeitig aus der Russischen Föderation ausführen.
Der hilfreiche Beamte meinte, für die Angabe zum Fahrzeugwert hätten wir jegliche Bandbreite..!
Man sollte sich also vielleicht schon vorher Gedanken über den Wert machen, den man dann in diesem Formular angibt:
Sollte man nicht in der Lage sein, mit dem Fahrzeug auszureisen (wegen Verlust evtl. durch Totalschaden, Diebstahl oder auch (illegalem) Verkauf) ist er Grundlage für sämtliche Zollabgaben oder auch Strafen.
Natürlich kommt dazu auch noch die Fahrzeugkontrolle. Deren Genauigkeitsgrad ist jedes Mal sehr hoch. Bei unserem wirklich voll ausgerüsteten und mit Reiseutensilien jeglicher Art bestückten Reisemobil gab es bei all dem jedoch nie eine Beanstandung.
Wir haben an diesen Grenzen aber auch keine Ambitionen etwas zu schmuggeln, da wir ja einreisen wollen und bei Vergehen uns dort die Einreise auch noch an der Grenze verweigert werden kann.
Ähnlich ergeht es russischen Staatsbürgern auch, wenn sie in die EU wollen. Für ein Visum dürfen die zusätzlich noch ihren Fingerabdruck abliefern...
Man sagt, all das auf Gegensätzlichkeit beruhende würde angenehmer, wenn die Russen zu uns reisen könnten wie wir z.B. innerhalb der EU...
Von all dem Grenzgeschehen gibt es bei mir keine Fotos, so wie z.B. von einer inneren EU Grenze!
Es mag ja Staaten geben, in denen man nichts gegen Bilder der Grenzabfertigung hat. Davon wissen wir nichts, haben jedoch schon oft mitbekommen, dass Grenzer darauf allergisch reagierten.
Meist wird das jedoch genauso geahndet, wie fotografieren militärischer Einrichtungen.
Skurriles zu beachtenswerten Vorschriften im „grenzüberschreitenden Verkehr“ erfuhren wir ganz oben im Norden Russlands von einem norwegischen Autotouristen mit großer Familie, großem Caravan und US Van als Zugwagen:
Er war eigentlich auch ein erfahrener „Grenzgänger“ in diesem Nordeuropa. Lange vor dieser Einreise nach Russland besuchte er Schweden und bunkerte dort, wegen der enormen Preisdifferenz nach Norwegen, etliches an Bier. Das war wohl noch nicht getrunken bis zur Einreise nach Russland und er war somit auf dem Weg nach Saint Petersburg zum Gericht, um sein Verfahren zu bekommen:
Er hatte bei der Einreise nach Russland mehr als die erlaubten 1,5 (!) Liter Bier pro erwachsenem Passagier dabei.
Skurril, weil Bier in Spitzenqualität in Russland wesentlich billiger ist, wie in Skandinavien.
Wir waren aber auch schon mittendrin in Kaliningrad. Hinter seiner Grenze war nichts mehr zu spüren von der überall gleichartigen Hektik „Westeuropas“. Ebenso aber auch nichts mehr von dessen wirtschaftlichem Aufschwung.
Das Reisen wurde noch einmal ein Stück geruhsamer. Die Grundstücke sahen immer mehr aus „wie von früher“. Waren sie „ärmlicher“, oder sind sie einfach nur weniger protzig?
Die, die offensichtlich dann doch von „Bonzen, Oligarchen oder einfach nur Neureichen“ bewohnt waren, sind in der Regel gänzlich eingezäunt und mit Videokameras nebst Wachpersonal total abgeschirmt.
Kurische Nehrung
Ein paar wenige Russinnen sahen wir doch schon baden. Der Strand war ja auch einladend. Aber die Lufttemperatur schon ein Vorzeichen für das, was uns auf dieser Reise bleiben sollte: Der Griff zu wärmerer Kleidung.
Wir waren aber trotzdem verwundert, hier so wenig Touristen „aus dem Westen“ anzutreffen. Die vorhandene touristische Infrastruktur war sichtbar nur zu einem geringen Teil ausgelastet. Schade, da gute Angebote wirklich vorhanden sind.
Liegt es an der Visapflicht, der man ja fast völlig entwöhnt ist?
Um es einem problemlos zu beschaffen, buhlen viele Agenturen. Google wartet mit vielen davon auf.
Die Gebühren von ca. € 85,00 für einen Monat mit Visa in Russland zu reisen werden oft von unwesentlicheren Ausgaben gerne übertroffen...
Noch einmal zu den Kosten: 1 Liter Diesel kostet immer noch deutlich unter € 0,60! Einkaufen im Tante Emma Laden, aber auch im exklusiven Supermarkt liegt ungefähr im unteren Bereich unseres einheimischen Niveaus.
Wenn man die Augen offen hält, wird man mit vielen fremdartigen Eindrücken belohnt.
Hier erkundeten wir, wie eigentlich in allen anderen Ländern auch, wieder einmal einen Friedhof:
Die jungen Besucher dieses Grabes gingen gerade und erweckten meine Neugierde was sie denn da, statt Blumen, wohl hinterlassen hatten.
Wodka und Schokolade!
Sie meinten es offensichtlich immer noch gut mit ihrem Freund.
Diese Babuschka aktuell wohl mit ihrer Enkelin:
Litauen
Die Kurische Nehrung, jetzt aber wieder in der EU, brachte wieder „Normalität“: Maut bis Klaipeda.
Der Tourismus in Litauen ist wieder auf uns altbekanntem Niveau, das wir z.B. von der Parkplatz- Strand- Unterkunfts- und Andenkenbewirtschaftung an der Ost- und Nordsee kennen.
Logisch ist folglich auch, dass man auf den noch gebührenfreien strandnahen Parkplätzen selbstverständlich überwiegend nicht Nachtparken darf. Wenn man nun, „man“ hat ja schließlich einiges dafür getan autark zu sein, frei stehen will, muss man schon ein wenig nach geeigneten Plätzen suchen. Oder „Mut“, wegen möglichem polizeilichen Weiterschickens aufbringen.
Wir waren hier dann 7 dieser mutigen!
Gemeinsam hatten wir einen sehr informativen und geselligen Abend. Selbstverständlich wieder einmal in unserem VW Bus und nicht in deren Ford Transit oder auch Wohnanhänger...
Dafür hat „der große“ aber auch ein sehr schönes Handyfoto geschossen:
Das Beweisfoto, dass in einem VW T3 Camper auch gut sieben auf einem Streich feiern können! Der, hier nicht sichtbare, Fotograf ist der siebte.
Man lernt ja nie aus:
Textilstrände, Nacktbadestrände und Hundestrände kannten wir ja schon.
In Litauen reserviert man noch Strände für Waib (OT Niederbayern)- und Männlein, aber auch solche nur für Waiblein. Wohlgemerkt auf beiden Seiten textilbedeckt!
Im Baltikum, aber danach auch in Russland gibt es viel geschnitztes für den Wegrand und den Garten. Oft riesengroß. Sehr oft auch noch im Boden verwurzelt.
In Nida, ein schon ewig als Künstlerdorf bekanntes Touristenzentrum konnten wir dieses Werk einfach nicht übersehen:
Ein paar Kilometer bis zu unserer 2. russischen Grenze hatten wir noch vor uns und die 4 Wochen Visagültigkeit wurden schon weniger. So blieben wir hier nur noch genussvoll, ob der nicht mehr vorhandenen Grenzabfertigung, für das Foto stehen.
Lettland
Dieses Mal war Lettland für uns nur Durchreisestrecke. Schon eine angenehme.
Die Starenkästen, die uns seit Polen immer wieder ärgern wollten, konnten mit uns auch hier ihren Auftrag nicht erfüllen.
Das Wetter war noch sehr angenehm und die Landschaft einfach ländlich schön.
Als Hingucker standen, wieder die Störche in ihren Nestern Spalier.
Kurz darauf die Ausreise. Unspektakulär. Nur war der Drogenhund viel freundlicher wie seine menschlichen Kollegen und Kolleginnen.
Russland
Ubulinka war unser auserkorener Grenzübergang ins „Kernland“.
Weil wir möglichst auf Nebenstraßen unterwegs sind, benutzen wir auch selten die großen, bekannten, Übergänge.
Hier erwischten wir einen Zeitpunkt der „Wachablösung“. Wir waren mit ein paar wenigen Grenzgängern aus den direkten Nachbarländern die einzigen Touristen so richtig „aus dem Westen“ mit denen wir uns knappe 3 Stunden langweilen mussten.
Die eigentliche Abfertigung zeigte, dass da schon noch ein wenig Routine gut tun könnte.
Aber: Sie war auch hier wieder absolut freundlich (auch als wir dann noch ein 2. Formular brauchten, weil wir wieder einmal etwas falsch ausgefüllt hatten). Korrekt, fern jeder Schikane (nach der wir bei Gesprächen zuhause immer wieder gefragt wurden) und noch weiter weg von jeglicher Korruption.
Hier sahen wir an den Abfertigungsschaltern, auch auf englisch verfasste Aushänge, auf denen jeder Grenzgänger aufgefordert wurde, die angezeigte Telefonnummer anzurufen, wenn man zu irgendeiner Geldzahlung aufgefordert werden sollte. Also Anzeige erstatten.
Das Thema Korruptionsbekämpfung wird in vielen Ecken dieser Welt wirklich Ernst genommen... Zumindest auf diesem Niveau.
Als wir dann den Kontrollpunkt verlassen konnten, hatten wir (sehr wichtig für die Ausreiseprozedur, für weitere Russlandreisen manchmal auch danach um immer die erfolgte Fahrzeugausfuhr nachweisen zu können) eine Kopie unserer Zolldeklaration dabei. Weiterhin den Laufzettel für die fremdenpolizeiliche Registrierung an einer Institution oder Hotel im Lande innerhalb von 7 Arbeitstagen.
Die Notwendigkeit dieser Registrierung (darauf wird man normalerweise schon von seiner ausgewählten Visaagentur gründlich hingewiesen) ist recht umstritten.
https://russlande.de/registrierung-russland/
Wir sind bisher 3 Mal nach Russland ein- und ausgereist und haben uns bisher noch nie registrieren lassen. Es hatte einfach nicht gepasst. War bislang für uns problemfrei.
Für Reisemobilreisende, die normalerweise jeden Tag an einem anderen Ort übernachten, ist ein Passus der Registrierungsbestimmungen schon etwas unverständlich, offensichtlich aber auch „Auslegungssache“.
Offiziell ist wohl: Man muss sich registrieren, sobald man sich, irgendwo lasen wir einmal 3 Tage, an einem Ort aufhält...
Bei sehr vielen „verschlungenen“ Russlandreiseberichten hatte ich bisher nur einen einzigen, in dem von (kurz vor der Ausreise in die Mongolei) einer Kontrolle mit darauffolgender Strafe berichtet wurde. Die lag bei ca. € 30,00...
Diese Reisenden ließen sich dann, auf der Rückreise in einem Hotel (Gesamtkosten € 120,00) registrieren. Mit dem Ergebnis, dass sie bei der Ausreise wieder nicht danach gefragt wurden...
Als wir den Kontrollpunkt verlassen konnten, war es schon dunkel und wir hatten zur Frage Schlafplatzsuche im Neuland keinerlei Bedenken wie sonst manchmal doch daheim.
Bedenken, wenn auf der Landstraße solch ein Platz auftauchte
hatte früher, ich bezeichne es mittlerweile immer wieder als die Zeit der Sowjetunion, wohl ein jeder, der da aufkreuzte. War, hier kontrolliert, doch wohl vieles offen.
„ДПС= DPS= Дорожно-патрульная служба, doroschno-patrulnaja Sluschba=Straßen-Patrouillen-Dienst“, hieß das auf dem verblichenen Schild irgendwie.
Ich möchte nicht wissen, was hinter diesen Mauern damals alles so stattfand.
Alte Geschichten waren meist keine Reisewerbung...
Für uns war der aufgelassene Kontrollplatz einer von vielen absolut ruhigen Übernachtungsplätzen, an die wir hier so gewöhnt wurden. Auch die junge Inlinerübende, durch deren Rollgeräusche wir morgens aufwachten, machte einfach nur Spaß zum hingucken.
Es ging dann weiter nach Pskov.
In Russland gibt es offensichtlich fast schon einen Wettbewerb, welche Stadt denn das schönste „Begrüßungsportal“ hat.
Pskov begrüßt uns hiermit:
Auf dem Weg nach Norden ist Pskov für uns die nächste russische Großstadt. Hier können wir uns gründlich dazu „schlau machen“, was uns jetzt an Neuem erwartet.
Was wird uns der Russlandaufenthalt so kosten?
Wie werden wir internetmäßig angebunden sein?
Wie kommen wir mit unseren eigenen Kommunikationsmöglichkeiten zurecht?
Da ich diesen Bericht jetzt lange nach dieser Reise schreibe (während dieser wartete ich vergeblich auf den inspirierenden Kuss der Muse), kann ich behaupten, dass alles unseren Erwartungen entsprach.
Eine Russlandreise als Schlankheitskur zu planen geht schief!
Lebens- und Genussmittelangebote sind zu reichhaltig und einfach immer noch preiswert für Geldbeutel, die ihren Schwund in Deutschland gewohnt sind.
Seit ein paar Jahren lebt Russland ja mit Export- in und Importbeschränkungen aus dem „Westen“.
Wer schon vor den Beschränkungen hier einkaufte, kann nun mal z.B. den original Maasdamer Hartkäse nicht mehr billiger einkaufen wie Sonderangebote in Deutschland, er kann sich aber immer noch mit original Münchner Löwenbräubier trösten.
Ich muss da als Käseliebhaber schon eingestehen; Käse in Spitzenqualität herzustellen, muss man hier noch lernen. Dafür können sie aber wirklich besser in allen Arten von Hartwürsten...
Mir läuft jetzt noch das Wasser im Munde zusammen.
Für die Rückreise nicht gerade unwichtig: Das sind dann schon Leckereien, die man inzwischen wirklich nicht mehr bis in den Westen bringen darf.
Afrikanische Schweinepest ist kein Spaß.
Unser eigener Erfahrungsbericht zum „Schmuggelthema“ steht ganz am Anfang des Teiles bei der Einreise nach Norwegen.
Internet
Ist hier wirklich nett!
Da es wahrscheinlich schon traditionell kaum Proteste gegen den Bau von Mobilfunkmasten gab, können wir hier in Deutschland von der Netzabdeckung in Russland nur träumen...
Damals im Kaukasus, jetzt dann wieder in der Weite weit nördlich von Saint Petersburg gab es auch Löcher in diesem Netz. Die waren aber dermaßen abseits von Menschenansammlungen wesentlicher Größe, dass es ökonomisch nur sinnvoll erscheint.
Wir brauchten jetzt für den Genuss dieser Kommunikationsart eine SIM- Karte für unseren mobilen Router.
Dafür gibt es, als Platzhirsche in Russland, die Anbieter MTS (kyrillisch MTC) und Beeline (Билайн).
Wir kamen auch dieses Mal wieder zu Beeline.
Da der nette Verkäufer nun auch noch englisch sprach, konnten wir einfach erklären, was uns guttut:
Wir wollten unsere SIM- Karte nur für das Internet und bekamen diese somit für für ca. € 4,50, 5 GB, 4 Monate Laufzeit (letzteres konnten wir natürlich nicht selbst kontrollieren) und für unsere Reisestrecke ohne Roaming (ja, innerhalb Russlands gibt es das auch) nach ca. 20 Minuten funktionierend in unserem mobilen Router installiert.
Wovon Beeline mit solch einem Preis leben kann, fragen wir uns heute noch.
Oder aber, was daran ansonsten wohl verdient werden kann...
Wir waren jedenfalls wieder sicher im WWW und zogen, über absolut problemlose Schnellstraßen weiter nach
Saint Petersburg.
Dieser „Große“
Peter mit seiner Katharina blickt hier im Ortsteil Strelna wohlwollend auf die Kutsche mit diesen kleinen Neugierigen herab.
Hier an der Newabucht liegt das Pressezentrum der Regierung.
