Buchtipp | Der Messias von Darfur

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Birgitt
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Buchtipp | Der Messias von Darfur

Beitrag von Birgitt »

Von Abdelaziz Baraka Sakin

Gebunden: 168 Seiten
Verlag: Edition Orient
Erscheinungsdatum: Oktober 2021
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-945506-22-6
Preis: 19,90 €uro


Zwei junge Sudanesen, Ibrahim und Shikiri, werden auf der Fahrt nach Khartum aus dem Bus gezerrt und zum Militärdienst eingezogen. Ihr Einsatzgebiet: die Provinz Darfur, in der sich die Regierung in einem erbitterten Bürgerkrieg mit Rebellengruppen befindet. Unterstützt werden die Soldaten von den Djandjawid, einer Söldnertruppe, die mit äußerster Brutalität gegen die Zivilbevölkerung vorgeht.

Im weiteren Verlauf begegnet Shikiri einer jungen Frau, die durch die Djandjawid alles verloren hat und zu allem bereit ist – auch zur Hochzeit mit Shikiri, so er ihr bei ihrem Rachefeldzug gegen die Djandjawid hilft. Es beginnt eine Odyssee dieser drei durch verschiedene Kampfgebiete, zu beiden Kriegsparteien, durch Episoden der sudanesischen Geschichte.

Aber es gibt noch jemanden, der die Pläne aller Parteien und Personen durchkreuzt: den sogenannten Messias von Darfur, der jesusgleich predigt, Wunder wirkt und immer mehr Anhänger findet. Kann er Heil bringen in diese aussichtslose Lage?

Baraka Sakin schildert in diesem vielschichtigen Roman authentisch die Zerrissenheit des Sudan und gibt dem Leser Einblick in die Mechanismen ähnlicher Konflikte. Er ist aber auch eine bewegende Geschichte über Krieg und Abenteuer, Liebe und Rache, Glauben und Magie. Ein Roman, der von schwarzem Humor und großer Menschlichkeit geprägt ist ... mehr

Foto: Edition Orient
Foto: Edition Orient

Abdelaziz Baraka Sakin wurde 1963 in Kassala, einer Grenzstadt zu Eritrea im Osten des Sudan, geboren. Nach der Schulzeit studierte er Betriebswirtschaft an der Universität Assiut in Ägypten. Zurück im Sudan wurde Sakin 1993 zunächst Englischlehrer an seinem alten Gymnasium, bevor er von 2000 bis 2009 für verschiedene internationale Hilfsorganisationen tätig war. In ihrem Auftrag kümmerte er sich um Projekte in der Provinz Darfur. Seine dabei gewonnenen Erfahrungen bilden den Hintergrund des hier vorliegenden Romans.
Im Jahr 2000 begann Baraka Sakin seine literarische Karriere mit kleinen Veröffentlichungen. Einem größeren Publikum wurde er erst mit der Verleihung des sudanesischen Tayeb-Salih-Preises im Jahr 2009 bekannt. Danach wurden seine Bücher im Sudan konfisziert und verboten. Dies war auch der Grund dafür, dass er in Österreich um Asyl suchte. Seit 2012 lebt er in Saalfelden und inzwischen auch in Montpellier, Frankreich.


"Der Messias von Darfur" wurde übersetzt aus dem Arabischen von Günther Orth. Das Goethe Institut hat mit ihm gesprochen: "Arabische Metaphern funktionieren im Deutschen nicht"

Gruß
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Buchtipp | Der Messias von Darfur - Ein Friedensstifter in Kriegszeiten

Beitrag von Birgitt »

In krassem Gegensatz zur friedliebenden Botschaft des Propheten, der von Liebe und Menschlichkeit erfüllt ist, steht seine eigene Situation: 666 Soldaten sowie eine Reihe von Zimmermännern sind ausgesandt, um ihn und seine wenigen Anhänger zu ergreifen und zu kreuzigen. Damit beginnt der Roman, um sich im Folgenden den Opfern und verschiedenen verfeindeten Gruppierungen zu widmen und uns auf eine Reise in die jüngste Vergangenheit des Sudan mitzunehmen, die von Krieg, Zerstörung und dem Elend zahlloser Menschen erzählt.

Man nimmt Anteil am Schicksal einer Bevölkerung, die in einem brutalen Bürgerkrieg zwischen Regierungstruppen und Rebellen massenhaft getötet wird und kaum Überlebenschancen hat. Es gibt aber auch einzelne starke Menschen, die sich tapfer und radikal zur Wehr setzen wie etwa Abdarrahman, eine Kriegswaise, die sich selbst einen männlichen Vornamen gegeben hat ...

Der sudanesische Autor Baraka Sakin erzählt in seinem vielschichtigen Roman anhand der Figur eines charismatischen Propheten vom Konflikt in Darfur. Sein Roman ist eine bewegende Geschichte über Krieg und Liebe, Rache und Hoffnung [...] Ein beeindruckendes, bewegendes und spannendes Buch von einem souveränen Autor in der Übersetzung von Günther Orth, der den reflektierten, ironischen Erzählton perfekt ins Deutsche übertragen hat. Rezension von Volker Kaminski:

Ein Friedensstifter in Kriegszeiten
12.04.2022 - Qantara

Gruß
Birgitt
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