Grüß dich Ursula !
Du bist unglaublich ! Mich hatten zunächst die Überlegungen von Friedrich Berger (2018) beschäftigt, welche er in Almogaren 48 / 49 zur geographischen Lage des antiken Volkes der Jam anstellte. Insbesondere der von ihm in der Karte Abb. 16 gemachte Vorschlag zur Lokalisation der Jam ( 'Im3 ) scheint mir sehr gelungen zu sein. Dies entspricht im wesentlichen auch den von Julien Cooper (2012) erzielten Ergebnissen, welcher das antike Volk der Yam ( 'Im3 ) im Gebiet zwischen Gebel Uweinat (Thh.t), Ennedi Gebirge und Wadi Howar, in der Umgebung des Westnubischen Palaeolake und Lake Yoa / Ounianga verortete.
Julien Cooper : Reconsidering the Location of Yam. In : Journal of the American Research Centre in Egypt, Vol. 48, Chicago u. Philadelphia 2012, S. 1 - 21.
Auf der letzten Seite des Beitrages von Berger (2018) bin ich dann - du wirst es kaum glauben - auf den dort als weiterführende Literatur extra dazu genannten Aufsatz von Thomas Schneider gestoßen ! Thomas Schneider war mir durch sein Lexikon der Pharaonen schon früher angenehm aufgefallen, denn diese 2003 erschienene Arbeit ist sehr gut konzipiert und wirklich aufschlussreich, gerade auch in Hinblick auf die in Theben wirkenden Hohepriester des Amun.
Abgesehen davon recherchierte ich also die zum Schluss bei Berger genannte Quelle und wollte ich dich heute mit diesem Link überraschen :
https://journals.uair.arizona.edu/index ... view/82/86
Thomas Schneider : The mysterious "Wernes" of the Egyptian Underworld and the Chad Palaeolakes, In : Journal of Ancient Egyptian Interconnections, Vol. 2, No. 4, Tucson 2010, S. 1 - 14.
Aber du warst schneller !
Spannend finde dort ich die von Schneider auf Seite 4 gemachte Aussage : "This topographical structure of an intermediate realm stretching from the Nile Valley 1.260 km (120 Iteru of 10,5 km) to the West ... finds an exact match in the palaeo-environmental situation of the ... Chad Basin around 2.000 BC."
Super, solch eine Aussage zu dieser Frage in dieser gelassenen Selbstverständlichkeit von einer solcher Koryphäe vorzufinden. Damit kann man was anfangen !
Nun habe ich noch eine interessante Quelle aufgetan : Dierk Lange : Biblical patriarchs from a pre-canonical source mentioned in the Diwan of Kanem-Bornu. In : Zeitschrift für Alttestamentliche Wissenschaft, Bd. 121, Heft 4, Berlin 2009, S. 588 - 598.
Lange verweist dort darauf, dass der Diwan von Kanem einen "Sef" als Gründungsvater des Reiches nennt, welchen er mit Sargon von Akkad identifiziert, während ich ihn für den ägyptischen Gott Seth halte. Siehe dazu auch Dierk Lange, Anthropos Nr. 106, 2011, S. 582.
Es wird wieder etwas dauern, bis ich das neue Material von dir gesichtet habe. Bis dahin verbleibe ich
freundlichst
Arni