Eine Zeit lang war der davor liegende Großparkplatz zum Reisemobilstellplatz ausgebaut und wegen seinem Service offensichtlich sehr beliebt. Wir erlebten ihn 2013 vor- und 2017 nach dieser Periode als sehr friedlichen, inoffiziellen, Übernachtungsplatz. Offensichtlich hatte der Peter auch nachts nach hinten, zu uns gewandt, seine Augen offen...
Saint Petersburg ist immer noch die Kulturhauptstadt Russlands. Bei Russen, aber auch uns Touristen aus aller Welt absolut im Fokus.
Zur fast gleichen Jahreszeit 2013 und 2017 die hauptsächlichen Hingucker dort vergleichend, verstehen wir den Beinahmen „Venedig des Nordens“ nicht nur, wie ihn einst Peter der Große gemeint haben könnte, sondern nach dem Blick auf das „Urvenedig“ in Italien, schon hellseherisch:
Den explosionsartig angestiegenen Besucherstrom empfanden wir mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend.
Wenn der weiterhin so ansteigt, befürchten wir, dass der Charme dieser herrlichen Stadt irgendwann gleichen „Überlebensstrategien“ wie der der Urvenezianer weichen wird. Wir Touristen dann auch da unter uns bleiben.
Wir machten es ernst: Wir besuchten dieses Mal nicht noch einmal
https://www.bulliforum.com/viewtopic.php?t=96069
die Emeritage!
Wieder erleben wollten wir aber unbedingt noch einmal die Stimmung um die Auferstehungskirche herum. Erinnerte die uns doch an die, die Schwabing gaaaanz früher ausstrahlte. Hoch 3!
Es blieben gemischte Gefühle.
Gefühlt waren wir dieses Mal 5 Mal so viele wie 2013, die wir diese Stimmung genießen wollten. Selbstverständlich waren auch die Künstler und Fieranten mindestens 5 Mal so viele. Warum letzteres auch nicht?
Hier Peter der Große mit seiner Katharina, lebendig im digitalen Zeitalter.
Noch konnten wir auch hier eine besondere russische Annehmlichkeit genießen:
Es gab es auch dieses Mal keinerlei Parkgebühren, Parkzeitbegrenzung mittels Parkscheibe oder ähnliches!
Es gibt zwar Halte- und Parkverbote, an allen anderen Straßenrändern ist man jedoch unbeschränkt. Das galt 2013, während unseres 1. Besuchs dort, auch für die Straßen um den Kreml in Moskau. 2017 jedenfalls immer noch um die Eremitage und die Auferstehungskirche in Saint Petersburg herum.
Ein Maximum an Parkraum bekamen wir dann aber erst recht auf unserem weiteren Weg nach Norden in Richtung Murmansk.
Doch HALT, hätten wir an diesem Tag noch in Saint Petersburg mit unserer heiligen Kuh auf die Baustelle des höchsten Gebäudes in Europa, in 360 Meter Höhe fahren können, hätten wir sicher auch diiieee Foto- und Videoaufnahmen unseres Lebens gemacht. Dann wären wir da oben,
und könnten hier ein Bild eines runden Regenbogens einstellen.
Waren wir aber nicht...
Wir waren unten auf der Straße in Richtung Murmansk...
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Jetzt arbeite ich am Teil 2 dieses Berichtes.
Bis dahin grüßt erst einmal aus Niederbayern
Rolandderältere
als Jahresreise 2017 war eine Umrundung der Ostsee auf dem Landweg, entgegen dem Uhrzeigersinn geplant.
Wir waren somit zwar in keinem neuen Land, sahen doch aber sehr viel Neuland mit vielem beeindruckenden.
Wir sind viel zu spät gestartet.
Wir laborierten seit der letzten Reise
https://www.wohnmobilforum.de/w-t119362.html
an den technischen Zipperlein unserer heiligen Kuh (seit 1990 unser treues Reisemobil in Form eines VW Bulli T3 Syncro Bj. 88 also ein „youngtimer“), schon so lange verzweifelt herum, dass wir uns einfach nicht trauten, die für diese Fahrt notwendigen Russlandvisa früher zu beantragen.
Beim Russlandvisum muss man sich schließlich für den frühesten Einreisetag ins Land festlegen, wodurch dann auch der späteste Ausreisetag festgelegt ist.
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Am 7.7.17 ging es dann doch endlich los. Von Niederbayern in Richtung Polen.
Weil wir nach dem ganzen Packstress ein Verschnaufen brauchen, ist in diese Himmelsrichtung eine erste Übernachtung auf dem Wohnmobilstellplatz in Kemnath am Eisteich bei uns schon Tradition. Dieses Jahr dort gleich mit einer netten Überraschung:
Zwei der wohnmobilen Nachbarn dort erkannten uns als „die, die damals schon einmal hier übernachteten. Da ward Ihr doch auch auf dem Weg nach Russland?“
Ja, das war zu Beginn unserer ersten Russlandreise 2013...
Da war für alle Beteiligten schon einmal der Gesprächsstoff für diesen Abend gesichert.
Unser Reisetempo konnten wir geruhsam halten, wie wir es uns seit Jahrzehnten schon auf die Fahnen schrieben. Das früheste Einreisedatum nach Russland war ja fix. Das heißt, auf Autobahnen geht es nur im Notfall und das Navi führt uns über möglichst direkte Straßen und Wege. Autowandern eben.
Auf diese Art finden wir sogar in Brandenburg nette Stellplätze auf denen man willkommen ist. Auch ohne Navi Stellplatz-App!
Solche Plätze sind manchmal kaum frequentiert, man fühlt sich oft wie ein mittelgroßer Entdecker. Das bindet dann, so dass man mit eventuellen Nachbarn viel einfacher in Reden kommt, wie auf den meisten in jedem Stellplatzführer gelisteten.
Polen
Hier im Nachbarland, zumindest auf den normalen und überaus gepflegten Überlandstraßen, war das Fahren auch jetzt in der reinen Hauptferienzeit hektikfrei. Die Landschaft in der Gegend von Poznan bis Elblag könnte fast schon von einer Märklinlandschaft kopiert sein.
Vielleicht liegt es auch an unserer Einstellung: Hier ging unsere Fahrt einfach erholsam weiter.
Jeden Tag ist irgendwann Zeit, einen Platz zum übernachten zu suchen.
Dann beobachtet „unsereiner“ die Straßenränder, ob man da oder dort wohl unbehelligt seine Nacht verbringen kann. Man wird schnell fündig.
Kaliningrad
Dieses Mal fahren wir „gen Osten“ ein erstes Mal hier nach Russland in die westlichste Provinz, die Exklave mit dem Oblast (Region) Kaliningrad.
Iris meinte, die Kurische Nehrung dort ist doch dermaßen „berühmt“, die sollten wir doch auch einmal gesehen haben.
Somit haben wir das auch...
Wir hatten uns für Russland dieses Mal nur ein 30 Tage Visum besorgt und mussten somit darin 2 Mal die Ein- und Ausreise unterbringen. Das heißt, innerhalb dieser Zeit fahren wir nach Kaliningrad auch noch jeweils ein Stück über Litauen und Lettland, bis wir im Oblast Pskov das russische „Kernland“ erreichen.
Hier erleben wir dabei dann wieder etwas, was viele Autotouristen schon nicht mehr kennen:
Grenzkontrollen zwischen Ländern dessen politische Situation mit den Nachbarn nicht nur harmoniert.
Der polnische Grenzpolizist ließ uns spüren, dass er keinen Tourismus in Russland machen würde...
Die russische Abfertigung war auch dieses Mal, eine der genauesten und zeitaufwendigsten, die wir auf all unseren Reisen erlebten.
Sie war für uns jedoch immer absolut korrekt und jenseits jeglicher Schikane oder gar Korruption!
Vorkontrolle der Reisepässe, ausfüllen von Zolldeklaration und Immigrationsformular
https://russische-botschaft.ru/de/consu ... tion-card/
sowie Verpflichtungserklärung (mit Androhung möglicher schmerzhafter Strafe), dass wir unser Fahrzeug wieder rechtzeitig aus der Russischen Föderation ausführen.
Der hilfreiche Beamte meinte, für die Angabe zum Fahrzeugwert hätten wir jegliche Bandbreite..!
Man sollte sich also vielleicht schon vorher Gedanken über den Wert machen, den man dann in diesem Formular angibt:
Sollte man nicht in der Lage sein, mit dem Fahrzeug auszureisen (wegen Verlust evtl. durch Totalschaden, Diebstahl oder auch (illegalem) Verkauf) ist er Grundlage für sämtliche Zollabgaben oder auch Strafen.
Natürlich kommt dazu auch noch die Fahrzeugkontrolle. Deren Genauigkeitsgrad ist jedes Mal sehr hoch. Bei unserem wirklich voll ausgerüsteten und mit Reiseutensilien jeglicher Art bestückten Reisemobil gab es bei all dem jedoch nie eine Beanstandung.
Wir haben an diesen Grenzen aber auch keine Ambitionen etwas zu schmuggeln, da wir ja einreisen wollen und bei Vergehen uns dort die Einreise auch noch an der Grenze verweigert werden kann.
Ähnlich ergeht es russischen Staatsbürgern auch, wenn sie in die EU wollen. Für ein Visum dürfen die zusätzlich noch ihren Fingerabdruck abliefern...
Man sagt, all das auf Gegensätzlichkeit beruhende würde angenehmer, wenn die Russen zu uns reisen könnten wie wir z.B. innerhalb der EU...
Von all dem Grenzgeschehen gibt es bei mir keine Fotos, so wie z.B. von einer inneren EU Grenze!
Es mag ja Staaten geben, in denen man nichts gegen Bilder der Grenzabfertigung hat. Davon wissen wir nichts, haben jedoch schon oft mitbekommen, dass Grenzer darauf allergisch reagierten.
Meist wird das jedoch genauso geahndet, wie fotografieren militärischer Einrichtungen.
Skurriles zu beachtenswerten Vorschriften im „grenzüberschreitenden Verkehr“ erfuhren wir ganz oben im Norden Russlands von einem norwegischen Autotouristen mit großer Familie, großem Caravan und US Van als Zugwagen:
Er war eigentlich auch ein erfahrener „Grenzgänger“ in diesem Nordeuropa. Lange vor dieser Einreise nach Russland besuchte er Schweden und bunkerte dort, wegen der enormen Preisdifferenz nach Norwegen, etliches an Bier. Das war wohl noch nicht getrunken bis zur Einreise nach Russland und er war somit auf dem Weg nach Saint Petersburg zum Gericht, um sein Verfahren zu bekommen:
Er hatte bei der Einreise nach Russland mehr als die erlaubten 1,5 (!) Liter Bier pro erwachsenem Passagier dabei.
Skurril, weil Bier in Spitzenqualität in Russland wesentlich billiger ist, wie in Skandinavien.
Wir waren aber auch schon mittendrin in Kaliningrad. Hinter seiner Grenze war nichts mehr zu spüren von der überall gleichartigen Hektik „Westeuropas“. Ebenso aber auch nichts mehr von dessen wirtschaftlichem Aufschwung.
Das Reisen wurde noch einmal ein Stück geruhsamer. Die Grundstücke sahen immer mehr aus „wie von früher“. Waren sie „ärmlicher“, oder sind sie einfach nur weniger protzig?
Die, die offensichtlich dann doch von „Bonzen, Oligarchen oder einfach nur Neureichen“ bewohnt waren, sind in der Regel gänzlich eingezäunt und mit Videokameras nebst Wachpersonal total abgeschirmt.
Kurische Nehrung
Ein paar wenige Russinnen sahen wir doch schon baden. Der Strand war ja auch einladend. Aber die Lufttemperatur schon ein Vorzeichen für das, was uns auf dieser Reise bleiben sollte: Der Griff zu wärmerer Kleidung.
Wir waren aber trotzdem verwundert, hier so wenig Touristen „aus dem Westen“ anzutreffen. Die vorhandene touristische Infrastruktur war sichtbar nur zu einem geringen Teil ausgelastet. Schade, da gute Angebote wirklich vorhanden sind.
Liegt es an der Visapflicht, der man ja fast völlig entwöhnt ist?
Um es einem problemlos zu beschaffen, buhlen viele Agenturen. Google wartet mit vielen davon auf.
Die Gebühren von ca. € 85,00 für einen Monat mit Visa in Russland zu reisen werden oft von unwesentlicheren Ausgaben gerne übertroffen...
Noch einmal zu den Kosten: 1 Liter Diesel kostet immer noch deutlich unter € 0,60! Einkaufen im Tante Emma Laden, aber auch im exklusiven Supermarkt liegt ungefähr im unteren Bereich unseres einheimischen Niveaus.
Wenn man die Augen offen hält, wird man mit vielen fremdartigen Eindrücken belohnt.
Hier erkundeten wir, wie eigentlich in allen anderen Ländern auch, wieder einmal einen Friedhof:
Die jungen Besucher dieses Grabes gingen gerade und erweckten meine Neugierde was sie denn da, statt Blumen, wohl hinterlassen hatten.
Wodka und Schokolade!
Sie meinten es offensichtlich immer noch gut mit ihrem Freund.
Diese Babuschka aktuell wohl mit ihrer Enkelin:
Litauen
Die Kurische Nehrung, jetzt aber wieder in der EU, brachte wieder „Normalität“: Maut bis Klaipeda.
Der Tourismus in Litauen ist wieder auf uns altbekanntem Niveau, das wir z.B. von der Parkplatz- Strand- Unterkunfts- und Andenkenbewirtschaftung an der Ost- und Nordsee kennen.
Logisch ist folglich auch, dass man auf den noch gebührenfreien strandnahen Parkplätzen selbstverständlich überwiegend nicht Nachtparken darf. Wenn man nun, „man“ hat ja schließlich einiges dafür getan autark zu sein, frei stehen will, muss man schon ein wenig nach geeigneten Plätzen suchen. Oder „Mut“, wegen möglichem polizeilichen Weiterschickens aufbringen.
Wir waren hier dann 7 dieser mutigen!
Gemeinsam hatten wir einen sehr informativen und geselligen Abend. Selbstverständlich wieder einmal in unserem VW Bus und nicht in deren Ford Transit oder auch Wohnanhänger...
Dafür hat „der große“ aber auch ein sehr schönes Handyfoto geschossen:
Das Beweisfoto, dass in einem VW T3 Camper auch gut sieben auf einem Streich feiern können! Der, hier nicht sichtbare, Fotograf ist der siebte.
Man lernt ja nie aus:
Textilstrände, Nacktbadestrände und Hundestrände kannten wir ja schon.
In Litauen reserviert man noch Strände für Waib (OT Niederbayern)- und Männlein, aber auch solche nur für Waiblein. Wohlgemerkt auf beiden Seiten textilbedeckt!
Im Baltikum, aber danach auch in Russland gibt es viel geschnitztes für den Wegrand und den Garten. Oft riesengroß. Sehr oft auch noch im Boden verwurzelt.
In Nida, ein schon ewig als Künstlerdorf bekanntes Touristenzentrum konnten wir dieses Werk einfach nicht übersehen:
Ein paar Kilometer bis zu unserer 2. russischen Grenze hatten wir noch vor uns und die 4 Wochen Visagültigkeit wurden schon weniger. So blieben wir hier nur noch genussvoll, ob der nicht mehr vorhandenen Grenzabfertigung, für das Foto stehen.
Lettland
Dieses Mal war Lettland für uns nur Durchreisestrecke. Schon eine angenehme.
Die Starenkästen, die uns seit Polen immer wieder ärgern wollten, konnten mit uns auch hier ihren Auftrag nicht erfüllen.
Das Wetter war noch sehr angenehm und die Landschaft einfach ländlich schön.
Als Hingucker standen, wieder die Störche in ihren Nestern Spalier.
Kurz darauf die Ausreise. Unspektakulär. Nur war der Drogenhund viel freundlicher wie seine menschlichen Kollegen und Kolleginnen.
Russland
Ubulinka war unser auserkorener Grenzübergang ins „Kernland“.
Weil wir möglichst auf Nebenstraßen unterwegs sind, benutzen wir auch selten die großen, bekannten, Übergänge.
Hier erwischten wir einen Zeitpunkt der „Wachablösung“. Wir waren mit ein paar wenigen Grenzgängern aus den direkten Nachbarländern die einzigen Touristen so richtig „aus dem Westen“ mit denen wir uns knappe 3 Stunden langweilen mussten.
Die eigentliche Abfertigung zeigte, dass da schon noch ein wenig Routine gut tun könnte.
Aber: Sie war auch hier wieder absolut freundlich (auch als wir dann noch ein 2. Formular brauchten, weil wir wieder einmal etwas falsch ausgefüllt hatten). Korrekt, fern jeder Schikane (nach der wir bei Gesprächen zuhause immer wieder gefragt wurden) und noch weiter weg von jeglicher Korruption.
Hier sahen wir an den Abfertigungsschaltern, auch auf englisch verfasste Aushänge, auf denen jeder Grenzgänger aufgefordert wurde, die angezeigte Telefonnummer anzurufen, wenn man zu irgendeiner Geldzahlung aufgefordert werden sollte. Also Anzeige erstatten.
Das Thema Korruptionsbekämpfung wird in vielen Ecken dieser Welt wirklich Ernst genommen... Zumindest auf diesem Niveau.
Als wir dann den Kontrollpunkt verlassen konnten, hatten wir (sehr wichtig für die Ausreiseprozedur, für weitere Russlandreisen manchmal auch danach um immer die erfolgte Fahrzeugausfuhr nachweisen zu können) eine Kopie unserer Zolldeklaration dabei. Weiterhin den Laufzettel für die fremdenpolizeiliche Registrierung an einer Institution oder Hotel im Lande innerhalb von 7 Arbeitstagen.
Die Notwendigkeit dieser Registrierung (darauf wird man normalerweise schon von seiner ausgewählten Visaagentur gründlich hingewiesen) ist recht umstritten.
https://russlande.de/registrierung-russland/
Wir sind bisher 3 Mal nach Russland ein- und ausgereist und haben uns bisher noch nie registrieren lassen. Es hatte einfach nicht gepasst. War bislang für uns problemfrei.
Für Reisemobilreisende, die normalerweise jeden Tag an einem anderen Ort übernachten, ist ein Passus der Registrierungsbestimmungen schon etwas unverständlich, offensichtlich aber auch „Auslegungssache“.
Offiziell ist wohl: Man muss sich registrieren, sobald man sich, irgendwo lasen wir einmal 3 Tage, an einem Ort aufhält...
Bei sehr vielen „verschlungenen“ Russlandreiseberichten hatte ich bisher nur einen einzigen, in dem von (kurz vor der Ausreise in die Mongolei) einer Kontrolle mit darauffolgender Strafe berichtet wurde. Die lag bei ca. € 30,00...
Diese Reisenden ließen sich dann, auf der Rückreise in einem Hotel (Gesamtkosten € 120,00) registrieren. Mit dem Ergebnis, dass sie bei der Ausreise wieder nicht danach gefragt wurden...
Als wir den Kontrollpunkt verlassen konnten, war es schon dunkel und wir hatten zur Frage Schlafplatzsuche im Neuland keinerlei Bedenken wie sonst manchmal doch daheim.
Bedenken, wenn auf der Landstraße solch ein Platz auftauchte
hatte früher, ich bezeichne es mittlerweile immer wieder als die Zeit der Sowjetunion, wohl ein jeder, der da aufkreuzte. War, hier kontrolliert, doch wohl vieles offen.
„ДПС= DPS= Дорожно-патрульная служба, doroschno-patrulnaja Sluschba=Straßen-Patrouillen-Dienst“, hieß das auf dem verblichenen Schild irgendwie.
Ich möchte nicht wissen, was hinter diesen Mauern damals alles so stattfand.
Alte Geschichten waren meist keine Reisewerbung...
Für uns war der aufgelassene Kontrollplatz einer von vielen absolut ruhigen Übernachtungsplätzen, an die wir hier so gewöhnt wurden. Auch die junge Inlinerübende, durch deren Rollgeräusche wir morgens aufwachten, machte einfach nur Spaß zum hingucken.
Es ging dann weiter nach Pskov.
In Russland gibt es offensichtlich fast schon einen Wettbewerb, welche Stadt denn das schönste „Begrüßungsportal“ hat.
Pskov begrüßt uns hiermit:
Auf dem Weg nach Norden ist Pskov für uns die nächste russische Großstadt. Hier können wir uns gründlich dazu „schlau machen“, was uns jetzt an Neuem erwartet.
Was wird uns der Russlandaufenthalt so kosten?
Wie werden wir internetmäßig angebunden sein?
Wie kommen wir mit unseren eigenen Kommunikationsmöglichkeiten zurecht?
Da ich diesen Bericht jetzt lange nach dieser Reise schreibe (während dieser wartete ich vergeblich auf den inspirierenden Kuss der Muse), kann ich behaupten, dass alles unseren Erwartungen entsprach.
Eine Russlandreise als Schlankheitskur zu planen geht schief!
Lebens- und Genussmittelangebote sind zu reichhaltig und einfach immer noch preiswert für Geldbeutel, die ihren Schwund in Deutschland gewohnt sind.
Seit ein paar Jahren lebt Russland ja mit Export- in und Importbeschränkungen aus dem „Westen“.
Wer schon vor den Beschränkungen hier einkaufte, kann nun mal z.B. den original Maasdamer Hartkäse nicht mehr billiger einkaufen wie Sonderangebote in Deutschland, er kann sich aber immer noch mit original Münchner Löwenbräubier trösten.
Ich muss da als Käseliebhaber schon eingestehen; Käse in Spitzenqualität herzustellen, muss man hier noch lernen. Dafür können sie aber wirklich besser in allen Arten von Hartwürsten...
Mir läuft jetzt noch das Wasser im Munde zusammen.
Für die Rückreise nicht gerade unwichtig: Das sind dann schon Leckereien, die man inzwischen wirklich nicht mehr bis in den Westen bringen darf.
Afrikanische Schweinepest ist kein Spaß.
Unser eigener Erfahrungsbericht zum „Schmuggelthema“ steht ganz am Anfang des Teiles bei der Einreise nach Norwegen.
Internet
Ist hier wirklich nett!
Da es wahrscheinlich schon traditionell kaum Proteste gegen den Bau von Mobilfunkmasten gab, können wir hier in Deutschland von der Netzabdeckung in Russland nur träumen...
Damals im Kaukasus, jetzt dann wieder in der Weite weit nördlich von Saint Petersburg gab es auch Löcher in diesem Netz. Die waren aber dermaßen abseits von Menschenansammlungen wesentlicher Größe, dass es ökonomisch nur sinnvoll erscheint.
Wir brauchten jetzt für den Genuss dieser Kommunikationsart eine SIM- Karte für unseren mobilen Router.
Dafür gibt es, als Platzhirsche in Russland, die Anbieter MTS (kyrillisch MTC) und Beeline (Билайн).
Wir kamen auch dieses Mal wieder zu Beeline.
Da der nette Verkäufer nun auch noch englisch sprach, konnten wir einfach erklären, was uns guttut:
Wir wollten unsere SIM- Karte nur für das Internet und bekamen diese somit für für ca. € 4,50, 5 GB, 4 Monate Laufzeit (letzteres konnten wir natürlich nicht selbst kontrollieren) und für unsere Reisestrecke ohne Roaming (ja, innerhalb Russlands gibt es das auch) nach ca. 20 Minuten funktionierend in unserem mobilen Router installiert.
Wovon Beeline mit solch einem Preis leben kann, fragen wir uns heute noch.
Oder aber, was daran ansonsten wohl verdient werden kann...
Wir waren jedenfalls wieder sicher im WWW und zogen, über absolut problemlose Schnellstraßen weiter nach
Saint Petersburg.
Dieser „Große“
Peter mit seiner Katharina blickt hier im Ortsteil Strelna wohlwollend auf die Kutsche mit diesen kleinen Neugierigen herab.
Hier an der Newabucht liegt das Pressezentrum der Regierung.
Eine Zeit lang war der davor liegende Großparkplatz zum Reisemobilstellplatz ausgebaut und wegen seinem Service offensichtlich sehr beliebt. Wir erlebten ihn 2013 vor- und 2017 nach dieser Periode als sehr friedlichen, inoffiziellen, Übernachtungsplatz. Offensichtlich hatte der Peter auch nachts nach hinten, zu uns gewandt, seine Augen offen...
Saint Petersburg ist immer noch die Kulturhauptstadt Russlands. Bei Russen, aber auch uns Touristen aus aller Welt absolut im Fokus.
Zur fast gleichen Jahreszeit 2013 und 2017 die hauptsächlichen Hingucker dort vergleichend, verstehen wir den Beinahmen „Venedig des Nordens“ nicht nur, wie ihn einst Peter der Große gemeint haben könnte, sondern nach dem Blick auf das „Urvenedig“ in Italien, schon hellseherisch:
Den explosionsartig angestiegenen Besucherstrom empfanden wir mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend.
Wenn der weiterhin so ansteigt, befürchten wir, dass der Charme dieser herrlichen Stadt irgendwann gleichen „Überlebensstrategien“ wie der der Urvenezianer weichen wird. Wir Touristen dann auch da unter uns bleiben.
Wir machten es ernst: Wir besuchten dieses Mal nicht noch einmal
https://www.bulliforum.com/viewtopic.php?t=96069
die Emeritage!
Wieder erleben wollten wir aber unbedingt noch einmal die Stimmung um die Auferstehungskirche herum. Erinnerte die uns doch an die, die Schwabing gaaaanz früher ausstrahlte. Hoch 3!
Es blieben gemischte Gefühle.
Gefühlt waren wir dieses Mal 5 Mal so viele wie 2013, die wir diese Stimmung genießen wollten. Selbstverständlich waren auch die Künstler und Fieranten mindestens 5 Mal so viele. Warum letzteres auch nicht?
Hier Peter der Große mit seiner Katharina, lebendig im digitalen Zeitalter.
Noch konnten wir auch hier eine besondere russische Annehmlichkeit genießen:
Es gab es auch dieses Mal keinerlei Parkgebühren, Parkzeitbegrenzung mittels Parkscheibe oder ähnliches!
Es gibt zwar Halte- und Parkverbote, an allen anderen Straßenrändern ist man jedoch unbeschränkt. Das galt 2013, während unseres 1. Besuchs dort, auch für die Straßen um den Kreml in Moskau. 2017 jedenfalls immer noch um die Eremitage und die Auferstehungskirche in Saint Petersburg herum.
Ein Maximum an Parkraum bekamen wir dann aber erst recht auf unserem weiteren Weg nach Norden in Richtung Murmansk.
Doch HALT, hätten wir an diesem Tag noch in Saint Petersburg mit unserer heiligen Kuh auf die Baustelle des höchsten Gebäudes in Europa, in 360 Meter Höhe fahren können, hätten wir sicher auch diiieee Foto- und Videoaufnahmen unseres Lebens gemacht. Dann wären wir da oben,
und könnten hier ein Bild eines runden Regenbogens einstellen.
Waren wir aber nicht...
Wir waren unten auf der Straße in Richtung Murmansk...
============================================================================
Jetzt arbeite ich am Teil 2 dieses Berichtes.
Bis dahin grüßt erst einmal aus Niederbayern
Rolandderältere
Rolandderältere,
mit Reisemobil VW T3 15" Syncro,
seiner heiligen Kuh,
und 74 seit 1971 mit VW Bulli bereisten Ländern
mit Reisemobil VW T3 15" Syncro,
seiner heiligen Kuh,
und 74 seit 1971 mit VW Bulli bereisten Ländern
Re: Murmansk und so... Teil 1
Danke Roland! Super spannend! Bin schon gespannt auf Teil 2!
Lg
Lukas
Gesendet von iPhone mit Tapatalk
Lg
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- Rolandderältere
- Beiträge: 46
- Registriert: So 25. Jan 2009, 00:00
- Wohnort: Niederbayern
Murmansk und so... Teil 2
Hallo,
Saint Petersburg hinter- und die Strecke nach Murmansk vor uns:
1.336 Km Straße, also 1 Tag und 2 Stunden auseinander liegen die beiden Städte Saint Petersburg und Murmansk. Meint Google Maps...
Nur wenige Fahrer scheinen diese Strecke wirklich in 26 Stunden hinter sich bringen zu wollen. Wer aber kann der könnte.
Wenn man sich an manche russische Gepflogenheiten im Straßenverkehr erst einmal gewöhnt hat, findet man (wir) diese oftmals sehr logisch.
Bei uns kopieren? Utopisch, oder wahrscheinlich oft tödlich!
Der kleine Teil dieser Strecke im Video zeigt, wenn man so will, eigentlich eine enorme Harmonie zwischen den doch sehr unterschiedlichen Fahrzeugen mit ihren Fahrern: Ich empfinde das in Anspruch nehmen und Anspruch geben funktioniert fast schon perfekt!
Kein Entgegenkommender scheint (wie ich es bei uns oft empfinde) sich darauf zu berufen „Das darf der doch gar nicht...“ und besteht dann auf „sein Recht“.
Auf solch einer zweispurigen Schnellstraße stehen dann auch schon einmal schnell vier oder auch mehr Fahrspuren zur Verfügung.
Seit einiger Zeit kursieren Videos von brutalen Verkehrsunfällen auf russischen Straßen im Internet.
In Russland gibt es prozentual offensichtlich viel mehr Dashcams in den Autos als bei uns.
Es scheint auch eine viel größere Fangemeinde von Sensationsaufnahmen in einschlägigen Foren zu geben.
Wir finden dass durch diese Informationen, wenn sie dann aus dem Zusammenhang heraus angeschaut werden, ein falsches Bild entsteht!
Es gibt mittlerweile überwiegend Fahrsituationen ( überholen allgemein, aber auch an durchgezogenen Linien, verhalten an Zebrastreifen, Ampeln, Bahnübergängen u.s.w.) bei denen wir größere Disziplin beobachten konnten wie daheim! Objektiv.
Mehrfach erfuhren wir, dass die Kontrollen und darauf folgende Strafen in den letzten Jahren mehr und stark empfindlicher wurden.
Nachahmentswert?
Diese gesamte Strecke dürften Gelände- SUV, Offroader oder einfach Nurgeländefahrende wohl nicht mögen.
Da sie aber vom russischen „Kernland“ in eine strategisch recht sensible Gegend führt, ist ihr Ausbaustandart selbstverständlich perfekt.
Sie beginnt für viele Kilometer vierspurig, wird weit vor der Republik Karelien, passend zum Verkehrsaufkommen zweispurig. Immer in einer Qualität, dass sie auch extrem tiefergelegten „Rennern“ genügen könnte.
Geländeabenteuer: Nicht auf der Hauptstraße.
Russland hat in den letzten Jahren offenbar enorm in den Straßenbau investiert. Für „Offroader“ bleibt aber trotzdem auch in dieser Gegend noch ausreichend „Playground“ satt.
Rechts und links dieser Straße ändert sich die Streckenqualität laufend.
Dieser Streckenabschnitt war auf unserem Navi nicht als besonderes Problem gekennzeichnet. Wir bekamen auch keines.
Ab und an schalteten wir vorsichtshalber schon unser gesamtes Allradprogramm ein, konnten wir doch vor keinem Loch wissen, wie sein Untergrund beschaffen ist und wie tief er liegt...
Da auf solchen Wegen auch mal etwas am Fahrzeug kaputt gehen kann, gibt es an den Überlandstraßen immer wieder Parkplätze mit Hinweisschildern, die bei uns undenkbar wären:
Die hilfreiche Rampe gibt so manches Mal Gelegenheit, die Gewichtigkeit eines ungewohnten Geräusches, Geruches oder Gewackels am Fahrzeug gründlicher zu untersuchen.
2013, auf dem Weg in Richtung Süden, war sie für uns in Russland sehr hilfreich. Hatten wir doch gewaltige (Kühlwasser-) Temperaturprobleme. Dieses Mal genügte sie uns einfach, beruhigend sehen zu können dass „alles im grünen Bereich“ war.
Dass Wasser nicht alleine zum waschen da ist, wurde schon viel besungen. Mit unserem Reisemobil gilt es immer wieder nachzutanken.
Wenn es „Wasser satt“ gibt, heißt es abzuwägen, wie viel man denn bunkern sollte.
Jeder Liter wiegt ein Kilogramm, ist somit auch von 2 Seiten zu betrachten: Werden die Straßen schlechter, dankt das Fahrwerk geringem Gewicht. Bleiben sie gut, ändert sich fast nur der Bremsweg.
Unsere heilige Kuh hat einen fest eingebauten Tank mit 47 Litern Inhalt. Noch einmal soviel können wir immer in Faltbehältern dazu transportieren.
Manche Wassertankmöglichkeiten findet man einfach so neben der Straße:
Diese Brunnenwasserentnahme machen wir eigentlich nur, wenn es kein frisches, aus „öffentlichem“ Hahn, oder vielleicht aus einer Quelle fließendes Wasser gibt.
Zum waschen bleibt es dann gerne einmal im Kanister, das „bessere“ für den Wasserhahn jedoch im Festtank.
Letzteres wird bei jedem Tanken mit Silberionen, wir greifen dabei auf (seit vielen Jahrzehnten bewährtes) „Micropur“
https://www.google.de/search?source=hp& ... QU764XYqW4
zurück, beglückt.
In einschlägigen Reiseforen sind zu diesem Thema schon dicke Bände gefüllt worden...
Auf der Hauptstraße nach Russlands Norden gibt es ein paar gekennzeichnete Wasserstellen.
Normalerweise wird man auf die schon durch eine Anzahl parkender Autos aufmerksam.
Dort wird dann oft auch in größerem Stil getankt.
Was da alles so im Wasser versteckt sein kann:
Bei dieser Gelegenheit auch gleich noch einmal zu den Qualitätsstandarts in Russland:
Verpackte Lebensmittel als Selbstbedienungsware besitzt in allen Kaufläden die Kennzeichnung der Mindesthaltbarkeit. Zusätzlich aber auch noch das Datum der Herstellung!
Wäre vielleicht auch bei uns nachahmenswert?
Weiter entlang dieser Hauptstraße in Karelien gab es leider auch eine sehr traurige Sache:
Wir konnten im ganzen Stress nicht herauskriegen, was da wirklich passierte.
Zwei total aufgelöste russische Fahrradtouristen, wild telefonierend und ihr bewegungslos im Straßengraben liegender Begleithund.
So richtig verstanden wir nur „Petrosawodsk“, die vor uns liegende karelische Hauptstadt, und „Veterinärklinik“.
Da wir selbst 30 Jahre lang, nacheinander, mit 2 Hunden herumgereist waren, ging uns diese Situation dermaßen unter die Haut, dass wir den Patienten mit seinem Frauchen in einer recht strammen Fahrt in die Tierklinik brachten.
Trotz unser aller Aufregung, war offensichtlich aber der Papierkram, Registrierung u.s.w., erst einmal das Allerwichtigste. Somit wollten wir das nicht noch mehr hinauszögern, und wissen jetzt nicht, ob dieser Hund wieder herumtollen kann.
Einen Tag später hatten wir eine weitere Begebenheit mit einem Fahrradtouristen. Diesmal war es ein deutscher.
Wir treten immer in die Bremse, wenn wir unterwegs Fahrradtouristen ausmachen, die vielleicht aus unserer Ecke der Welt kommen könnten. Das hat uns, neben dem Erfahrungs- und Gedankenaustausch, jedes Mal sehr angenehme und interessante Bekanntschaften gebracht. Hier tauschten wir auch wieder Erlebtes aus und erfuhren so, dass dieser mit mir zwar das selbe Geburtsjahr teilt, aber seine Reiseart unserer stark widerspricht:
Stolz berichtete er, dass er Russland schon oft bereiste und es so mag, weil er hier absolut willkommen ist und immer Erfolg hatte, wenn er am nächstbesten Gehöft anklopfte um nach einem Schlafplatz zu fragen. Immer erlebe er eine totale Gastfreundschaft inklusive Verpflegung, oft auch noch mit gewaschener Wäsche. Kostenlos, wie er uns versicherte!
In Ländern, die noch weit weg davon sind, zu viel von uns Touristen zu haben, kann man für die Zukunft schnell viel kaputt machen, wenn man die Gastfreundschaft überfordert. Meinen wir.
Da wir seit 1971 einige Regionen auf unseren Reisen wiederholt sahen, fanden wir das leider schon bestätigt.
Ein „paar“ Kilometer westlich, im finnischen Rovaniemi, steht 364 Tage im Jahr der Weihnachtsmann parat (Wirklich, irgendwo muss er ja hin, wenn er bei uns nach der Bescherung durch den Kamin entfleucht.) möglichst jeden vorbeifahrenden zu stoppen und ihn schon einmal auf Weihnachten einzustimmen. Tagtäglich!
Hier in Russland, ebenfalls am nördlichen Polarkreis, hat ein Monument gereicht um ebenfalls sämtliche Touristen zu einem Stopp zur Fotosession zu bewegen.
Vielleicht glauben nicht viele Russen an den Weihnachtsmann. Da an diesem Baum und ringsherum jedoch viele „Opfergaben“ drapiert sind, vermuten wir schon, dass die Spender alle an irgend etwas glauben...
Hier, nun schon im Norden, trafen wir auf eine touristische Reisegruppe „aus dem Westen“ von denen wir interessantes erfuhren:
Finnische Expeditions-Offroader „On the road“.
Da sieht man wieder einmal, wie man seinen Tourismus auch aussprechen kann. Die Halbinsel Kola hatten wir also auch schon erreicht.
Ein wenig neidisch wurden wir als wir erfuhren, dass sie als finnische Staatsbürger schon einmal ein Jahresvisa für Russland bekommen und ganz einfach jeden Tag ein- und ausreisen können.
Und manche das auch tun.
Als Anlieger standen ihnen, im kleinen Grenzverkehr, aber auch die beiden nördlichen eigentlich normal internationalen Grenzübergänge zu Russland offen.
Für uns übrige Bürger der EU war da absolut kein rüberkommen!
Wegen der Flüchtlingswelle in Richtung EU und Deutschland waren diese Grenzübergänge für Nichtanlieger aktuell tabu.
Da die Finnen schon einiges von der Halbinsel Kola kannten, gaben sie uns noch den wirklich guten Tipp, doch die Gegend um Teriberka an der Bahrentssee zu besuchen. Doch davon später...
Kurz vor Murmansk wussten wir von einem Country- und Yachtklub „Ristikent“ in Richtung finnischer Grenze, der offensichtlich auch schon mehrfach von deutschen Autotouristen besucht wurde. Wir lasen angenehmes darüber und waren ein wenig neugierig.
Als einen Platz, an dem man wohl nur, vielleicht auch für ein paar Tage, seine Ruhe haben möchte, inclusive Ver- und Entsorgungsmöglichkeit, Strom und Dusche, kann man ihn weiterempfehlen.
Bei unserem Aufenthalt waren wir leider die einzigen Touristen. Die Infrastruktur war noch im Aufbau. Zu sehen gab es aber nur hochwertigstes. Das Restaurant auf Warteposten. Nur die moderne Marina war schon gefüllt, mit sehr modernen Motorbooten. Hauptsächlich mit Angelausrüstung in Topqualität.
Die Anmeldeprozedur verlief zwar ein wenig stockend, mit einem Telefonat zwischen uns und dem englischsprachigen Besitzer und Beweisfoto vom Verwalter (er von uns- und wir von ihm):
Der entschuldigte sich dann aber am nächsten Tag perfekt auf englisch. Und zwar elektronisch:
Das Übersetzungsprogramm auf seinem Smartphone war am Vortag „in irgendeiner „Cloud“ oder so auf Warteposten...
Danach war unser erstes Ziel dieser Reise aber auch schon bald erreicht:
Murmansk stand nicht nur mehr auf unserem Navi.
Eine Großstadt hier ganz oben im Norden. Die größte der Arktis.
Eigentlich gibt es hier alles zum einkaufen, was man sich als Reisemobilist so nur wünschen kann.
Aber nur fast:
Nach den Einkaufserfahrungen unserer Russlandreise 2013 fuhren wir von zuhause mit einer nur halbgefüllten Gasflasche (Gas brauchen wir nur zum Kochen) los. Sahen wir doch da überall im Lande viele Tankmöglichkeiten jeglicher Art. Brot bunkert man ja auch nicht für die ganze Reise...
Ich glaube, dass ich selbst in Saint Petersburg noch Gastankstellen gesehen hatte. Als ich mir dann aber endlich vornahm, jetzt vor Skandinavien doch wirklich mal nachzutanken, war Schluss. Einfach Schluss mit jeglichem käuflichen Propangas. Hier im Norden.
Als Ergebnis erlebte ich dann schon noch einen leicht „ungeraden Haussegen“...
Wir kochen normalerweise am einfachsten auf dem eingebauten 2 Flammengaskocher, bei schönem Wetter, freier Umgebung und fehlendem Zeitdruck gerne auch auf dem Diesel- Außenkocher. Zur Not aber auch im Auto auf dem kleinen Wander- Gazkartuschenkocher. Letztlich dann auch hier eine Zeit lang bis nach Norwegen. Notstand?
Nun, sämtliche gewünschten Kochzutaten gab es hier jedoch wieder wie gewohnt.
Selbst mit Sushi wollte man uns füttern.
Laut vieler Informationen stellten wir uns die Umgebung von Murmansk, auch wegen mancher militärischer Sperrgebiete, nicht all zu prickelnd vor und wollten den Tipp der Finnen an der Barentssee aufsuchen. Also konzentrierte sich das Navi auf Teriberka, einem früher einmal recht prosperierendem Werft- und Fischerdorf.
Heute auch nicht gerade vergessen, wird die Straße dahin weiter unterhalten.
Die letzten 40 km vor Teriberka erinnerten uns dann doch sehr an viele afrikanische Pisten: „Wellblech“!
https://de.wikipedia.org/wiki/Wellblechpiste
Bisher hatten wir auch auf dieser Fahrt auch schon schlechte Straßen und Wege befahren. Die waren aber immer nur für geringe Geschwindigkeiten gut. Über diese, von vielen vorher hier gefahrenen, wellblechartige Oberfläche versucht man nun, mit einer möglichst hohen Geschwindigkeit „drüber zu gleiten“ um die Räder nicht in jedes Loch fallen zu lassen.
Bis man die, dann relativ ruhig zu fahrende, Geschwindigkeit erreicht hat scheppert alles in und am Wagen, was nur ein wenig scheppern kann. Grauenvoll für Auto und Nerven.
Zurück von dieser „hohen“ Geschwindigkeit kommt das Gescheppere dann wieder, bis man, z. B. vor einer engeren Kurve wieder ausreichend langsam wird.
Für unseren Fahrradträgereigenbau war das die Zerreißprobe, auf die ich schon lange wartete. Eine Ungewissheit weniger. Es gab einfach nichts zu schweißen.
Man erfuhr ja schon zuhause, dass oben an der Barentssee ein gewaltiger Schiffsfriedhof viele Reste der sowjetisch- und jetzt russischen, teils atomar betriebenen, Flotte seine letzte Ruhestätte gefunden hat.
Ich springe jetzt wohl schon über meinen Schatten, wenn ich Euch doch noch meine konspirativ aufgenommenen Fotos davon hier einstelle:
In Teriberka selbst sieht man noch diverse Zeugnisse seiner glücklicheren Epoche.
Die existieren noch, neben denen der Zukunft.
Wenn auch vieles nicht unseren westlichen Standarts entspricht, die Leute hier machen das Bestmögliche daraus!
Ich war schon recht beeindruckt von dieser Konstruktion eines „Bastlers“ der ein normales, einfaches, russisches Straßenmotorrad, mit Hilfe breit aufliegender LKW Reifenschläuche und Förderbandbänder als Traktionshilfe zu einem Schneemotorrad umgebaut hatte. Jetzt, in der Sommerzeit lag es allerdings „ein wenig auf der Seite“.
Moderne Schneemobile sind in diesen Breitengraden überall, so auch hier in ansehnlicher Anzahl vertreten...
Auf unseren beiden Russlandreisen kreuzten wir oft Gebiete, in denen es während des 2. Weltkrieges „Feldflugplätze“ gab.
Die wurden von allen Armeen auf natürlichem Boden mit sogenannten „Luftlandeblechen“ insgesamt über viele Quadratkilometer hinweg gebaut.
Als „Sandbleche“ , vor allem in ihrer luxuriösen, weil für „Offroader“ leichteren Duraluminiumausführung bekannt, helfen sie in vielen Wüsten „eingesandete“ Fahrzeuge wieder flott zu kommen. Überall in Russland wurden, als die Flugfelder nicht mehr gebraucht wurden, Umzäunungen von Grundstücken damit gebaut. Insgesamt viele, viele Kilometer.
Alle, auch die aller anderen als der sowjetischen Armee, schienen aus der selben Presse gestanzt. Sahen wir dieses Strickmuster doch vielfach auch in Europa und Afrika:
Hier sahen wir ein neues:
Barentsseefischereihafen:
Barentsseeblick:
Barentsseemückenschutzbekleidung:
Für dieses „Outfit“ war es eigentlich viel zu warm. Die russischen Touristen waren mit ihren Kapuzenshirts, Handschuhen und „Umherschlagbirkenzweigen“ meist besser für die Mückensituation hier eingerichtet. Im Auto blieben deshalb alle Türen zu und die Fenstergaze dicht verschlossen.
Die verbleibenden Tage unserer Russlandvisa werden langsam knapp. Ab hier sehen wir uns eigentlich auf der Ausreise. Fast bereuen wir schon, dass wir keine längeren Visa vorweisen können.
Hier standen wir am Pistenrand um diese staubige Szene zu fotografieren und sollten wieder einmal erleben, was wir schon aus vielen „entlegenen“ Gegenden kannten: Der entgegenkommende hielt an, um uns nach möglichen Problemen zu fragen. Das ist hier meist selbstverständlich.
„Problem“ heißt auf russisch übrigens ebenfalls „Problem“.
Es gibt viele Lehnwörter, die man einfach so versteht...
Immer näher in Richtung Grenze, politisch nun mal der Grenze zwischen Ost und West, erwarteten wir schon „typische“ Besonderheiten. Gut, wo wir direkt an die Grenze kamen, sahen wir natürlich gewaltige Sicherungsmaßnahmen. Vielleicht sind die ja auch nötig?
Russen werden heute weniger durch diese Grenze an ihrer Ausreise gehindert, wie an der Visapolitik der Zielländer.
Eine wirklich typische Eigenart der aktuellen politischen Ausrichtung empfanden wir dann in Nikel, einer Stadt 7 Kilometer vor der norwegischen Grenze.
http://www.waahr.de/texte/leben-und-tod-nikel
Dass jetzt jeder westliche Tourist diese Stadt, die eigentlich in vielem das Gegenteil einer Vorzeigestadt ist, selbstverständlich ohne Begrenzung besuchen kann, ist nur mit „Glasnost“, also der Offenheit zu erklären.
Hier brachten wir es nicht fertig, die total kaputte Vegetation der Umgebung dieser Stadt zu fotografieren.
Wir waren schockiert!
Was wir dann aber zufällig an diesem Tag im Stadtzentrum erlebten, war anders
beeindruckend:
Unter den Augen eines Herrn Lenin fand an diesem Tag hier ein großes Fest der Urbevölkerung dieser Region, der Samen, statt.
Für uns, die wir da nur einfach an das Pfingstvolksfest in unserer Heimatstadt
denken, mit all seinen sensationellen „Immerbesserimmerhöherimmerschnellerimmerexclusiver“ Angeboten der Fahrgeschäfte, gab es ein gewisses trauriges Gefühl der Ungerechtigkeit ob der dortigen Möglichkeiten. Waren wir hier doch mitten in einer Stadt einer Siegermacht. Sogar einer sehr lukrativen.
Das waren aktuell aber sicherlich nicht die Gedanken der vor Freude strahlenden Besucher.
Wir waren aber nicht die einzigen, die an diesem Tag Beweisfotos schossen:
Nikel hat in unserer Erinnerung an diese Jahresreise einen festen Platz.
Natürlich haben wir danach bei der allerletzten Gelegenheit, fahren wir doch zur Grenze in die Richtung Kirkenes/Norwegen, noch einmal gründlich vollgetankt. Diesel!
Im Hinblick auf die immer wieder vernommenen Preise in Skandinavien haben wir uns viele Gedanken gemacht, was wir uns wohl trauen, über diese Grenze einzupacken...
Wie gut oder weniger gut unsere Entscheidung dann war, kommt in der Folge, die sich am Anfang in Skandinavien abspielt.
Den Grenzabfertigungsanlagen auf beiden Seiten sieht man hier schon von außen an, dass beide Seiten Wert darauf legen, einen möglichst besseren Eindruck zu hinterlassen, wie „die da drüben“.
Unsere gesamte Ausreiseprozedur aus Russland war nicht der Rede wert.
Selbst unser, nicht abgestempeltes, Registrierungsformular wurde ganz einfach irgendwo abgelegt.
Спасибо, Россия. До свидания. Danke Russland. Auf wiedersehen.
Als Gastgeber bist Du für uns mit ganz vorne an der Spitze!
Demnächst geht es dann am Beginn oder Ende des ehemaligen (?) Eisernen Vorhangs weiter.
Auf Rückmeldungen freut sich ab jetzt schon in Niederbayern
Rolandderältere
Rolandderältere,
mit Reisemobil VW T3 15" Syncro,
seiner heiligen Kuh,
und 74 seit 1971 mit VW Bulli bereisten Ländern
mit Reisemobil VW T3 15" Syncro,
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und 74 seit 1971 mit VW Bulli bereisten Ländern
Re: Murmansk und so... Teil 2
Hallo Roland !
Schöne Reise !
Die Sache mit den Kameras ist einfach : Russische Versicherungen geben Rabatt wenn man eine im Fahrzeug hat.Wer sich beobachten lässt fährt in der Regel vorsichtiger.Wer einen Unfall verursacht und dann durch "Beziehungen" seine Unschuld durchsetzen will,hat zumindest schlechtere Karten.
Russland glänzt mit 20 000 Verkehrsunfalltote im Jahr.Oft gilt das Recht des Stärkeren.Besser keine Kopie.
Große Vorsicht beim befahren von unbefestigten Randstreifen.Die sind gerne extrem klitschig,da ist schon so mancher in den Straßengraben gekippt.
MfG Panjko
Schöne Reise !
Die Sache mit den Kameras ist einfach : Russische Versicherungen geben Rabatt wenn man eine im Fahrzeug hat.Wer sich beobachten lässt fährt in der Regel vorsichtiger.Wer einen Unfall verursacht und dann durch "Beziehungen" seine Unschuld durchsetzen will,hat zumindest schlechtere Karten.
Russland glänzt mit 20 000 Verkehrsunfalltote im Jahr.Oft gilt das Recht des Stärkeren.Besser keine Kopie.
Große Vorsicht beim befahren von unbefestigten Randstreifen.Die sind gerne extrem klitschig,da ist schon so mancher in den Straßengraben gekippt.
MfG Panjko
-
michaelbaier
- Beiträge: 78
- Registriert: Fr 12. Nov 2010, 07:21
- Wohnort: Hösbach
- Kontaktdaten:
Re: Murmansk und so... Teil 2
Super Reisebericht und tolle Bilder !!!!!
Da kommt Freude und Reisefieber auf

Da kommt Freude und Reisefieber auf
Viele Grüße
Cordula
Cordula
Re: Murmansk und so... Teil 2
Ihr habt quasi "unsere" Reise gefahren, die wir aber leider verschieben mussten- nur mit der kleinen Änderung daß mich Schweden nur mehr im Notfall sieht. Die schöne Küsten-Küstenstrasse in Norwegen MÜSST ihr mal fahren. Besonders am Westkapp. Klar, daß das Nordkapp getrost grosszügig umfahren werden kann.
- Rolandderältere
- Beiträge: 46
- Registriert: So 25. Jan 2009, 00:00
- Wohnort: Niederbayern
Re: Murmansk und so... Teil 2
Hallo Lukas, hallo Panjko, hallo Cordula,
habt schon einmal vielen Dank für die Blumen.
Hallo Panjko,
ich bin mit der aktuellen Gesetzgebung bei uns hier, eine Dashcam im Auto zu gebrauchen, nicht einverstanden. Darauf kommt es aber nicht an.
Die reichlich angenommene Art in Russland, Videos im Straßenverkehr aufzunehmen – im Vergleich zu den eigenen Beobachtungen „beweist“ mir aber, dass es tatsächlich nicht nur gefühlt wesentlich zivilisierter zugeht. Mit Hilfe Deiner Information.
Hallo Marylin,
schade dass Ihr Eure Reise verschieben musstet.
Schweden ist schon anders. Hat allerdings auch eine wesentlich stärkere Frequentierung von uns Touristen.
„Die schöne Küsten-Küstenstrasse in Norwegen MÜSST ihr mal fahren. Besonders am Westkapp.“
Ja, die fanden wir 1989 auch extrem schön.
Wenn ich aber, reisend, irgend etwas entdecke was man mal fahren MUSS, schalte ich meinen „Vervielfältigungsmodus“ so schnell wie möglich auf „Halt´s Maul“.
Ich lese in verschiedenen Foren zu oft von „Touris“, die sich überall daneben benehmen in allen unmöglichen Zusammenhängen.
Ich lese aber auch oft die Fragen nach „Geheimtipps“ von möglichst „Individualreisenden“.
Das muss sich ja beißen!
Wir sind doch alle Touristen!
Ich bin mir schon im klaren, dass meine positiv „rüber kommenden“ Reiseberichte für die Zukunft auch eine Menge Destinationen schon durch „Follower“ negativ beeinflussen, hoffe aber, dass die negativen Auswirkungen noch sehr weit hinausgezögert werden können, weil Russland nun doch eine Menge Platz hat (und unsere „Germanangst“)...
Vielleicht gibt es dadurch auch woanders noch etwas mehr Luft?
Schöne Grüße
wieder einmal aus Niederbayern
Rolandderältere
habt schon einmal vielen Dank für die Blumen.
Hallo Panjko,
ich bin mit der aktuellen Gesetzgebung bei uns hier, eine Dashcam im Auto zu gebrauchen, nicht einverstanden. Darauf kommt es aber nicht an.
Die reichlich angenommene Art in Russland, Videos im Straßenverkehr aufzunehmen – im Vergleich zu den eigenen Beobachtungen „beweist“ mir aber, dass es tatsächlich nicht nur gefühlt wesentlich zivilisierter zugeht. Mit Hilfe Deiner Information.
Hallo Marylin,
schade dass Ihr Eure Reise verschieben musstet.
Schweden ist schon anders. Hat allerdings auch eine wesentlich stärkere Frequentierung von uns Touristen.
„Die schöne Küsten-Küstenstrasse in Norwegen MÜSST ihr mal fahren. Besonders am Westkapp.“
Ja, die fanden wir 1989 auch extrem schön.
Wenn ich aber, reisend, irgend etwas entdecke was man mal fahren MUSS, schalte ich meinen „Vervielfältigungsmodus“ so schnell wie möglich auf „Halt´s Maul“.
Ich lese in verschiedenen Foren zu oft von „Touris“, die sich überall daneben benehmen in allen unmöglichen Zusammenhängen.
Ich lese aber auch oft die Fragen nach „Geheimtipps“ von möglichst „Individualreisenden“.
Das muss sich ja beißen!
Wir sind doch alle Touristen!
Ich bin mir schon im klaren, dass meine positiv „rüber kommenden“ Reiseberichte für die Zukunft auch eine Menge Destinationen schon durch „Follower“ negativ beeinflussen, hoffe aber, dass die negativen Auswirkungen noch sehr weit hinausgezögert werden können, weil Russland nun doch eine Menge Platz hat (und unsere „Germanangst“)...
Vielleicht gibt es dadurch auch woanders noch etwas mehr Luft?
Schöne Grüße
wieder einmal aus Niederbayern
Rolandderältere
Rolandderältere,
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- Rolandderältere
- Beiträge: 46
- Registriert: So 25. Jan 2009, 00:00
- Wohnort: Niederbayern
Murmansk und so... Teil 3. Rest in Skandinavien
Hallo,
ehrlich: Dieser 3. Teil unserer 2017er Jahresfahrt sollte schon lange Vergangenheit sein.
Statt rechtzeitig daran weiter- und jetzt auch schon so langsam unsere 2018er Jahresfahrt zu beschreiben, leisteten wir uns erst einmal das blödeste, was man mit solchen Vorhaben machen kann: Wir wurden krank.
Das wollen wir wirklich niee wieder machen! Ganz großes Indianerehrenwort!
Hier aber endlich unser Rest von "Murmansk und so...":
Norwegen.1
„Vier, Norwegisch, Englisch, Deutsch und Spanisch.“ antwortete die norwegische Polizistin an der Grenze zwischen Murmansk und Kirkenes, die unsere Reisepässe gut für eine Einreise nach Norwegen befand auf meine Frage, wie viele Sprachen sie denn so gut spreche, nachdem sie uns in einwandfreiem deutsch begrüßte.
Russisch war nicht dabei.
Wir waren wieder im „Westen“.
Eine ebenfalls perfekt deutsch sprechende Uniformträgerin erwartete uns außerhalb des Abfertigungsgebäudes neben unserem Fahrzeug.
„Haben Sie Lebensmittel wie Fleisch, Wurst oder Molkereiprodukte bei sich?“ Fragte sie.
Mittlerweile wissen wir, dass diese Fragestellung recht brisant sein kann.
Wie genau unser Auto auf ein „Nein“ wohl gefilzt werden würde, können wir nicht sagen.
Auf unser „Für unseren Eigengebrauch schon ein wenig“ wollte sie es auch sehen und rief noch einen Kollegen hinzu.
Wir zogen also unsere Kühlbox heraus und durften dann den Käse und die aller leckersten Hartwürste in eine der drei bereitstehenden riesigen Mülltonnen entsorgen, die selbst schon sehr voll waren. Es war ja auch schon Nachmittag...
Eingeschweißt, für den SB- Verkauf und super gekühlt.
War das „Sie können das alles hier in Norwegen nachkaufen“ der Zollbeamtin jetzt ironisch gemeint, oder einfach nur „hilfreich“?
Unseren Alkoholvorrat hatten wir doch, bis auf den Milliliter und Promille haargenau innerhalb des Limits, wurden aber nicht danach gefragt.
Hartwürste brauchen aber wirklich nicht alle die Kühlbox...
Klar, für die Einreise nach Norwegen gelten andere Einfuhrbestimmungen wie innerhalb der EU.
https://www.toll.no/en/l/languages/de/n ... timmungen/
Wenn man nun aber auch noch wie wir aus Russland, also von außerhalb des „Europäischen Wirtschaftsraumes“, einreist steht in diesem Link wesentliches dazu. Ergebnis: Siehe oben.
Unser Auge war danach nur sehr leicht blau.
Dunkelblau kann es offensichtlich schnell werden:
Ab Norwegen sind wir in einer Gegend, in der Strafen (auch für Verkehrsdelikte u.s.w.) in einer viel schmerzhafteren Größenordnung verhängt werden wie bei uns zuhause.
Trotzdem, oder vielleicht auch deshalb (?) sind wir ab jetzt im Land mit den glücklichsten Menschen auf dem Globus 2017.
Gute 100 Meter weiter begann dann auch sofort, hier normal: Der Wohnmobiltourismus.
Gleich auf dem ersten Parkplatz stand das erste Fahrzeug mit deutscher Zulassungsnummer.
Da aus Russland kommend, waren wir ab hier Exoten innerhalb dieser Szene. Dementsprechend hatten unsere Gesprächspartner genau so viele Fragen wie wir. Am Anfang.
Auch ein, seit etlichen Wochen vermisster Genuss: Kein Einreise- oder Ausreisedatum unserer Visa wollte mehr beachtet werden. Entspannung pur.
Vom Start bis zum verlassen Russlands hatten wir überwiegend „Die Zeit im Nacken“ . Wir waren ja festgelegt, eben wegen der Termine rechtzeitig unsere Russland Ein- und Ausreise zu schaffen.
Hier, fast wieder auf dem Heimweg gen Süden, brachte schon ein Abstecher nach Norden in eine Sackgasse nach Grense Jakobselv: Kommunikation satt.
Von dort aus, bis ans Schwarze Meer, an die dortige türkische Grenze verlief viele Jahre der sogenannte Eiserne Vorhang. Verlief, sagen die Geschichtsbücher. Wie eisern diese Grenze aktuell ist, oder gerade wieder wird, ist Politik.
Das Ende dieser Sackgasse ist bei Touristen vieler Länder äußerst beliebt. Wir haben dort ein paar Tage lang die interessantesten Menschen kennen gelernt.
Für jeden Touristen diese 60 Km von Kirkenes zu fahren, wäre von seinem Bürgermeister zu viel verlangt. Die Begleitung des Berliner Europaabgeordneten der Grünen, Michael Cramer, war ihm (der rechte auf dem Bild) offensichtlich angenehm.
Der ist gerade dabei, seinen initiierten „Berliner Mauer -Radweg“ auf der Euroveloroute Nr. 13 nachzuahmen.
http://www.ironcurtaintrail.eu/
Wenn auch das letzte Bild des 2. Teils „Murmansk und so...“ vielleicht anderes ahnen ließ, unsere Fahrräder am Fahrzeugheck waren auf dieser Jahresreise überwiegend Ballast.
Danach wurde das Wetter dann dermaßen feindlich für unsere Fahrradfahrbegeisterung, dass wir meistens nur noch außen am Fahrradträger „sportlich“ aussahen.
Unsere diesjährigen Wochen in Skandinavien waren die nassesten Reisewochen, die wir je erlitten.
Die Standheizung lief fast jede Nacht.
Die Bewohner hier oben haben schon einmal Glück, dass die Sowjetunion Ende der 60er Jahre die Königskrabbe zur besseren Versorgung ihrer Bevölkerung in der Barentssee angesiedelt hat.
Wir auch!
Zwischen den Minuten 2.15 und dem „entbeinen“ gab es bei Minute 2.29 den Gnadenstisch!
Auf dem Teller liegen ca. 50% der Krabbenmuskeln die ich bei Minute 2,20 im Video noch in der Hand halte:
Die Gewinnung dieser Leckerei scheint relativ einfach zu sein. Auf jeden Fall das, was wir davon mit bekamen.
Wir lernten wesentliches darüber.
Aber auch der andere Mittourist, dessen Stimme im Video hauptsächlich zu hören ist:
Als er erfuhr dass diese Krabben, die u. a. auch kannibalisieren, „kleine „Ersatzbeine“ besitzen die nachwachsen wenn ein „Hauptbein“ verloren wird, verlangte er nach einer allumfassenden Evolution: Er verlor sein linkes Bein vor 40 Jahren!
Die wohl hier oben meistfotografierte Stelle kurz vor Jakobselv:
Hier kommt jeder westeuropäische Tourist ganz oben in Norwegen „den Russen“ am nächsten.
Im Navi fast schon eine Berührung:
Wir sind hier schon wieder „auf dem Heimweg“ nach Süden!
Aus Russland brachte ich ja ein von mir selbstverschuldetes Problem mit über die Grenze:
Unsere Kochgasflasche war leer!
Die ersten Versuche an Tankstellen, die laut Google Propangas verkaufen, liefen ins Leere: Wir hätten zwar volle Flaschen kaufen können, da haperte es jedoch an der Größe unseres Gaskastens und den Anschlüssen. LPG aus der Zapfsäule war auch noch kein Thema.
Da gibt es aber „BILTEMA“!
Nicht nur ein Baumarkt!
https://translate.google.de/translate?h ... rev=search
Mit Biltema kamen wir in Kirkenes das erste Mal in Skandinavien in Berührung. Dann gibt es diesen speziellen Super(„Bau“-)markt immer wieder bis Rødekro in Dänemark.
Einen dermaßen auf unsere aktuellen Reisebedürfnisse zugeschnittenen “Laden“ haben wir unterwegs noch nie gefunden!
Kopie aus Google: „großes Jungen-Spieleparadies“.
Googelt mal.
Unser Hauptgewinn war dann der wirklich standfeste Gaskartuschenkocher (dessen 450 Gramm Kartuschen auch bei uns zuhause üblich sind) mit bis zu 2,6 KW Heizleistung.
Da bleibt der Gaz(190 Gramm)stechkartuschenreservekocher demnächst zuhause.
Duale Problemlösungen sind Lösungen!
Auch knappe Urlaubszeiten lassen sich hiermit optimal füllen.
Preise
Norwegische Preise sind für uns überwiegend weit oben angesiedelt. Ist ja bekannt.
Wenn man, wie wir, sein Geld am liebsten in viele Reisekilometer investiert, wird man hoffentlich auch allgemein schon seine Erfahrung im Ausgeben haben.
Aktuelle Preisvergleiche hier:
https://www.lipalu-ferienhaus.de/norweg ... telpreise/
https://wechselkurse-euro.de/kurse/NOK-krone-norwegen/
Mit einem Wohn- oder Reisemobil haben wir ja Möglichkeiten zum bunkern.
Innerhalb der EU gibt es dafür keine nennenswerten Beschränkungen mehr und zwischen EU und Norwegen bestehen die Festlandgrenzen eigentlich nur noch aus Nationalitätshinweisen und natürlich Überwachungskameras. Mit letzteren wird wesentliches gefiltert!
531 Straßenkilometer, über Finnland in Richtung Nordwesten liegt das Nordkap von Kirkenes entfernt. Eigentlich „gleich um die Ecke“. Wenn wir uns den Besuch dort nicht schon 1993 angetan hätten, wäre das wahrscheinlich unsere nächste Fahrtrichtung gewesen.
Ein zweites Mal würde für uns wahrscheinlich von dort nur der Eindruck „Nepp“ bleiben. Das brauchen wir nicht wieder. So ging es nach Süden in Richtung Finnland und Schweden.
Internet
Bedarf, eine eigene Mobilfunk SIM Karte zu besorgen, kam für die kurze Zeit in Norwegen nicht auf: Die öffentlichen WLAN Bereiche in Kirkenes waren uns absolut ausreichend!
Für den weiteren Weg waren wir dann sowieso „guter Hoffnung“: Waren wir doch gespannt, wie gut ab dem 15. Juni 2017 wir dann unsere Aldi Prepaid SIM Karte nutzen könnten, da das Roaming innerhalb der EU, Norwegen und der Schweiz ja wegfallen sollte, und fuhren nach
Finnland
um erst einmal in ein total leeres Mobilfunkloch zu fallen:
Wir bekamen einfach keine Verbindung. Wo wir es auch versuchten.
Den „Wurm“ suchten wir natürlich bei uns. Ab sofort fragten wir jeden nichtfinnischen Touristen, der nicht schnell genug vor uns flüchten konnte, wie er denn mit seinem heimischen Gerät klar kommt.
Einige, z.B. Telekom- Vertragskunden hatten keine Probleme. Jedoch wir Aldi Kunden waren alle gleichsam frustriert ob des Empfangs. Der war erst einmal tot.
Offensichtlich waren manche Netzanbieter technisch total überfordert. Oder gar unwillig, weil doch erst einmal eine Menge Profit weg war?
Weiterreisend normalisierte sich diese Situation dann nach der Grenze zu Schweden.
Die dieses Mal zu fahrende Strecke in Finnland war recht kurz. So hab ich darüber auch nicht viel zu berichten.
Schon 1993 fanden wir hier wunderschöne einsame Seen und Wälder über Wälder. Auf und in denen kann man diverse passende Aktivitäten tätigen.
Wenn man, wie wir aber „nur am Durchreisen“ ist, erklärt sich der Wald hier für manchen so:
„Bäume, Bäume, nochmals Bäume, und dazwischen Zwischenräume, und im Hintergrund, man glaubt es kaum, steht noch ein Baum.“
Kann man auch zu den Seen dichten...
Das aber nur zu unserem Durchreisen!
Zum Wandern, Angeln und Natur in riesiger Freiheit genießen ist Finnland eine Top Adresse. Zu jeder Jahreszeit.
Letztes wissen wir aber nur von ganz wenigen, speziellen, Bekannten.
Ansonsten war dieser kurze Besuch in Finnland total normal und, nach deutschen Begriffen „zivilisiert“.
Die Straßen, das Einkaufen, eben jegliche Ordnung wie bekannt.
Na ja, einiges war dann doch schon anders:
Die Gartenarbeit wird offensichtlich doch wildfremden Personal überlassen.
Ebenso die Verkehrserziehung inklusive Temporegulierung:
So einfach auf der Durchreise kamen wir aber auch immer wieder neben der Straße mit den Spuren der Rentierpflege in Berührung:
Kunstvolle Eingangspforten zu den Gehegen.
Offensichtlich ist aber doch nicht alles so ganz im Sinn aller Vorschriften, wie wir sie hier in Deutschland gewohnt sind?
Solche Gerüstkonstruktionen gab es etliche.
Ansonsten kam uns dieser Teil des Landes überall aber mindestens so sicher vor wie unser zuhause.
Die handgehäkelten Deckchen am Kreuzungsbaum werden erst, irgendwann, von der Witterung „entsorgt“.
Schweden
Mittlerweile wohl „das“ skandinavische Wohnmobilland unserer Landsleute.
Problemlos und überwiegend angenehm.
Das ist jetzt aber kein Geheimnisverrat von mir. Wir sind hier schon deutlich zu viele, so dass wir auch schon wieder mit einem ver..... schlechten Gewissen davon schwärmen.
Bullerbü fast überall wo man es nur sehen will?
Wohl.
Wie in ganz Skandinavien bekommen wir mit englischen Fragen überall absolut verständliche Antworten.
Um das Dalapferd
http://schweden-tipp.de/dalapferd/
kommt in Schweden kaum jemand herum.
Wir waren im Epizentrum:
Wahrscheinlich schnitzt der Herr sein gesamtes Arbeitsleben lang „Morapferde“.
Er berichtete: Bei einer „Caravan und Boot“ in Deutschland war Schweden Gastaussteller und sie machten eine Besucherumfrage, was denn in Deutschland die 3 meisten Gedanken an Schweden wecke:
IKEA, Volvo und Morapferdchen, sagte er. Bei der Reihenfolge bin ich mir aber nicht mehr so sicher...
Auf jeden Fall werden diese Pferdchen in aller Welt geritten...
Holz
Die äußerst intensive Bewirtschaftung der Wälder konnten wir nicht übersehen.
Bei Google
https://www.sveaskog.se/de/forstwirtsch ... gefasst-1/
erfuhren wir,dass wohl für jeden gefällten Baum 3 neue gepflanzt werden. Dass jedoch Harvester pro Stunde 100 Baumfällungen schaffen sollen, ließ uns dann aber doch vermuten, dass Google auch nur von Menschen gemacht wird...
(Ironie aus) Weiter gegoogelt, ergaben sich dann aber nochmals solche Zahlen.
Ein Rätsel daraus verfolgte uns an vielen abgeernteten Waldlichtungen:
Diese vielen, auf unterschiedlichen Höhen, geköpften Baumstümpfe, die einfach zurück gelassen wurden. War dieses Holz nicht mehr zu gebrauchen, oder sind es Sitzgelegenheiten für Trollveranstaltungen?
Jugendkunst
Der Rätsel blieben uns da aber noch so einige.
Diese hier nannten wir bald Asphalttattoos:
Fast so oft, wie uns hier zuhause Tattoos inzwischen auf menschlicher Haut begegnen, war in ganz Schweden einwandfreier Asphalt verziert.
Die gab es in der Regel auf Straßenbelägen, die sich in sicheren Entfernungen offensichtlicher hoheitlicher Wahrnehmungen befinden.
Eine schwache Vermutung kam uns, als wir eine schwedische Eigenart auf der Straße kennen lernten, die „A-Traktoren“:
Vielleicht eine aussterbende Spezies, wir sahen aber noch viele Oldtimer, die nur von sehr sehr jungen Leuten bewegt wurden. Z.B. diverse „Buckelvolvos“, bei deren Erhaltungszustand, wegen des geopferten Originalteiles, uns fast Tränen kamen.
http://www.skandix.de/de/aktuell/vom-ep ... ktor/1247/
Wahrscheinlich setzt man so etwas auch zum veredeln trostlos grauen Asphalts ein.
Gislaved, Conti und Co. bieten dankbar Farbnuancen.
Naturkunst
Graffitis, wirklich in meisterhafter Art, produziert die Natur freiwillig mit ihren eigenen Materialien und Werkzeugen:
Steinbrocken jeglicher Größe am Wegesrand.
Flechten ersetzten Spraydosen optimal.
Wir erfuhren nichts von Regressansprüchen von Besitzern dieser „Leinwände“.
Landy
Jetzt gebe ich absolutes Insiderwissen (Bulli Eigner sollten trotzdem nicht gleich ein Feuerwerk abbrennen...) preis:
Auf einschlägigen Pisten, abseits der „normalen Wege“, dieser Weltkugel treffen immer wieder zwei Fahrzeuge mit sehr ähnlichen Ansprüchen auf die selben:
Der Landrover und der Bulli!
Wir Bullifahrer bilden uns oft ein, „von denen da“ nicht für kompetent genommen zu werden, hier auf dieser Piste herum zu fahren. Vor allem aber, „nicht das richtige Material“ zu haben.
Hier trafen wir beide dann also aufeinander:
Dieser Landy hatte hier ein, schon länger währendes, Problem mit seiner Treibstoffpumpe.
Unser Bulli war in Topform und vorführreif!..
Der Eigner war jedoch alles andere als ein Anfänger in der Materie und hatte schon kurzzeitig erfolgreich andere Pumpen aus seinem „Campingbereich“ eingesetzt.
An diesem Ort schien er dann aber „Nägel mit Köpfen“ zu schmieden. Wir wünschten es ihm auf jeden Fall.
Er ist professioneller Hersteller seines Landyausbaus und führte uns selbstverständlich stolz dies und das daraus vor.
Hochachtung blieb bei mir aber an ihm beim betrachten seiner „Platzproblemchen“, da ich seine Einstellung zu unserem „Grundsatzkampf“ als absolut sportlich einschätzte!
Grundnahrung
Ich schreibe jetzt ja aus Niederbayern (!), das Bier am Abend ist uns aber auch unterwegs willkommen.
Im staatlichen Alkoholverkaufsnetz, dem „Systembolaget“, immer alkoholisches mit mehr als 3,5 Vol% einzukaufen, bedarf schon einer besser gefüllten Reisekasse.
Normalerweise kauft man Bier, aber hier auch recht beliebt ist Cider, quasi dieser vergorene Apfelsaft beide im Supermarkt, oft auch an der Tankstelle. Jedoch:
2,8, maximal aber mit 3,5 Vol%.
Preiswerte Sorten ca. € 1,50 pro Liter.
An 3,5 oder gar 2,8 „Umdrehungen“ muss man sich aber doch erst gewöhnen. Zumindest wenn man Bier in Bayern lieben gelernt hat...
10 Kronen ca. 1€.
Wer allerdings wesentlich andere Zuladungsmöglichkeiten hat wie wir, und auch noch von Deutschland kommt, kann jegliche Panik zuhause lassen:
Pro über 20jähriger/m kann dann gleich 110 Liter Bier eingeführt werden:
https://hejsweden.com/alkoholimport-sch ... en-darfst/
Fester Nährstoff
Aber man muss ja auch was essen.
Dass auch in Bullerbü Knäckebrot gegessen wird, können wir nur vermuten. Das Riesenangebot ist überall aber mindestens derart:
Wir kamen auf den Geschmack dieses Schwedengebäcks, obwohl das „normale“ Brot für uns innerhalb der letzten Jahrzehnte enorm gewonnen hat: Süße, auch dunkle jedoch dann auch süße Brote (wirklich), sind mittlerweile fast schon eine Ausnahme.
Über 6 Jahrzehnte hinweg war ich bisher 4 Mal in Schweden. Insgesamt etliche Monate lang.
Dass es da noch Elche in freier Wildbahn gibt, glaubte ich nicht!
Ich sah nur einmal welche, im Skansen, dem Stockholmer Freilichtmuseum.
Die werden dort offensichtlich nur noch als Modelle für Verkehrsschild- Maler gehalten.
Glaubte ich!
Dann lernten wir aber in Mora eine total nette Familie kennen, die uns gleich ihre „Adresse lieh“, damit wir unsere Briefwahlunterlagen von zuhause dort empfangen konnten.
„Postlagernd“ gibt es in schwedischen Postagenturen nicht. Sagte man uns hier.
Beim abholen bekamen wir dann doch aber überraschend noch ein dickes Päckchen Hackfleisch mit auf den Weg, denn:
Der Hausherr war Jäger. Erfolgreicher!
Er hatte nicht nur eine riesige Elchgeweih Trophäe an der Wand, die Hausfrau regierte so auch über mindestens ebenso wichtige Details dieses Waldkönigs in ihrer Tiefkühltruhe.
Für uns gab es 2 Tage lang super leckere Elgköttbullar.
Das ganze war für uns besonders exklusiv, da wir in den Supermärkten eigentlich keinerlei Elchprodukte entdeckten.
Dieser, unser Biofleischlieferant, erklärte das durch die extreme Beliebtheit des Elchfleisches und dass das deshalb nur „unter Freunden“ gehandelt werde.
Artgerechte Syncropfade
Wir mussten uns in Schweden aber nicht nur auf glattem Asphalt langweilen.
Mit guten Navi/ Kartenmaterial kommt man auch mit einem Syncro gut auf seine Kosten.
Natur- oder Schotterstraßen gibt es auf vielen schwedischen Meilen.
Die ist mittlerweile 10 Kilometer lang.
In allen skandinavischen Ländern schafft man es, Naturstraßen ohne „Wellblech“
https://de.wikipedia.org/wiki/Wellblechpiste
zu bauen.
Liegt es am Breitengrad, dass sich dies in Asien und Afrika meist schon kurz nach dem letzten Planieren wieder bildet?
Im folgenden Video hatten wir eine Vorstufe dieses perfekten Straßenbaus hier:
Wochenlang regnete es schon in der Gegend.
Bei uns zuhause wäre diese Straßenbaustelle wahrscheinlich weiträumig gesperrt. Hier blieb die Entscheidung zum fahren einem selbst überlassen.
Während permanentem Regenguss ging der Straßenbau weiter und es wird dort erst einmal Material auf die Fahrbahn aufgebracht.
Viel.
Mit diesem losen und schwammigen Untergrund bekam unser Blick auf die Straßengräben rechts und links einen ganz ungewohnten Hintergrund.
Wir genossen „Syncro total“!
Danach:
Kaum zu übersehen waren dann doch die Hinweise, sein Auto wieder einmal zu waschen...
Bezahlmethoden
Die Bezahlmethoden an allen möglichen Kassen sind ja überall im Umbruch.
Dass man in Schweden fast nur noch mit der Karte bezahlen kann, haben wir so nicht erlebt. Überwiegend wurden wir auch unser Bargeld los.
In etlichen Supermärkten lernten wir eine uns neue Methode, mit dem meist unbeliebten Münzgeld umzugehen, kennen:
Hier kann man jeden Betrag aus seinem Portemonnaie oben in die Schale dieses Münzschluckers werfen und, wenn nötig, dem Kassierer auch noch einen Schein reichen.
Nachdem der Kassencomputer den herauszugebenden Betrag errechnet hat, spuckt dieser Münzschlucker über das untere Loch passend die Wechselgeldmünzen aus.
Hier verlieren die X,99 Öre Preise schon einmal einen Teil ihren Schreckens. Für Kunden und KassiererIn.
Norwegen.2
Der ganze Bericht zu unserer Murmanskreise birgt aber noch ein Geheimnis. Das lüfte ich jetzt:
Hier sind wir unserem eigentlichen Reiseziel 2017 schon sehr nahe!
Die Iris, die wo meine bessere Hälfte ist (Originalton Niederbayerisch), wollte doch endlich einmal nach Südwest-Norwegen!
Sie traf mit diesem Wunsch bei mir ins Schwarze! Dass der Weg dorthin dann über Murmansk und so ging, war unser beider Entscheidung. Im Nachhinein sind wir beide darüber froh.
Ich vor allem, weil ich in dieser Region Norwegen ganz anders kennen lernte, wie den Norden als wir vor Jahren im allgemeinen Strom gen Nordkap mit schwammen.
Noch imposanter!
Irgendwie ist hier alles noch mehr darauf bedacht, uns Alemannen u.s.w. unvergessliches zu bieten.
Wo und wie die Tourismusindustrie uns hier die schönsten Plätzchen zugänglich macht, ist in anderen Ländern die ebenfalls Naturschönheiten haben, so nicht immer üblich.
Einfach größtenteils perfekt!
Die Ortswahl ist das Einfachere, da die schönen einfach überwiegen. Das Niveau der, fast immer kostenlosen, Stellplätze, Ver- und Entsorgungsstationen für Reise- und Wohnmobile, Informations- und Verkehrshinweisanlagen liegt überwiegend auf oberstem Niveau.
Voll beheizt!
Kunst neben der Landstraße
Graffitis, Tattoos, Schnitzereien und so hatten wir auf dieser Reise schon viel beobachtet und auch beschrieben.
Hier konnten wir, ganz frisch, Neptuns jüngstes Kunstwerk bestaunen, fotografieren und filmen:
Das Material dieses lebendigen Flussgemäldes war nicht irgendein Sickerwasser einer Mülldeponie, sondern Schaummittel der Natur.
Die darf das!
Autowandern
Ich schrieb schon öfters, dass wir unsere Reisen am liebsten mittels „Autowandern“ genießen.
In Norwegen lassen die großen „E“s, also die, bei Kurzurlaubsreisenden (keine Ironie, wir hatten früher auch manchmal nur unseren normalen Jahresurlaub...) so wichtigen „Europastraßen“, Autowandern nicht zu.
Mit Hilfe unseres recht guten Navi´s, von der Iris, meiner angetrauten Computerfreakadelle gepimpt, fanden wir aber besondere Reisewegschmankerl, indem wir dort gezielt Tunnel suchten. ???.
Diese touristisch zu befahren, sind uns natürlich ein Gräuel. Auf dem Navi fanden wir aber sehr oft die ehemaligen Bergstraßen, die diese Tunnel „entschärften“. Im zweideutigen Sinne.
Die waren´s dann...
Meist keinerlei, sonst sehr wenige andere Fahrzeuge in uriger Landschaft. Oft über die schroffsten Bergpisten.
Hier immer noch gut fahrbar, zumindest mit einem T3! (Quatsch, nicht all zu große Wohnmobile können da auch problemlos fahren...)
Dank aktueller Navidaten immer ohne Verbotsschilder. Für uns.
Nach vielen Kilometern im Wald gibt es aber auch schon einmal eine Sackgasse:
Auch die einsamsten Wege sind irgendwann zu Ende und man steht in Norwegen nicht selten so vor einem Wasserfall. Ist dort oft aber alles andere als einsam.
Hier war es nun der Latefossen.
alles andere als einsam.
Syncropfadpflege,
also die normale Fernstraßenreparatur kennen wir meist mit Ampelregelung im Wechsel für jeweils eine Fahrtrichtung, wenn sie auf nur einer Straßenseite stattfinden.
Das Sicherheitsbedürfnis hat in Skandinavien offensichtlich einen anderen Stellenwert.
Bemerkenswert fanden wir hier die schwedische und norwegische Lösung, Einbahnstraßenverkehr mittels Lotsen zu regeln:
Aber ehrlich:
Dieses Tempo war nicht wirklich vorgegeben, sondern dem Zeitraffer geschuldet...
Alt
Wenn man als Oldtimer mit einem Oldtimer in Skandinavien herumfährt, bimmelt die Motivklingel der Kamera bei jedem Oldtimer im Fokusbereich oft, sehr oft.
Ihr sollt ein wenig daran teilhaben:
Frei mit Google übersetzt:
HIER GIBT ES DEN ERSTEN AUTUMOBILTURIST IN NORWEGEN, DEN DER NIEDERLANDE IM AUGUST 1901 AUF DER STRASSE VON KRISTIANIA NACH LAERDAL ERSCHEINTE
Da war vor uns schon einer da.
So wurde es also innerhalb von 116 Jahren (unsere Reise fand schließlich 2017 statt) immer voller an den schönsten Stellen der Weltkugel.
Danke fürs mitreisen.
Bis zum 2019er Reisebericht
grüßen herzlichst aus Niederbayern
die Iris mit ihrem älteren Roland.
ehrlich: Dieser 3. Teil unserer 2017er Jahresfahrt sollte schon lange Vergangenheit sein.
Statt rechtzeitig daran weiter- und jetzt auch schon so langsam unsere 2018er Jahresfahrt zu beschreiben, leisteten wir uns erst einmal das blödeste, was man mit solchen Vorhaben machen kann: Wir wurden krank.
Das wollen wir wirklich niee wieder machen! Ganz großes Indianerehrenwort!
Hier aber endlich unser Rest von "Murmansk und so...":
Norwegen.1
„Vier, Norwegisch, Englisch, Deutsch und Spanisch.“ antwortete die norwegische Polizistin an der Grenze zwischen Murmansk und Kirkenes, die unsere Reisepässe gut für eine Einreise nach Norwegen befand auf meine Frage, wie viele Sprachen sie denn so gut spreche, nachdem sie uns in einwandfreiem deutsch begrüßte.
Russisch war nicht dabei.
Wir waren wieder im „Westen“.
Eine ebenfalls perfekt deutsch sprechende Uniformträgerin erwartete uns außerhalb des Abfertigungsgebäudes neben unserem Fahrzeug.
„Haben Sie Lebensmittel wie Fleisch, Wurst oder Molkereiprodukte bei sich?“ Fragte sie.
Mittlerweile wissen wir, dass diese Fragestellung recht brisant sein kann.
Wie genau unser Auto auf ein „Nein“ wohl gefilzt werden würde, können wir nicht sagen.
Auf unser „Für unseren Eigengebrauch schon ein wenig“ wollte sie es auch sehen und rief noch einen Kollegen hinzu.
Wir zogen also unsere Kühlbox heraus und durften dann den Käse und die aller leckersten Hartwürste in eine der drei bereitstehenden riesigen Mülltonnen entsorgen, die selbst schon sehr voll waren. Es war ja auch schon Nachmittag...
Eingeschweißt, für den SB- Verkauf und super gekühlt.
War das „Sie können das alles hier in Norwegen nachkaufen“ der Zollbeamtin jetzt ironisch gemeint, oder einfach nur „hilfreich“?
Unseren Alkoholvorrat hatten wir doch, bis auf den Milliliter und Promille haargenau innerhalb des Limits, wurden aber nicht danach gefragt.
Hartwürste brauchen aber wirklich nicht alle die Kühlbox...
Klar, für die Einreise nach Norwegen gelten andere Einfuhrbestimmungen wie innerhalb der EU.
https://www.toll.no/en/l/languages/de/n ... timmungen/
Wenn man nun aber auch noch wie wir aus Russland, also von außerhalb des „Europäischen Wirtschaftsraumes“, einreist steht in diesem Link wesentliches dazu. Ergebnis: Siehe oben.
Unser Auge war danach nur sehr leicht blau.
Dunkelblau kann es offensichtlich schnell werden:
Ab Norwegen sind wir in einer Gegend, in der Strafen (auch für Verkehrsdelikte u.s.w.) in einer viel schmerzhafteren Größenordnung verhängt werden wie bei uns zuhause.
Trotzdem, oder vielleicht auch deshalb (?) sind wir ab jetzt im Land mit den glücklichsten Menschen auf dem Globus 2017.
Gute 100 Meter weiter begann dann auch sofort, hier normal: Der Wohnmobiltourismus.
Gleich auf dem ersten Parkplatz stand das erste Fahrzeug mit deutscher Zulassungsnummer.
Da aus Russland kommend, waren wir ab hier Exoten innerhalb dieser Szene. Dementsprechend hatten unsere Gesprächspartner genau so viele Fragen wie wir. Am Anfang.
Auch ein, seit etlichen Wochen vermisster Genuss: Kein Einreise- oder Ausreisedatum unserer Visa wollte mehr beachtet werden. Entspannung pur.
Vom Start bis zum verlassen Russlands hatten wir überwiegend „Die Zeit im Nacken“ . Wir waren ja festgelegt, eben wegen der Termine rechtzeitig unsere Russland Ein- und Ausreise zu schaffen.
Hier, fast wieder auf dem Heimweg gen Süden, brachte schon ein Abstecher nach Norden in eine Sackgasse nach Grense Jakobselv: Kommunikation satt.
Von dort aus, bis ans Schwarze Meer, an die dortige türkische Grenze verlief viele Jahre der sogenannte Eiserne Vorhang. Verlief, sagen die Geschichtsbücher. Wie eisern diese Grenze aktuell ist, oder gerade wieder wird, ist Politik.
Das Ende dieser Sackgasse ist bei Touristen vieler Länder äußerst beliebt. Wir haben dort ein paar Tage lang die interessantesten Menschen kennen gelernt.
Für jeden Touristen diese 60 Km von Kirkenes zu fahren, wäre von seinem Bürgermeister zu viel verlangt. Die Begleitung des Berliner Europaabgeordneten der Grünen, Michael Cramer, war ihm (der rechte auf dem Bild) offensichtlich angenehm.
Der ist gerade dabei, seinen initiierten „Berliner Mauer -Radweg“ auf der Euroveloroute Nr. 13 nachzuahmen.
http://www.ironcurtaintrail.eu/
Wenn auch das letzte Bild des 2. Teils „Murmansk und so...“ vielleicht anderes ahnen ließ, unsere Fahrräder am Fahrzeugheck waren auf dieser Jahresreise überwiegend Ballast.
Danach wurde das Wetter dann dermaßen feindlich für unsere Fahrradfahrbegeisterung, dass wir meistens nur noch außen am Fahrradträger „sportlich“ aussahen.
Unsere diesjährigen Wochen in Skandinavien waren die nassesten Reisewochen, die wir je erlitten.
Die Standheizung lief fast jede Nacht.
Die Bewohner hier oben haben schon einmal Glück, dass die Sowjetunion Ende der 60er Jahre die Königskrabbe zur besseren Versorgung ihrer Bevölkerung in der Barentssee angesiedelt hat.
Wir auch!
Zwischen den Minuten 2.15 und dem „entbeinen“ gab es bei Minute 2.29 den Gnadenstisch!
Auf dem Teller liegen ca. 50% der Krabbenmuskeln die ich bei Minute 2,20 im Video noch in der Hand halte:
Die Gewinnung dieser Leckerei scheint relativ einfach zu sein. Auf jeden Fall das, was wir davon mit bekamen.
Wir lernten wesentliches darüber.
Aber auch der andere Mittourist, dessen Stimme im Video hauptsächlich zu hören ist:
Als er erfuhr dass diese Krabben, die u. a. auch kannibalisieren, „kleine „Ersatzbeine“ besitzen die nachwachsen wenn ein „Hauptbein“ verloren wird, verlangte er nach einer allumfassenden Evolution: Er verlor sein linkes Bein vor 40 Jahren!
Die wohl hier oben meistfotografierte Stelle kurz vor Jakobselv:
Hier kommt jeder westeuropäische Tourist ganz oben in Norwegen „den Russen“ am nächsten.
Im Navi fast schon eine Berührung:
Wir sind hier schon wieder „auf dem Heimweg“ nach Süden!
Aus Russland brachte ich ja ein von mir selbstverschuldetes Problem mit über die Grenze:
Unsere Kochgasflasche war leer!
Die ersten Versuche an Tankstellen, die laut Google Propangas verkaufen, liefen ins Leere: Wir hätten zwar volle Flaschen kaufen können, da haperte es jedoch an der Größe unseres Gaskastens und den Anschlüssen. LPG aus der Zapfsäule war auch noch kein Thema.
Da gibt es aber „BILTEMA“!
Nicht nur ein Baumarkt!
https://translate.google.de/translate?h ... rev=search
Mit Biltema kamen wir in Kirkenes das erste Mal in Skandinavien in Berührung. Dann gibt es diesen speziellen Super(„Bau“-)markt immer wieder bis Rødekro in Dänemark.
Einen dermaßen auf unsere aktuellen Reisebedürfnisse zugeschnittenen “Laden“ haben wir unterwegs noch nie gefunden!
Kopie aus Google: „großes Jungen-Spieleparadies“.
Googelt mal.
Unser Hauptgewinn war dann der wirklich standfeste Gaskartuschenkocher (dessen 450 Gramm Kartuschen auch bei uns zuhause üblich sind) mit bis zu 2,6 KW Heizleistung.
Da bleibt der Gaz(190 Gramm)stechkartuschenreservekocher demnächst zuhause.
Duale Problemlösungen sind Lösungen!
Auch knappe Urlaubszeiten lassen sich hiermit optimal füllen.
Preise
Norwegische Preise sind für uns überwiegend weit oben angesiedelt. Ist ja bekannt.
Wenn man, wie wir, sein Geld am liebsten in viele Reisekilometer investiert, wird man hoffentlich auch allgemein schon seine Erfahrung im Ausgeben haben.
Aktuelle Preisvergleiche hier:
https://www.lipalu-ferienhaus.de/norweg ... telpreise/
https://wechselkurse-euro.de/kurse/NOK-krone-norwegen/
Mit einem Wohn- oder Reisemobil haben wir ja Möglichkeiten zum bunkern.
Innerhalb der EU gibt es dafür keine nennenswerten Beschränkungen mehr und zwischen EU und Norwegen bestehen die Festlandgrenzen eigentlich nur noch aus Nationalitätshinweisen und natürlich Überwachungskameras. Mit letzteren wird wesentliches gefiltert!
531 Straßenkilometer, über Finnland in Richtung Nordwesten liegt das Nordkap von Kirkenes entfernt. Eigentlich „gleich um die Ecke“. Wenn wir uns den Besuch dort nicht schon 1993 angetan hätten, wäre das wahrscheinlich unsere nächste Fahrtrichtung gewesen.
Ein zweites Mal würde für uns wahrscheinlich von dort nur der Eindruck „Nepp“ bleiben. Das brauchen wir nicht wieder. So ging es nach Süden in Richtung Finnland und Schweden.
Internet
Bedarf, eine eigene Mobilfunk SIM Karte zu besorgen, kam für die kurze Zeit in Norwegen nicht auf: Die öffentlichen WLAN Bereiche in Kirkenes waren uns absolut ausreichend!
Für den weiteren Weg waren wir dann sowieso „guter Hoffnung“: Waren wir doch gespannt, wie gut ab dem 15. Juni 2017 wir dann unsere Aldi Prepaid SIM Karte nutzen könnten, da das Roaming innerhalb der EU, Norwegen und der Schweiz ja wegfallen sollte, und fuhren nach
Finnland
um erst einmal in ein total leeres Mobilfunkloch zu fallen:
Wir bekamen einfach keine Verbindung. Wo wir es auch versuchten.
Den „Wurm“ suchten wir natürlich bei uns. Ab sofort fragten wir jeden nichtfinnischen Touristen, der nicht schnell genug vor uns flüchten konnte, wie er denn mit seinem heimischen Gerät klar kommt.
Einige, z.B. Telekom- Vertragskunden hatten keine Probleme. Jedoch wir Aldi Kunden waren alle gleichsam frustriert ob des Empfangs. Der war erst einmal tot.
Offensichtlich waren manche Netzanbieter technisch total überfordert. Oder gar unwillig, weil doch erst einmal eine Menge Profit weg war?
Weiterreisend normalisierte sich diese Situation dann nach der Grenze zu Schweden.
Die dieses Mal zu fahrende Strecke in Finnland war recht kurz. So hab ich darüber auch nicht viel zu berichten.
Schon 1993 fanden wir hier wunderschöne einsame Seen und Wälder über Wälder. Auf und in denen kann man diverse passende Aktivitäten tätigen.
Wenn man, wie wir aber „nur am Durchreisen“ ist, erklärt sich der Wald hier für manchen so:
„Bäume, Bäume, nochmals Bäume, und dazwischen Zwischenräume, und im Hintergrund, man glaubt es kaum, steht noch ein Baum.“
Kann man auch zu den Seen dichten...
Das aber nur zu unserem Durchreisen!
Zum Wandern, Angeln und Natur in riesiger Freiheit genießen ist Finnland eine Top Adresse. Zu jeder Jahreszeit.
Letztes wissen wir aber nur von ganz wenigen, speziellen, Bekannten.
Ansonsten war dieser kurze Besuch in Finnland total normal und, nach deutschen Begriffen „zivilisiert“.
Die Straßen, das Einkaufen, eben jegliche Ordnung wie bekannt.
Na ja, einiges war dann doch schon anders:
Die Gartenarbeit wird offensichtlich doch wildfremden Personal überlassen.
Ebenso die Verkehrserziehung inklusive Temporegulierung:
So einfach auf der Durchreise kamen wir aber auch immer wieder neben der Straße mit den Spuren der Rentierpflege in Berührung:
Kunstvolle Eingangspforten zu den Gehegen.
Offensichtlich ist aber doch nicht alles so ganz im Sinn aller Vorschriften, wie wir sie hier in Deutschland gewohnt sind?
Solche Gerüstkonstruktionen gab es etliche.
Ansonsten kam uns dieser Teil des Landes überall aber mindestens so sicher vor wie unser zuhause.
Die handgehäkelten Deckchen am Kreuzungsbaum werden erst, irgendwann, von der Witterung „entsorgt“.
Schweden
Mittlerweile wohl „das“ skandinavische Wohnmobilland unserer Landsleute.
Problemlos und überwiegend angenehm.
Das ist jetzt aber kein Geheimnisverrat von mir. Wir sind hier schon deutlich zu viele, so dass wir auch schon wieder mit einem ver..... schlechten Gewissen davon schwärmen.
Bullerbü fast überall wo man es nur sehen will?
Wohl.
Wie in ganz Skandinavien bekommen wir mit englischen Fragen überall absolut verständliche Antworten.
Um das Dalapferd
http://schweden-tipp.de/dalapferd/
kommt in Schweden kaum jemand herum.
Wir waren im Epizentrum:
Wahrscheinlich schnitzt der Herr sein gesamtes Arbeitsleben lang „Morapferde“.
Er berichtete: Bei einer „Caravan und Boot“ in Deutschland war Schweden Gastaussteller und sie machten eine Besucherumfrage, was denn in Deutschland die 3 meisten Gedanken an Schweden wecke:
IKEA, Volvo und Morapferdchen, sagte er. Bei der Reihenfolge bin ich mir aber nicht mehr so sicher...
Auf jeden Fall werden diese Pferdchen in aller Welt geritten...
Holz
Die äußerst intensive Bewirtschaftung der Wälder konnten wir nicht übersehen.
Bei Google
https://www.sveaskog.se/de/forstwirtsch ... gefasst-1/
erfuhren wir,dass wohl für jeden gefällten Baum 3 neue gepflanzt werden. Dass jedoch Harvester pro Stunde 100 Baumfällungen schaffen sollen, ließ uns dann aber doch vermuten, dass Google auch nur von Menschen gemacht wird...
(Ironie aus) Weiter gegoogelt, ergaben sich dann aber nochmals solche Zahlen.
Ein Rätsel daraus verfolgte uns an vielen abgeernteten Waldlichtungen:
Diese vielen, auf unterschiedlichen Höhen, geköpften Baumstümpfe, die einfach zurück gelassen wurden. War dieses Holz nicht mehr zu gebrauchen, oder sind es Sitzgelegenheiten für Trollveranstaltungen?
Jugendkunst
Der Rätsel blieben uns da aber noch so einige.
Diese hier nannten wir bald Asphalttattoos:
Fast so oft, wie uns hier zuhause Tattoos inzwischen auf menschlicher Haut begegnen, war in ganz Schweden einwandfreier Asphalt verziert.
Die gab es in der Regel auf Straßenbelägen, die sich in sicheren Entfernungen offensichtlicher hoheitlicher Wahrnehmungen befinden.
Eine schwache Vermutung kam uns, als wir eine schwedische Eigenart auf der Straße kennen lernten, die „A-Traktoren“:
Vielleicht eine aussterbende Spezies, wir sahen aber noch viele Oldtimer, die nur von sehr sehr jungen Leuten bewegt wurden. Z.B. diverse „Buckelvolvos“, bei deren Erhaltungszustand, wegen des geopferten Originalteiles, uns fast Tränen kamen.
http://www.skandix.de/de/aktuell/vom-ep ... ktor/1247/
Wahrscheinlich setzt man so etwas auch zum veredeln trostlos grauen Asphalts ein.
Gislaved, Conti und Co. bieten dankbar Farbnuancen.
Naturkunst
Graffitis, wirklich in meisterhafter Art, produziert die Natur freiwillig mit ihren eigenen Materialien und Werkzeugen:
Steinbrocken jeglicher Größe am Wegesrand.
Flechten ersetzten Spraydosen optimal.
Wir erfuhren nichts von Regressansprüchen von Besitzern dieser „Leinwände“.
Landy
Jetzt gebe ich absolutes Insiderwissen (Bulli Eigner sollten trotzdem nicht gleich ein Feuerwerk abbrennen...) preis:
Auf einschlägigen Pisten, abseits der „normalen Wege“, dieser Weltkugel treffen immer wieder zwei Fahrzeuge mit sehr ähnlichen Ansprüchen auf die selben:
Der Landrover und der Bulli!
Wir Bullifahrer bilden uns oft ein, „von denen da“ nicht für kompetent genommen zu werden, hier auf dieser Piste herum zu fahren. Vor allem aber, „nicht das richtige Material“ zu haben.
Hier trafen wir beide dann also aufeinander:
Dieser Landy hatte hier ein, schon länger währendes, Problem mit seiner Treibstoffpumpe.
Unser Bulli war in Topform und vorführreif!..
Der Eigner war jedoch alles andere als ein Anfänger in der Materie und hatte schon kurzzeitig erfolgreich andere Pumpen aus seinem „Campingbereich“ eingesetzt.
An diesem Ort schien er dann aber „Nägel mit Köpfen“ zu schmieden. Wir wünschten es ihm auf jeden Fall.
Er ist professioneller Hersteller seines Landyausbaus und führte uns selbstverständlich stolz dies und das daraus vor.
Hochachtung blieb bei mir aber an ihm beim betrachten seiner „Platzproblemchen“, da ich seine Einstellung zu unserem „Grundsatzkampf“ als absolut sportlich einschätzte!
Grundnahrung
Ich schreibe jetzt ja aus Niederbayern (!), das Bier am Abend ist uns aber auch unterwegs willkommen.
Im staatlichen Alkoholverkaufsnetz, dem „Systembolaget“, immer alkoholisches mit mehr als 3,5 Vol% einzukaufen, bedarf schon einer besser gefüllten Reisekasse.
Normalerweise kauft man Bier, aber hier auch recht beliebt ist Cider, quasi dieser vergorene Apfelsaft beide im Supermarkt, oft auch an der Tankstelle. Jedoch:
2,8, maximal aber mit 3,5 Vol%.
Preiswerte Sorten ca. € 1,50 pro Liter.
An 3,5 oder gar 2,8 „Umdrehungen“ muss man sich aber doch erst gewöhnen. Zumindest wenn man Bier in Bayern lieben gelernt hat...
10 Kronen ca. 1€.
Wer allerdings wesentlich andere Zuladungsmöglichkeiten hat wie wir, und auch noch von Deutschland kommt, kann jegliche Panik zuhause lassen:
Pro über 20jähriger/m kann dann gleich 110 Liter Bier eingeführt werden:
https://hejsweden.com/alkoholimport-sch ... en-darfst/
Fester Nährstoff
Aber man muss ja auch was essen.
Dass auch in Bullerbü Knäckebrot gegessen wird, können wir nur vermuten. Das Riesenangebot ist überall aber mindestens derart:
Wir kamen auf den Geschmack dieses Schwedengebäcks, obwohl das „normale“ Brot für uns innerhalb der letzten Jahrzehnte enorm gewonnen hat: Süße, auch dunkle jedoch dann auch süße Brote (wirklich), sind mittlerweile fast schon eine Ausnahme.
Über 6 Jahrzehnte hinweg war ich bisher 4 Mal in Schweden. Insgesamt etliche Monate lang.
Dass es da noch Elche in freier Wildbahn gibt, glaubte ich nicht!
Ich sah nur einmal welche, im Skansen, dem Stockholmer Freilichtmuseum.
Die werden dort offensichtlich nur noch als Modelle für Verkehrsschild- Maler gehalten.
Glaubte ich!
Dann lernten wir aber in Mora eine total nette Familie kennen, die uns gleich ihre „Adresse lieh“, damit wir unsere Briefwahlunterlagen von zuhause dort empfangen konnten.
„Postlagernd“ gibt es in schwedischen Postagenturen nicht. Sagte man uns hier.
Beim abholen bekamen wir dann doch aber überraschend noch ein dickes Päckchen Hackfleisch mit auf den Weg, denn:
Der Hausherr war Jäger. Erfolgreicher!
Er hatte nicht nur eine riesige Elchgeweih Trophäe an der Wand, die Hausfrau regierte so auch über mindestens ebenso wichtige Details dieses Waldkönigs in ihrer Tiefkühltruhe.
Für uns gab es 2 Tage lang super leckere Elgköttbullar.
Das ganze war für uns besonders exklusiv, da wir in den Supermärkten eigentlich keinerlei Elchprodukte entdeckten.
Dieser, unser Biofleischlieferant, erklärte das durch die extreme Beliebtheit des Elchfleisches und dass das deshalb nur „unter Freunden“ gehandelt werde.
Artgerechte Syncropfade
Wir mussten uns in Schweden aber nicht nur auf glattem Asphalt langweilen.
Mit guten Navi/ Kartenmaterial kommt man auch mit einem Syncro gut auf seine Kosten.
Natur- oder Schotterstraßen gibt es auf vielen schwedischen Meilen.
Die ist mittlerweile 10 Kilometer lang.
In allen skandinavischen Ländern schafft man es, Naturstraßen ohne „Wellblech“
https://de.wikipedia.org/wiki/Wellblechpiste
zu bauen.
Liegt es am Breitengrad, dass sich dies in Asien und Afrika meist schon kurz nach dem letzten Planieren wieder bildet?
Im folgenden Video hatten wir eine Vorstufe dieses perfekten Straßenbaus hier:
Wochenlang regnete es schon in der Gegend.
Bei uns zuhause wäre diese Straßenbaustelle wahrscheinlich weiträumig gesperrt. Hier blieb die Entscheidung zum fahren einem selbst überlassen.
Während permanentem Regenguss ging der Straßenbau weiter und es wird dort erst einmal Material auf die Fahrbahn aufgebracht.
Viel.
Mit diesem losen und schwammigen Untergrund bekam unser Blick auf die Straßengräben rechts und links einen ganz ungewohnten Hintergrund.
Wir genossen „Syncro total“!
Danach:
Kaum zu übersehen waren dann doch die Hinweise, sein Auto wieder einmal zu waschen...
Bezahlmethoden
Die Bezahlmethoden an allen möglichen Kassen sind ja überall im Umbruch.
Dass man in Schweden fast nur noch mit der Karte bezahlen kann, haben wir so nicht erlebt. Überwiegend wurden wir auch unser Bargeld los.
In etlichen Supermärkten lernten wir eine uns neue Methode, mit dem meist unbeliebten Münzgeld umzugehen, kennen:
Hier kann man jeden Betrag aus seinem Portemonnaie oben in die Schale dieses Münzschluckers werfen und, wenn nötig, dem Kassierer auch noch einen Schein reichen.
Nachdem der Kassencomputer den herauszugebenden Betrag errechnet hat, spuckt dieser Münzschlucker über das untere Loch passend die Wechselgeldmünzen aus.
Hier verlieren die X,99 Öre Preise schon einmal einen Teil ihren Schreckens. Für Kunden und KassiererIn.
Norwegen.2
Der ganze Bericht zu unserer Murmanskreise birgt aber noch ein Geheimnis. Das lüfte ich jetzt:
Hier sind wir unserem eigentlichen Reiseziel 2017 schon sehr nahe!
Die Iris, die wo meine bessere Hälfte ist (Originalton Niederbayerisch), wollte doch endlich einmal nach Südwest-Norwegen!
Sie traf mit diesem Wunsch bei mir ins Schwarze! Dass der Weg dorthin dann über Murmansk und so ging, war unser beider Entscheidung. Im Nachhinein sind wir beide darüber froh.
Ich vor allem, weil ich in dieser Region Norwegen ganz anders kennen lernte, wie den Norden als wir vor Jahren im allgemeinen Strom gen Nordkap mit schwammen.
Noch imposanter!
Irgendwie ist hier alles noch mehr darauf bedacht, uns Alemannen u.s.w. unvergessliches zu bieten.
Wo und wie die Tourismusindustrie uns hier die schönsten Plätzchen zugänglich macht, ist in anderen Ländern die ebenfalls Naturschönheiten haben, so nicht immer üblich.
Einfach größtenteils perfekt!
Die Ortswahl ist das Einfachere, da die schönen einfach überwiegen. Das Niveau der, fast immer kostenlosen, Stellplätze, Ver- und Entsorgungsstationen für Reise- und Wohnmobile, Informations- und Verkehrshinweisanlagen liegt überwiegend auf oberstem Niveau.
Voll beheizt!
Kunst neben der Landstraße
Graffitis, Tattoos, Schnitzereien und so hatten wir auf dieser Reise schon viel beobachtet und auch beschrieben.
Hier konnten wir, ganz frisch, Neptuns jüngstes Kunstwerk bestaunen, fotografieren und filmen:
Das Material dieses lebendigen Flussgemäldes war nicht irgendein Sickerwasser einer Mülldeponie, sondern Schaummittel der Natur.
Die darf das!
Autowandern
Ich schrieb schon öfters, dass wir unsere Reisen am liebsten mittels „Autowandern“ genießen.
In Norwegen lassen die großen „E“s, also die, bei Kurzurlaubsreisenden (keine Ironie, wir hatten früher auch manchmal nur unseren normalen Jahresurlaub...) so wichtigen „Europastraßen“, Autowandern nicht zu.
Mit Hilfe unseres recht guten Navi´s, von der Iris, meiner angetrauten Computerfreakadelle gepimpt, fanden wir aber besondere Reisewegschmankerl, indem wir dort gezielt Tunnel suchten. ???.
Diese touristisch zu befahren, sind uns natürlich ein Gräuel. Auf dem Navi fanden wir aber sehr oft die ehemaligen Bergstraßen, die diese Tunnel „entschärften“. Im zweideutigen Sinne.
Die waren´s dann...
Meist keinerlei, sonst sehr wenige andere Fahrzeuge in uriger Landschaft. Oft über die schroffsten Bergpisten.
Hier immer noch gut fahrbar, zumindest mit einem T3! (Quatsch, nicht all zu große Wohnmobile können da auch problemlos fahren...)
Dank aktueller Navidaten immer ohne Verbotsschilder. Für uns.
Nach vielen Kilometern im Wald gibt es aber auch schon einmal eine Sackgasse:
Auch die einsamsten Wege sind irgendwann zu Ende und man steht in Norwegen nicht selten so vor einem Wasserfall. Ist dort oft aber alles andere als einsam.
Hier war es nun der Latefossen.
alles andere als einsam.
Syncropfadpflege,
also die normale Fernstraßenreparatur kennen wir meist mit Ampelregelung im Wechsel für jeweils eine Fahrtrichtung, wenn sie auf nur einer Straßenseite stattfinden.
Das Sicherheitsbedürfnis hat in Skandinavien offensichtlich einen anderen Stellenwert.
Bemerkenswert fanden wir hier die schwedische und norwegische Lösung, Einbahnstraßenverkehr mittels Lotsen zu regeln:
Aber ehrlich:
Dieses Tempo war nicht wirklich vorgegeben, sondern dem Zeitraffer geschuldet...
Alt
Wenn man als Oldtimer mit einem Oldtimer in Skandinavien herumfährt, bimmelt die Motivklingel der Kamera bei jedem Oldtimer im Fokusbereich oft, sehr oft.
Ihr sollt ein wenig daran teilhaben:
Frei mit Google übersetzt:
HIER GIBT ES DEN ERSTEN AUTUMOBILTURIST IN NORWEGEN, DEN DER NIEDERLANDE IM AUGUST 1901 AUF DER STRASSE VON KRISTIANIA NACH LAERDAL ERSCHEINTE
Da war vor uns schon einer da.
So wurde es also innerhalb von 116 Jahren (unsere Reise fand schließlich 2017 statt) immer voller an den schönsten Stellen der Weltkugel.
Danke fürs mitreisen.
Bis zum 2019er Reisebericht
grüßen herzlichst aus Niederbayern
die Iris mit ihrem älteren Roland.
Rolandderältere,
mit Reisemobil VW T3 15" Syncro,
seiner heiligen Kuh,
und 74 seit 1971 mit VW Bulli bereisten Ländern
mit Reisemobil VW T3 15" Syncro,
seiner heiligen Kuh,
und 74 seit 1971 mit VW Bulli bereisten Ländern




